Heute wird die Weihe einer Kirche gefeiert, die symbolisch für die Einheit der Kirche steht: Die Lateranbasilika in Rom steht auf ehemaligem kaiserlichen Besitz, dort, wo sich im 4. Jh. eine Kaserne befunden hatte. Kaiser Konstantin schenkte dieses Grundstück dem Bischof von Rom. Er ließ als Dank eine große, fünfschiffige Kirche errichten, weil er seinen Gegner Maxentius besiegt hatte. Konstantin ist der Kaiser, der dem Christentum Freiheit im Römischen Reich gewährte.

Die Kirche und der anschließende Palast waren 1000 Jahre Sitz der Päpste. Die Lateranbasilika ist bis heute die Bischofskirche des Papstes.

Der Sinn des heutigen Festes ist nicht die Verherrlichung eines Bauwerks, sondern die Gewissheit, dass Gott in Seiner Kirche wirkt. Der Prophet Ezechiel sieht in einer Vision Wasser unter dem Tempel hervorströmen, das die fruchtbare Gegend zum Blühen bringt. „Die Früchte [der Obstbäue] werden als Speise und die Blätter als Heilmittel dienen.“ (Ez 47,12) Die Kirche bringt nicht selbst die Früchte hervor, die wir genießen dürfen. Sie ist der Tempel Gottes, in dem Gott Wunder der Heilung wirkt. Wie viele Menschen erfahren in der Kirche Heilung ihrer Seele! Wie viele öffnen sich dem Wirken Gottes, weil sie eine Atmosphäre finden, die sie Hoffnung schöpfen lässt!

Eigentlich ist jeder Mensch ein Tempel Gottes, wenn er Gottes Wirken zulässt: „Gottes Tempel ist heilig, und der seid ihr“, (1 Kor 3,17) betont der Hl. Paulus. Wie kommt er auf diesen Gedanken? Jesus spricht selbst davon, dass er den Tempel Seines Leibes wieder aufbauen wird, wenn er niedergerissen wird. Er sieht voraus, dass sie Ihn hinrichten werden. Aber Er weiß genauso, dass Er auferstehen wird. Deshalb spotten die Leute unter dem Kreuz: „Die Leute, die vorbeikamen, verhöhnten ihn, schüttelten den Kopf und riefen: Ach, du willst den Tempel niederreißen und in drei Tagen wieder aufbauen?“ (Mk 15,29) All das ist geschehen, um uns zu zeigen, wie wertvoll jeder Mensch für Gott ist.

Als Jesus von den Toten auferstanden war, erinnerten sich seine Jünger daran, berichtet Johannes. Für sie war Seine Auferstehung das stärkste Zeugnis dafür, dass es wahr ist, was Er ihnen offenbart hatte. Aus dieser Gewissheit leben wir und dürfen hoffnungsvoll auf Gott schauen, der unser Leben in Seinen Händen hält. Er macht es fruchtbar, wie die Bäume, die mit dem Wasser aus dem Tempel getränkt werden. Amen

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