Zweiter Fastensonntag C

Liebe Schwestern und Brüder, versammelte Gemeinde!

Mit Abraham schließt Gott einen Bund. In einem gewaltigen Zeichen besiegelt er diesen Bund zwischen Gott und Mensch. Er nimmt das Opfer des Abraham an. Doch wir wissen: Dieser Bund mit Abraham war ein vorläufiger. Den neuen und ewigen Bund schließt Gott mit den Menschen in seinem Sohn Jesus Christus. In einem ebenso gewaltigen Zeichen, der heiligen Eucharistie. Wohl nicht begleitet von so großen Bildern wie ein rauchender Ofen oder eine lodernde Fackel, aber in einer großartigen Verwandlung der einfachen Gestalten von Brot und Wein in Leib und Blut des Herrn und Gottessohnes Jesus Christus. 

Der Bund mit Abraham war ein Vorausbild auf den neuen und ewigen Bund. Abraham glaubte Gott, und der Herr rechnete ihm dies als Gerechtigkeit an. Abraham spricht Gott mit Herr an. Er ist sein Knecht, nicht sein Sohn. 

Auch Petrus, Jakobus und Johannes werden Zeugen eines gewaltigen Zeichens. Jesus wird verklärt, leuchtend weiß, bei ihm sind Mose und Elija. Und angesichts der großartigen Schauung will Petrus drei Hütten bauen. Dass Petrus hier einen Irrtum begeht, berichtet uns schon der Evangelist: "Er wußte nicht, was er sagte." 

Aber worin besteht der Irrtum des Petrus? Ist es nur die - uns Menschen durchaus eigene - Haltung, einen "perfekten Augenblick" festhalten zu wollen? Ist es nur die Versuchung, sich hier "wohnlich einzurichten", wo der Herr ist, wo die Propheten sind, wo auf einmal alles klar wird, was ihnen Jesus zuvor schon immer und immer wieder in seinen Predigten und Unterweisungen nahe bringen wollte?

Der Irrtum des Petrus geht noch viel weiter - und es ist ein Irrtum, der uns auch heute immer wieder begegnet und es damit auch der Kirche schwer macht, die Menschen mit ihrer Botschaft zu erreichen. 

Wenn Petrus hier von drei Hütten spricht, so meint er letztlich "Lehrhütten" Also kleine Häuser, wo Mose, Elija und Jesus dann wohnen, ihre Schüler empfangen, sie lehren. Dies war im Judentum durchaus üblich. Auch von Jesus hören wir, wie er seine Jünger "im Haus" unterweist. Und mit diesem Ansinnen des Petrus unterliegt er dem Irrtum, in Mose, Elija und Jesus drei gleichgestellte Persönlichkeiten, drei Lehrer von gleichem Rang vor sich zu haben. Es ist genau der Irrtum, der auch heute weit verbreitet ist. Da wird der Herr und Gottessohn Jesus Christus auf die gleiche Stufe herabgewürdigt wie Buddha oder Mohammed, da sprechen große Philosophen von einer "Achsenzeit", in der die großen Religionsstifter aufgetreten sind, als ob es keinen Unterschied machen würde, ob man sich zu Buddha, zu Jesus oder zu Mohammed bekennt. Und oftmals wird in diesem Zusammenhang noch die Ringparabel aus Lessings Nathan zitiert, wo der Vater, um seine Söhne gleich zu behandeln, von seinem Ring zwei Fälschungen anfertigen läßt. Wohlgemerkt: Es bleibt immer noch ein echter Ring, zwei sind nachgemachte Fälschungen!

Gott selbst klärt den Irrtum des Petrus auf! "Das ist mein auserwählter SOHN, auf ihn sollt ihr hören!"  - Es geht nicht mehr um einen Knecht, um einen Propheten. Hier steht der SOHN GOTTES vor uns. Nicht irgendein Religionsstifter, sondern Gott selbst. Er, dem es zusteht, mit "Herr" angesprochen zu werden. Er, der den neuen und ewigen Bund mit seinem Blut besiegelt. Propheten sind viele in Jerusalem zu Tode gekommen. Aber nun ist der Sohn Gottes da, sein Reich bricht an, er geht den Weg hin nach Jerusalem, um den neuen und ewigen Bund zu stiften. 

Bitten wir den Herrn, dass wir dies stets neu erkennen. Bitten wir, dass wir uns nicht verwirren lassen von der Gleichmacherei unserer Tage, die von Esoterik bis zu den verschiedenen Weltreligionen alles auf die gleiche Stufe stellt. 

Es geht um Gott selbst. Es geht um den Aufruf des Paulus: "Steht fest in der Gemeinschaft mit dem Herrn!"

Amen.

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