25. Sonntag im Jahreskreis C - 18. September 2016

Liebe Schwestern und Brüder im Herrn!

Das Gleichnis vom ungerechten Verwalter wird am sichersten dann richtig erklärt oder verstanden, wenn wir es nicht trennen von den darauf folgenden Nutzanwendungen, die Jesus selbst anfügt.

Einige Schlüsselworte, die im letzten Satz des Gleichnisses hervorgehoben werden, können uns den Sinn am besten erschließen: „Mammon“ - „Ungerechtigkeit“, aber auch der Begriff „Freunde machen“ (vielleicht würden wir heute „Freunderlwirtschaft“ dazu sagen!) spielen in diesen Mahnungen weiter eine Rolle. Der Schlusssatz unseres heutigen Evangeliums „Ihr könnt nicht beiden dienen, Gott und dem Mammon“ ist das Resümee!

Wenn wir von dieser Mahnung des Herrn ausgehen, sozusagen „das Pferd von hinten aufzäumen“, haben wir den Vorteil, dass wir so manch Dunkles in diesem Gleichnis dadurch von Anfang an erhellen können. 

Mammon und Gott stehen sich also wie zwei feindliche Mächte gegenüber, feindliche „Herren“, denen ein Diener nicht zugleich dienen kann. Die Ausdrücke, die hier gebraucht werden, „lieben“ und „hassen“, „zu dem einen halten“, „den anderen verachten“, zeigen außerdem, dass wir uns weiter im Bereich von „Freundschaft“ befinden. Gott, der Herr, wird also entweder als großer mächtiger „Freund“ behandelt, oder er wird als Feind gehaßt und verachtet. Das klingt nach Schwarz-Weiß-Malerei, eröffnet uns aber einen durchaus klareren Blick auf die Mahnungen zur rechten Verhaltensweise, die er Herr uns heute auf den Weg mitgeben will. 

„Freunde machen“, diese Wendung, die der Herr hier anwendet, ist zunächst einmal auf Gott selbst zu beziehen, der allein die Macht hat, uns in die ewigen Wohnungen aufzunehmen. 

Dadurch wird natürlich das Verhältnis des Menschen zum Mammon, zum Reichtum nicht einfacher. Aber der Herr schenkt uns hier am Ende seines Gleichnisses die Erklärung: 

„Wer in den kleinsten Dingen zuverlässig ist, der ist es auch in den großen, wer in den kleinsten Dingen Unrecht tut, der tut es auch bei den Großen.“

Den Reichtum, den Mammon, setzt Jesus also gleich mit dem Geringsten. Es gehört letztlich zu einer gottfernen, gottfremden Welt, zum „Fürsten dieser Welt“, mit dem der Christ nichts zu tun haben soll. 

Aber - so dürfen wir natürlich ehrlicherweise fragen - wie sollen wir in dieser Welt bestehen können, wenn wir uns nicht mit dem Materiellen abgeben dürfen? Ist nur mehr die franziskanische Armut der einzige Weg, selig zu werden? Dies wäre im wahrsten Sinne wirklichkeitsfremd - und damit dem Herrn fremd, denn er kennt uns und die Welt, in der er selbst Mensch geworden ist. Jesus zeigt uns mit seinen Worten, dass der Mensch wohl oder übel in der Welt des Mammons lebt, dass wir natürlich im Bereich dessen sind, der „Fürst dieser Welt“ genannt wird. Aber wir sehen deutlich, wie das Verhältnis des Christen zu dieser Welt, zu ihrem Reichtum, zum Materialismus sein soll, wenn wir auf den ungerechten Verwalter schauen. Auch diesem gehört der Reichtum nämlich NICHT, aber er nützt ihn zu seinem Vorteil, in kluger Weise, die selbst sein Herr dann anerkennnt. 

Hier kommt das Große für uns zur Sprache. Wir sind aufgefordert, die Dinge dieser Welt immer so zu nutzen, dass wir uns Gott neu „zum Freund“ machen. Das ist die Treue, die wir Christen im Geringsten zu wahren haben. Wenn unser Handeln davon geprägt ist, die ersehnte und erhoffte Freundschaft mit Gott zu erhalten und zu vertiefen, sind wir auf dem richtigen Weg. 

Der Herr möge uns beistehen, diesen Weg immer neu zu finden. 

Amen.

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