Können Sie sich an die Momente erinnern, wo Sie gespürt haben, dass Ihr Leben von Bedeutung ist? Die erste Aufmerksamkeit erfahren wir von unseren Eltern. Als kleines Kind hat man eine eigene Sprache, die unsere Eltern mit uns gelernt haben. Damit brachten sie uns ihre Sprache bei. Wichtig ist für jeden das Gefühl: „Ich werde wahrgenommen.“ Und die Erkenntnis: „Mein Leben ist wichtig.“

Wann waren diese Augenblicke in meinem Leben, dass ich erkannt habe, dass mein Leben wichtig, dass ich eine Lebensaufgabe habe?

Elisabeth sagt es zu Maria: „Gesegnet bist du unter den Frauen

und gesegnet ist die Frucht deines Leibes.“ (Lk 1,42) Das war in den Bergen von Judäa. Maria besuchte ihre Tante, um ihr beizustehen, die mit Johannes schwanger war. Sie blieb bei ihr bis zur Geburt, selbst schon in guter Hoffnung.

Wenn ein Mensch wahrnimmt, dass das, was er tut, wichtig ist, beginnt er zu strahlen. Man merkt es in seinen Augen: es Tränen der Rührung sein, ein Leuchten der Freude, ein nachdenklicher Blick.

Ich habe noch vor Augen, was ich bei einem Pfarrfest in Ghana erlebt habe. Eine Gruppe von Korneuburgern, Klein-Engersdorfern und Wienern war diesen August in Ghana. Das Land liegt in Westafrika am Atlantik. Etwa 60% sind Christen, davon 13% Katholiken. Wir waren in der Heimatpfarre des ehemaligen Kaplans von Korneuburg Emmanuel Mawusi zu Gast. Zuerst feierten wir gemeinsam die Hl. Messe. Die afrikanischen Rhythmen waren beschwingt und fröhlich, so dass die zweistündige Feier gar nicht so lang wirkte. Danach waren wir zu einem Essen unter den Bäumen vor der Kirche eingeladen. Die Kinder präsentierten traditionelle Tänze.

Etwas abseits in der Nähe des Tisches der Gäste saß ein junger Mann auf dem Boden mit einer Tasse von grünen Kokusnüssen und öffnete sie für uns. Ich interessierte mich dafür, weil ich das noch nie gesehen hatte. Er legte eine Kokusnuss in die Hand und schlug mit der Machete gekonnte darauf ein, dass er sie in wenigen Sekunden trinkfertig machte. Er hieß Godwin, er war 18 Jahre alt. Ich fragte ihn nach den Bäumen, auf denen die Kokusnüsse wachsen. Zuerst zeigte er mir ein paar Bäume neben der Kirche und dann, voller Freude, die hohe Palme im Garten seiner Großmutter. Geschickt kletterte er über 20 m in die Höhe, die Machete in der langen Hose, und erntete die Nüsse für uns, so dass sie munter zu Boden fielen.

Mir ist noch das freudige Lächeln in Erinnerung, als er uns sein Können und den Garten seiner Großmutter zeigen konnte.

Diese Momente braucht jeder im Leben, weil sie ihm zeigen, dass er wichtig ist. Auch wenn man am Rand eines Festes eine Aufgabe hat, sie gehört zum Ganzen, das dadurch seinen Glanz bekommt.

Maria hatte diese besondere Aufgabe, Gottesmutter zu werden. Es muss ein besonderer Moment in ihrem Leben gewesen sein, als sie der Engel fragte, ob sie bereit wäre. Sie war ein einfaches Mädchen. Durch die Botschaft des Engels erfuhr sie ihre Bedeutung, und sie sagte Ja. Ihr Sohn war Gott selbst, der durch sie Mensch geworden ist, der ewige Gott, der in die Zeit eintrat, Jesus Christus. Die größte Ehre, die sie erfuhr, war, dass sie auch an Seiner Auferstehung teilhaben durfte. Maria ist der erste Mensch, der mit Leib und Seele – wie Christus - auferstanden ist. Sie wurde dazu berufen, um uns zu zeigen, was auch unsere Berufung ist, mit Christus die Auferstehung an Leib und Seele zu erleben: „Gesegnet bist du unter den Frauen und gesegnet ist die Frucht deines Leibes.“ Amen

https://youtube.com/shorts/o6DWFjzwQWQ?feature=share

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