Ostersonntag, 21. April 2019

Liebe Schwestern und Brüder!

Ein interessanter Kontrast prägt das heutige Evangelium. Wir rufen uns gegenseitig das Halleluja zu. Wir verkünden die Frohe Botschaft „der Herr ist auferstanden, er ist wahrhaft auferstanden!“ Doch Maria Magdalena ist beim Grab Jesu und weint. Was sollte sie auch anderes tun als trauern um ihren geliebten Herrn und Meister, um den, der sie herausgerissen hat aus den Sümpfen ihres Lebens, aus Sünde und Versagen und Scheitern, um den, der ihr neue Hoffnung, ja ein neues Leben geschenkt hat. Und jetzt ist er tot. Umgebracht und begraben, zum Vergessen verurteilt wie jeder der Abermillionen Toten dieser Weltgeschichte. 

Doch es sollte für sie anders kommen. Der vor das Grab gerollte Stein, der so hart und erbarmungslos an die Wirklichkeit des Todes erinnert, ist zur Seite gerollt. Das Grab ist leer. 

Für Maria Magdalena nicht ein Grund zum Jubeln. Sie denkt an Diebstahl des Leichnams - was sonst wäre möglich? Und sie berichtet diesen Umstand, der ihrer Trauer noch eine harte Spitze hinzufügt, den Jüngern. Vom Lieblingsjünger Johannes wird dann berichtet: „Er sah und glaubte“ - und an ihm dürfen wir Maß nehmen.  An ihm, den Jesus knapp 3 Tage zuvor als Stellvertreter aller Gläubigen der Kirche seine Mutter zur Mutter gegeben hat. An ihm, der in seinem Evangelium so unvergleichlich über das Ereignis des Todes und der Auferstehung Jesu berichtet hat. An ihm, der nun als erster glaubt und in seinem Glauben den Petrus und die anderen Jünger mitreißt. 

Aus der Trauer der Maria Magdalena wird nun die Freude des Lebens. Aus der Angst der Jünger wird Hoffnung und Zuversicht, Beweis für die Wahrhaftigkeit aller Worte Jesu. 

Aus der Depression der Gläubigen, der Kirche, darf durch das Osterfest, durch dieses Fest des Lebens neue Lebensfreude, neue Lebenskraft, neuer Mut zum lebendigen Glaubenszeugnis für den Auferstandenen werden. 

Angesichts des Ostergeheimnisses dürfen, ja müssen, wir alle Sauerteig werden, der den Teig dieser Gesellschaft, der oft hart und zäh und fad und geschmacklos geworden ist, neu durchsäuert. Aus der Auferstehung des Herrn sollen wir leben und dies in die Welt hineinrufen, was uns Leben und Hoffnung bedeutet. Der Herr ist auferstanden. Er ist wahrhaft auferstanden! Halleluja.

 

Amen. 

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 button praedicatio; Till Magnus Steiner;

 

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