„Gib, dass wir den Tag der Auferstehung voll Zuversicht erwarten...“ Dieser Satz aus dem ersten Gebet der Hl. Messe macht nachdenklich: Erwarte ich mir für mich die Auferstehung? Werden wir alle auferstehen? Im Hymnus des Abendgebets singt man in den Klöstern: „Christus, dem Sieger, singen wir, der uns durchs Rote Meer geführt.“ Durch welches „Rote Meer“ hat uns Christus geführt?

Schauen wir auf unser Leben – da gibt es viele Situationen, wo wir einem Übel entkommen sind. Wie oft sind wir vor etwas Schlimmem bewahrt worden! Allein schon der Gedanke, dass mein Leben in die Leere geht, ist eine Versuchung des geistigen Scheiterns. Es ist wie ein Gefühl Heimatlosigkeit, wenn man sich denkt, es hat ohnehin keinen Sinn. Da gibt der weise Seelsorger Petrus einen Rat: „..führt auch, solange ihr in der Fremde seid, ein Leben in Gottesfurcht!“ (1 Petr 1,17)

Die Israeliten haben sich unter der Anleitung des Mose aus der Sklaverei aufgemacht. Sie sind durch das Rote Meer gezogen und der Gefahr der Vernichtung entgangen, weil sie sich an Gott gehalten haben. Das ist die Gottesfurcht, von der Petrus spricht. Wir haben Ehrfurcht vor Gott, der für uns Mensch geworden ist, um uns aus den Gedanken der Sinnlosigkeit zu befreien: „Ihr wisst, dass ihr ... nicht um einen vergänglichen Preis losgekauft wurdet, nicht um Silber oder Gold, sondern mit dem kostbaren Blut Christi, des Lammes ohne Fehl und Makel.“ (1 Petr 1,18-19)

Der Abendhymnus lautet weiter: „Wir sind befreit aus harter Fron und von der Knechtschaft Pharaos.“ Man kann sich innerlich gefangen nehmen lassen von dem Gedanken: Was denken die Anderen? Es ist eine Sklaverei, eine Knechtschaft. Man verliert seine innere Freiheit und unterjocht sich dem Gutdünken von anderen, die selbst von ihrem Ego gefangen sind. Es ist erstaunlich, wie es schon bei Kindern beobachtet werden kann, dass sie sich voreinander fürchten. „Den Kerker hast Du aufgesprengt, zu neuem Leben uns befreit.“ Viele denken: „Was hält der Andere von mir? Wird er mich noch beachten?“ Wäre es nicht besser nachzudenken, was wirklich richtig ist?

„Nicht mein, sondern Dein Wille geschehe“, sagt Jesus am Ölberg und gibt uns damit ein Beispiel. Der, der dir das Leben geschenkt hat, der dich schon im Mutterleib berufen hat, der treu ist, der immer zu dir steht, Er ist der Weg, die Wahrheit und das Leben. Deshalb können wir mit klarer Gesinnung singen: „Erstanden ist der Herr vom Grab, kehrt siegreich aus dem Tod zurück.“

Weil wir Jesus kennen, kennen wir unsere Zukunft. Wir glauben an Ihn und hoffen auf Ihn, weil Er uns durch sich selbst den Weg gezeigt hat: „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben.“ Die Osterzeit erneuert in uns selbst diese Gewissheit. Auch wir sind auf dem Weg zur Auferstehung, weil wir mit Christus gehen. Der Tod hat keine Macht mehr über uns – weder die Gedanken der Angst, die viele Menschen quälen, noch der physische Tod, den viele fürchten. Papst Leo vermittelt gerade jetzt auf seiner Pilgerreise durch Afrika das Wissen um die Nähe Gottes zu den Menschen. Er besucht die Länder Algerien, Kamerun, Angola und Äquatorialguinea. Er segnet Kranke, Alte, Kinder, spricht mit Studenten, Politikern und Ordensleuten. Abseits von der Politik verkündet er das Evangelium, das kein Ablaufdatum hat. Er gibt damit den Menschen die Zuversicht weiter, die uns von den Aposteln überliefert wurde, weil sie Jesus von Angesicht zu Angesicht gesehen haben.

Berührend ist, wie Jesus Christus nach Seiner Auferstehung, den Jüngern entgegengeht. Er schließt sich den zweifelnden Emmausjüngern an. Er steht in der Früh am Ufer, als die Apostel und Jünger vom erfolglosen Fischen kommen. „Als es schon Morgen wurde, stand Jesus am Ufer.“

Jesus steht auch auf dem Ufer meines Lebens, indem er mir jeden Morgen und im Morgen des Todes die Kraft Seiner Gegenwart schenkt. Amen.

Fürbitten

 

Lasst uns beten zu unserem Vater im Himmel:

 

Hilf den Bischöfen, Priestern und Diakonen, dass sie die Osterbotschaft würdig verkünden.

Begleite Papst Leo auf seiner Pilgerreise durch Afrika.

Segne die Politiker, dass sie nach ihrem Gewissen handeln.

Stärke die Firmlinge in der Freude des Glaubens, die uns zu Ostern aufstrahlt.

Gib den neugetauften Christen Hoffnung, auch wenn sie wegen Deines Namens leiden.

Schenke unseren Familien Kraft aus dem Glauben an Dich.

Nimm unsere Verstorbenen auf in die Gemeinschaft der Heiligen.

Denn Du schenkst uns Deine Gegenwart, dafür danken wir Dir heute und in alle Ewigkeit. Amen.

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