Christkönigssonntag 20. November 2016

Liebe Gläubige!

„Der Herr thront als König in Ewigkeit. Der Herr segnet sein Volk mit Frieden“, heißt es im Kommunionvers der heutigen Messe zum Hochfest.

„Die Liturgie dieses Sonntags bringt uns in besonderer Weise zum Bewußtsein, dass die Geschichte des Menschen und der Welt in dem vom gekreuzigten und auferstandenen Christus geoffenbarten Reich ihre endgültige Vollendung haben muss.“, sagte der Heilige Papst Johannes Paul II. in seiner Christkönigspredigt 1981. 

Die Heilsgeheimnisse, die wir im Laufe des Kirchenjahres gefeiert haben, münden in dieses Fest von Christus dem König. Auch andere Hochfeste wie Epiphanie, Ostern oder Christi Himmelfahrt verweisen auf das Königtum unseres Herrn. Ebenso natürlich das Fest der Verklärung Christi, wo wir diese göttliche Macht des Herrn bereits im Zeugnis der Väter des Alten Bundes und der Apostel zu Gesicht bekommen haben. 

Als Papst Pius XI. im Jahre 1925 dieses Fest einführte, ging es ihm jedoch nicht so sehr um das heilsgeschichtliche Königtum Christi, sondern um den sozialen und staatspolitischen Wert der Christkönigsidee: die Völker können in sich und untereinander den Frieden nicht finden, wenn sie sich nicht Christus unterordnen. Die Texte dieser Festmesse weisen auf die Herrschaft eines Königs hin, der sein Reich nicht auf Eroberung gründet, sondern auf die Fürsorglichkeit eines Hirten. Das Reich Gottes soll kein Reich der Eroberung sein, sondern Zeichen des Heils unter den Menschen, damit diese eine geistliche Welt aufbauen, in Gerechtigkeit. Das Reich Gottes, diese „Königsherrschaft Gottes“, soll ein Zeichen des Heils für eine Welt sein, wo nicht der Egoismus und Eigendünkel regiert, wo es nicht mehr um Machtgewinn und Einflußnahme geht, sondern wo brüderliche und solidarische Gesinnung in der Hoffnung auf das künftige Reich herrschen. 

Die heutige Präfation nennt dieses  Reich das Reich der Wahrheit und des Lebens, der Heiligkeit und der Gnade, der Gerechtigkeit, der Liebe und des Friedens. 

Das sind die Merkmale des Königtums Christi, an dem wir teilhaben und das wir durch unser Zeugnis ausbreiten sollen. 

Der heilige Josefmaria Escriva sagte einmal: „Die einen reduzieren die Religion auf einen Katalog von Verboten oder begnügen sich mit einem konturlosen Katholizismus. Die anderen wollen den Herrn mit dem Gesicht zur Wand stellen oder in eine Dunkelkammer der Seele verbannen… Ihnen gegenüber müssen wir in Wort und Tat bekräftigen, dass wir Christus zum wirklichen König der Menschenherzen machen wollen - die noch lauen der Seinen nicht ausgenommen!“

Der soll gegenwärtig sein in unseren Familien, Freunden, Nachbarn, Bekannten. Keinen dürfen wir hier ausnehmen. Und jeder von uns - die wir alle durch Taufe und Firmung an dieser Königswürde Christi teilhaben - ist aufgerufen, seinen Beitrag zu leisten, seine Stimme zu erheben und das Reich Gottes in Wort und Tat zu verkünden. Nicht nur in der Abstraktheit des guten Vorsatzes, sondern im täglichen Leben sind wir gefordert, unsere Mitmenschen bei der Hand zu nehmen, ihnen die Tür zur Kirche zu öffnen und ihnen so diesen großen Schatz des Lebens zu erschließen, den uns der Herr in seinem Reich verheißen hat. 

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