Wichtige Botschaften erklärt Jesus Christus gerne bei alltäglichen Gelegenheiten. Das Essen ist ein solche Gelegenheit: Er wäscht den Jüngern die Füße beim Letzten Abendmahl. Die Sünderin salbt Ihm als Zeichen der Reue die Füße, während Er zu Tisch liegt. Es war im Römischen Reich Brauch, liegend zu essen.

Heute nützt Er ein Festessen, um eine wichtige menschliche Einstellung zu vermitteln. Jesus beobachtet die Menschen, die sich auf die ersten Plätze drängen. Will Er gutes Benehmen lehren? Er weist auf etwas Tieferes hin: „Wer sich selbst erhöht, wird erniedrigt, und wer sich selbst erniedrigt, wird erhöht werden.“ (Lk 14,11) Diese Aussage ist sprichwörtlich geworden. Am letzten Sonntag haben wir eine ähnliche Variante gehört: „Da sind Letzte, die werden Erste sein, und da sind Erste, die werden Letzte sein.“ (Lk 13,20) Der Evangelist Lukas legt uns diese prägnanten Worte vor. Es war ihm offenbar ein Anliegen. Er war ja selbst in einem dienenden Beruf tätig. Als Arzt versuchte er den Menschen zu helfen, der Patient stand im Mittelpunkt, nicht er als Fachmann. Er suchte nicht seinen eigenen Ruhm, sondern die Gesundheit der Menschen, die sich ihm anvertrauten.

In dieser Einstellung eiferte er Christus nach, der als Gottes Sohn in einer Krippe zur Welt kommt und sein irdisches Leben am Kreuz opfert: „Je größer du bist, umso mehr demütige dich und du wirst vor dem Herrn Gnade finden!“ (Sir 3,18)

Wir stehen in der Entwicklung der Menschheit an einem besonderen Punkt: So viel können wir technisch erreichen, wir können auf den Mond fliegen und in die Tiefen des Meeres tauchen. Wir telefonieren über Kontinente und haben große Bibliotheken. Und eines bleibt das Wichtigste – in der Nähe und der Entfernung: Wie nehme ich den anderen Menschen wahr? Welche Einstellung habe ich zum Leben, zur Schöpfung, zu mir selbst? Spielt Gott eine Rolle in meinem Leben? Oder bin ich im Mittelpunkt? Wie lästig ist ein Verhalten von Menschen, die nur über sich selbst erzählen, sich selbst ins Zentrum setzen! Wie erfrischend sind Menschen, die verstehen, dem Anderen beizustehen, ihm im Wachsen zu helfen. Wie kann man diese Einstellung erreichen? Eine Hilfe ist das Staunen über das Schöne, das Großartige, was uns umgibt. Als Forscher wird man demütig. Zuerst wird man vielleicht stolz, wenn man bedenkt, was man erreichen kann, aber dann beginnt man, in die Tiefe zu schauen und die Höhen zu erkennen und beginnt zu staunen, wie im Gloria wir heute gesungen haben: staunen nur kann ich und staunend mich freuen. So sagte der Nobelpreisträger (1932) und deutsche Forscher Werner Heisenberg (1901-1976): „Der erste Trunk aus dem Becher der Naturwissenschaften macht atheistisch, aber auf dem Grund des Bechers wartet Gott.“ Das Staunen ist ein Zeichen der Demut, weil man das Größere wahrnimmt, das nicht von einem selbst abhängt. Das Lied, das wir heute gesungen haben, bringt es zum Ausdruck (GL 381). Wir sehen die Schönheit der Schöpfung und noch mehr die Großartigkeit der Gedanken Gottes in Seinem Gesetz des Guten, das Er in uns gelegt hat. Keine stolze Welt soll uns davon abhalten, in den guten Händen Gottes zu bleiben. Amen

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