32. Sonntag im Jahreskreis C - 10. November 2013

Liebe Gläubige!

Die tragischen Ereignisse, die uns die erste Lesung aus dem zweiten Makkabäerbuch heute wiedergibt, die von Treue zum göttlichen Gebot, von Martyrium, aber auch vom innigen Glauben an die Auferstehung der Toten handelt, lassen uns ebenso wie die Worte des Herrn im Evangelium auf die Letzten Dinge blicken.

Auf die Frage nach einem Weiterleben, einer Auferstehung. Fragen, die einerseits diametral entgegengesetzt sind der Diesseitigkeit unserer Zeit. Hier und jetzt und Heute alles auskosten, alles tun, um ein glückliches, erfülltes, wohlhabendes Leben führen zu können - scheint die Grundmaxime des 21. Jahrhunderts. Dass dies oft auf Kosten anderer geht, wird vielfach übersehen. 

Es geht um ein anderes Leben. Es geht um das Leben der Auferstehung, das Leben in der Gemeinschaft Gottes, als „Söhne Gottes“, wie der Herr die Menschen bezeichnet. Und es ist auffällig, dass Lukas uns dieses Gespräch Jesu mit den Sadduzäern an einer Stelle berichtet, wo sich die Ereignisse rund um den Gottessohn zuspitzen. Er ist bereits in Jerusalem eingezogen. Er hat den Tempel gereinigt, die letzten Tage seines irdischen Lebens vor der Kreuzigung sind angebrochen. Und hier setzt der Herr das Zeichen, dass er konkret von der Auferstehung redet. Die Brisanz dürfen wir aus dem Kontext erkennen. 

In der Frage der Sadduzäer liegt das eigentliche Wesen der Religion. Denn Religion hat ja doch nur dann einen Sinn, wenn dieses irdische Leben nicht schon alles für den Menschen bedeutet, alle seine Möglichkeiten schon erschöpft. Der Religion - welcher auch immer! - geht es um das Jenseits. 

Das Jenseits aber hat für den einzelnen Menschen nur dann eine unmittelbare Bedeutung, ja, fordert überhaupt nur dann seine ernste Aufmerksamkeit, wenn der Mensch selbst persönlich nach dem Tod fortlebt. Die Auferstehung von den Toten aber heißt nichts anderes, als dass dieses Fortleben im Jenseits für die ganze Ewigkeit durchaus für jeden einzelnen Menschen als dieses genau bestimmte Individuum mit Leib und Seele geschieht. 

Gibt es also eine Auferstehung von den Toten, dann ist die Bindung an die jenseitigen Mächte, - eben was wir „Religion“ nennen - geradezu erschreckend wichtig und bedeutungsvoll. 

Die Antwort des Herrn ist nicht nur eine Antwort auf das Ob der Auferstehung. Sie ist zugleich auch eine Korrektur jener Sichtweisen, die von Seelenwanderung oder Wiedergeburt reden. Denn wenn der Mensch als Individuum, mit Leib und Seele einst auferstehen wird, dann kann es vernünftigerweise nicht sein, dass er schon mehrere Lebenszyklen durchgemacht hat. Jede Ansicht in dieser Richtung steht in krassem Widerspruch zu dem, was uns der Herr sagt. 

Und seinen Worten Glauben zu schenken, Worten, die er einige Tage nach dieser Aussage durch seinen eigenen Tod und seine Auferstehung - aus Liebe zu uns - unter Beweis stellt, kann uns die Augen öffnen für die Wahrheit und Schönheit unserer katholischen Religion. Sie ist nicht Vertröstung ohne Basis, sondern Verkündigung der Wahrheit, grundgelegt im Leben, Sterben und Auferstehen unseres Herrn Jesus Christus, der auch uns in dieses Leben führen will. 

Amen. 

 

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