Wir kennen diese besondere Stelle im Lukasevangelium: „Ich bin gekommen, um Feuer auf die Erde zu werfen. ... Meint ihr, ich sei gekommen, um Frieden auf der Erde zu bringen?“ (Lk 12,49.51) Sie bleibt jedes Mal überraschend, wenn nicht sogar verstörend. Wie passt diese Aussage zu Christus, der den Jünger den Frieden verspricht – ganz im Gegensatz zu den Konflikten der Welt: „Frieden hinterlasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch; nicht, wie die Welt ihn gibt, gebe ich ihn euch.“ (Joh 14,27) Steht das im Einklang miteinander?

Gleich zu Beginn fällt auf, dass Jesus von Feuer spricht. In der Hl. Schrift ist es ein Zeichen der Gegenwart Gottes: Der Dornbusch brennt in der Wüste und Gott offenbart sich dort dem Mose. Er begleitet sein Volk als leuchtende Säule durch die Wüste in das Gelobte Land. Gott, der Heilige Geist wird in Jerusalem gegenwärtig – „in Zungen wie von Feuer“ (Apg 2,3). So schreibt Lukas in der Apostelgeschichte, der auch das heutige Evangelium verfasst hat.

Christus bringt Gottes Gegenwart auf die Erde, unter die Menschen, nicht durch heilige Schriften oder durch Denkmäler, sondern in Seiner Person. In Jesus Christus ist Gott auf die Welt gekommen.

Das erregt nicht nur Zustimmung. Erinnern wir uns an die Erweckung des Lazarus. Obwohl alle dieses Wunder miterleben konnten, beschloss der Hohe Rat, Jesus zu beseitigen.

Der Glaube erregt Widerspruch. Damit müssen wir Christen rechnen. Das Leben der Märtyrer ist ein deutliches Zeugnis dafür. Am 14. August gedachten wir des Hl. Maximilian Kolbe, der als Franziskaner mit seinen Mitbrüdern im KZ Ausschwitz gefangen gehalten wurde. Sein Leben opferte er für Christus auf, den er in einem Familienvater erkannte, der zum Tod verurteilt worden war.

Wie können wir Christen auf den Widerspruch reagieren? Ist Gewalt eine Antwort? In der ersten Lesung haben wir von Jeremia gehört, der die Juden zu Verhandlungen, nicht zum Krieg aufgerufen hatte. Er wurde dafür in die Zisterne geworfen, weil man ihm vorwarf, dem Kampfgeist der Soldaten zu schaden: „denn er lähmt die Hände der Krieger,

die in dieser Stadt übriggeblieben sind, und die Hände des ganzen Volkes, wenn er solche Worte zu ihnen redet.“  (Jer 38,4) Er blieb dabei, dass man mit den übermächtigen Babylonieren verhandeln und nicht das Leben der Menschen in falschem Mut aufs Spiel setzen sollten.

Der Hl. Paulus gibt den Ephesern eine Antwort auf die Frage, was sie dem Bösen entgegensetzen sollen: „Darum legt die Waffenrüstung Gottes an, damit ihr am Tag des Unheils widerstehen, alles vollbringen und standhalten könnt! Steht also da, eure Hüften umgürtet mit Wahrheit, angetan mit dem Brustpanzer der Gerechtigkeit, die Füße beschuht mit der Bereitschaft für das Evangelium des Friedens. Vor allem greift zum Schild des Glaubens! Mit ihm könnt ihr alle feurigen Geschosse des Bösen auslöschen. Und nehmt den Helm des Heils und das Schwert des Geistes, das ist das Wort Gottes! Hört nicht auf, zu beten und zu flehen! Betet jederzeit im Geist; seid wachsam, harrt aus und bittet für alle Heiligen.“ (Eph 6,13-18) Wahrheit, Gerechtigkeit, Glaube sind die Boten des Friedens. Amen.

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