Zweite Sonntag im Jahreskreis C - 17. Jänner 2016
Liebe Schwestern und Brüder!
Drei Festgeheimnisse beinhaltet an sich das Fest der Erscheinung des Herrn, dass wir am 6. Jänner gefeiert haben: die Erscheinung des Herrn als kleines Kind vor den Sterndeutern, die Offenbarung als Gottessohn bei seiner Taufe und sein erstes Wunder bei der Hochzeit zu Kana.


Dass diese Geheimnisse über die zwei auf Epiphanie folgenden Sonntage noch aus gefaltet werden, ist einerseits ein Hinweis darauf, dass die Weihnachtszeit vor der Liturgiereform bis zum Fest der Darstellung des Herrn reichte, andererseits eine Hilfe für uns, auch die beiden anderen Inhalte des Epiphaniefestes genauer betrachten zu können. So haben wir vor einer Woche die Taufe des Herrn betrachtet, und können heute mit ihm nach Kana im Galiläa gehen, wo er sein erstes Wunder wirkt. Er erweist sich damit als Sohn Gottes, der in göttlicher Vollmacht handelt. Es gibt nichts herumzudeuten an diesem Wunder! Gott hat die Macht über die Elemente! Trauen wir Gott nicht zu, dass er aus Wasser Wein machen könnte? Wie steht es um unseren Glauben?
Natürlich regt sich in uns so mancher Gedanke, warum gerade dieses Wunder? So manchem Asketen oder Antialkoholiker stößt es sauer auf, dass Jesus hier sein produziert! So manchem, der das Christentum nur als Sammlung von Geboten und Vorschriften sieht, ist es unverständlich, dass Jesus sich um die Freude der Hochzeitsgäste sorgt. All diesen Grüblern sei das Wort unseres Papstes Franziskus ins Stammbuch geschrieben: "Manche Christen kommen daher wie eine in Essig eingelegte Pfefferoni!" Dass es damit schwer ist, die Botschaft des Evangeliums als eine Botschaft der Freude zu verkünden, ist offensichtlich!
Gott denkt anders! Ihm sind die Sorgen der Menschen nicht fremd. Und er rettet das Hochzeitsfest durch das erste öffentliche Wunder. Es wäre eine Schande für die Brautleute gewesen, hätte man plötzlich nichts mehr zu trinken gehabt.
Und auch dieses einfache Wunder lässt uns eine großartige Lehre des Herrn erkennen: aus dem, was wir Menschen leisten können, macht er das Große. Aber er will uns Menschen dazu brauchen. Er hätte ohne Probleme auch in leeren Fässern Wein hervorbringen können. Aber er wollte, dass die Diener etwas tun. Und ein zweites: die selige Jungfrau Maria erweist sich als Fürbitterin bei ihrem Sohn!
So können wir vieles aus diesem ersten Wunder lernen. Wir dürfen Diener der Freude sein! Wir können unseren Beitrag dazu leisten, dass Gott auch heute Wunder wirkt! Und wir können uns immer neu auf die Fürsprache der Heiligen Jungfrau verlassen.
Amen.

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 button praedicatio; Till Magnus Steiner;

 

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