Es gibt Menschen, die faszinieren: durch ihre Freundlichkeit, ihre Hilfsbereitschaft, ihre Klugheit, ihre Ausstrahlungskraft, ihren Charme, ihre Fröhlichkeit. Diese Faszination ist keine Fessel, keine Lähmung, kein Verzaubertsein, sondern eine Hinwendung von Herzen.

Von den Heiligen geht eine Faszination aus. Woher kommt sie? Denken wir an Franziskus, Martin, Benedikt, Elisabeth, Clara, Bernadette. Wir könnten hunderte Heilige aufzählen, die in ihrer Zeit gewirkt haben und heute noch begeistern. In diesem Wort „begeistern“ liegt der Schlüssel. Heilige sind Menschen, die es zulassen, dass der Heilige Geist in ihnen wirkt. Wir alle wurden in der Taufe zum Tempel des Heiligen Geistes. Gott wirkt in uns. Das heißt „Reich Gottes“. Das Himmelreich holen die Heiligen auf die Erde, indem sie Gott an ihrer Seite, in sich selbst wahrnehmen. So strahlen sie aus – jeder durch sein persönliches Wesen. Heilige haben „Ecken und Kanten“, sie leiden genauso unter den eigenen Unzulänglichkeiten. Sie sind keine Superhelden oder Übermenschen. Sie sind wie wir. Sie sind mitten unter uns. Wer versucht, nach dem Willen Gottes zu leben, ist schon auf dem Weg der Heiligkeit. Wie viele sind heilig? Kann ich auch darunter sein? Der Seher Johannes gibt eine Antwort. In seinem Buch der Offenbarung schreibt er: „Danach sah ich und siehe, eine große Schar aus allen Nationen und Stämmen, Völkern und Sprachen; niemand konnte sie zählen. Sie standen vor dem Thron und vor dem Lamm, gekleidet in weiße Gewänder, und trugen Palmzweige in den Händen.“ (Offb 7,9)

Ein katalanischer Priester erzählte mir, dass ihm ein Bub in seiner Heimat gesagt hat: „Ich will nicht in den Himmel kommen.“ Der Priester fragte ihn: „Wieso? Was ist passiert?“ Der Bub antwortete: „Der Lehrer hat erzählt, dass man im Himmel nur „Heilig“ singt und Gott lobt. Das ist langweilig.“ Was ist der Himmel? Er beginnt schon auf der Erde, wenn Gott in einem Menschen wirkt. Nach dem Tod ist der Himmel die Vollendung des Lebens, der eigentliche Grund, warum es Menschen gibt: Himmel bedeutet ganz in der Gnade und Freundschaft Gottes stehen (vgl. KKK 1023). Es ist also nicht langweilig und öd, wie der Bub vermutete, sondern die Fülle der Freude, der Glückseligkeit, die wir uns jetzt noch gar nicht vorstellen können. Warum sollte Gott den Menschen schaffen, wenn Er ihm nicht alles schenken wollte?

Haben Sie Sehnsucht nach dem Himmel? Dann haben Sie Sehnsucht nach der Liebe Gottes. Diese Liebe ist immer Geschenk, Gnade. Wir können sie nicht verdienen. Eigentlich ist das Leben der Heiligen Antwort auf die Liebe Gottes. Wenn ein Mensch die Liebe Gottes erkannt hat, hat er Gott schon die Tür geöffnet. Wie sagt der heilige Benedikt über die Liebe Gottes? „Wer im klösterlichen Leben und im Glauben fortschreitet, dem wird das Herz weit, und er läuft in unsagbarem Glück der Liebe den Weg der Gebote Gottes.“ (RB Prol 49) Er spricht davon im klösterlichen Leben, aber genauso kann man es auf das Leben jedes Menschen beziehen: das unsagbare Glück der Liebe auf dem Weg der Gebote Gottes. Das ist der Himmel und das ist Heiligkeit. Amen.

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