6. Sonntag der Osterzeit - 1. Mai 2016

„Wer mich liebt, wird an meinem Wort festhalten!“ - Wie steht es um unsere Liebe zum Herrn Jesus Christus? Um jene Liebe, zu der er uns vor 2 Wochen erneut aufgerufen hat. Um jene Liebe die eben ein Festhalten an seinem Wort bedeutet. Am Wort, das er seiner Kirche mitgegeben hat in diese 2000jährige Geschichte bisher - und weiter bis dorthin, wo diese Welt ihre Vollendung findet. 

Christus - so hören wir es auch heute im Evangelium, verabschiedet sich von seinen Jüngern, nicht aber ohne sie auf seine bleibende Gegenwart in dieser Welt hinzuweisen. Und wir feiern diese bleibende Gegenwart Gottes, seines eingeborenen Sohnes, des Auferstandenen. Hier und heute, in der heiligsten Eucharistie. Wir dürfen anfanghaft geniessen, was Johannes in seiner Verzückung schaute. Die Heilige Stadt Jerusalem, wo Gott selbst als Herrscher ihr Tempel ist, wo das Lamm - sein eingeborener Sohn Jesus Christus die Leuchte ist. 

Und diese Vision verweist uns nicht allein in eine ferne Zukunft. Wir dürfen uns heute schon die Frage stellen: Ist dieser Jesus Christus als das Lamm Gottes wirklich die Leuchte unseres Lebens, der Leuchtturm, der uns auch in stürmischen Tagen den richtigen Weg weist? 

Es braucht Überwindung und höchste Vernunft, sich nicht nur auf seine eigene Lebenserfahrung zu verlassen, eine Erfahrung nämlich, die oftmals durch konkrete Umstände auch eingeschränkt sein kann. Es braucht Überwindung und höchste Vernunft, seine Hand auszustrecken nach dem, der wirklich um die Zusammenhänge unseres Lebens weiß, seine Hand auszustrecken nach dem, den wir im Vater Unser anrufen und bitten, dass doch sein Reich in unserer Welt Wirklichkeit werden soll.

Es braucht aber auch Überwindung und höchste Vernunft, dort wo wir unseren Auftrag erfüllen, Reich Gottes auszubreiten, die frohe Botschaft vom Leben, von der Auferstehung, von der Gegenwart des Herrn in unserer Welt weiterzutragen. 

Das mussten die Apostel schon bei ihrem „Apostelkonzil“ erkennen. Da konnte man nicht „darüberfahren“ über die Heidenchristen, denen das mosaische Gesetz fremd war. Da konnte man nicht die gleichen Schemata anlegen an alle Menschen. Damals nicht und heute nicht. Es braucht oft viel Geduld, einen langen Atem, um Menschen neu für den Herrn und seine Kirche zu begeistern. Es braucht viel Anstrengung und Klugheit, um Menschen nicht vor den Kopf zu stoßen. Denn nicht durch Frömmelei und menschengemachtes Regelwerk können Menschen gewonnen werden, sondern dadurch, dass sie an unserem Leben sehen, was Christsein bedeutet. Wie steht es um unsere Liebe zum Herrn Jesus Christus? - Denn daran werden die anderen erkennen, dass wir seine Jüngerinnen und Jünger sind. 

Amen. 

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 button praedicatio; Till Magnus Steiner;

 

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