Jesus verkündete nicht allein. Er gab den Aposteln und heute vielen Jüngern den Auftrag, das Evangelium zu verkünden. Das war und ist eine große Verantwortung. Wie wir gehört haben, heißt verkündigen: einen Inhalt weitergeben und ebenso danach zu leben. Die Jünger sollen nicht anspruchsvoll sein, sondern essen und trinken, was man ihnen anbietet (Lk 10,7,). Ihr Auftrag ist, den Menschen zu dienen, indem sie die Kranken heilen und Frieden bringen. Das körperliche und das geistliche Wohl sind miteinander verbunden. Dieses Zeugnis gab die christliche Mission immer – auch wenn es Verirrungen gab, wenn Herrscher die Religion als Machtinstrument missbrauchen wollten. Die kirchlichen Krankenhäuser und Schulen in der ganzen Welt zeigen ein Netzwerk der Liebe. Wohlhabende Diözesen im deutschen und US-amerikanischen Raum finanzieren Hilfsprojekte in armen Ländern. Durch den Kontakt mit anderen Kulturen werden wir bereichert, erkennen neu den Wert des Glaubens an Jesus Christus, der uns mit Menschen in der ganzen Welt verbindet. Wohlstand ist nicht ein Recht, sondern ein Auftrag. Vor kurzem ist ein Buch eines italienisch-österreichischen Ehepaars erschienen, die in der Pension bzw. kurz davor als Pfleger nach Benin und Madagaskar gegangen sind und 16 Jahre in entlegenen Gegenden für die Menschen gesorgt haben („Lepra, Ahnenglaube und Krokodile“, Caruso, Elisabeth / Caruso, Enzo). Sie berichten, dass sie im Volk der Bara in Madagaskar einen Ein-Gott-Glauben vorfanden. Das Volk der Bara verehrt den Schöpfergott Zanahary, dem sie Dankofper, nämlich Rinder, darbringen. Sie verehren die Ahnen, achten ihre Vorfahren. Die beiden Europäer bauten mit Spenden aus der Heimat eine Krankenstation und eine Schule auf. Die Menschen begannen sich für den christlichen Glauben zu interessieren, indem sie freiwillig am Gebet der beiden teilnahmen, einfach in die Kirche schauten, als sie beteten. Zu Weihnachten zeigte sich auch konkret, was Glaube und Leben miteinander verbindet: Die Dorfbewohner führten ein Krippenspiel in der Kirche auf und davor behandelten die beiden Pfleger einen Mann, dessen Bein von einem Krokodil schwer verletzt worden war.

Die Zahl der Jünger, die Jesus aussandte, deutet auf die Achtung gegenüber den Völkern und ihrem geistigen Schatz hin. Als die Bibel im 1. Jh. v. Chr. ins Griechische übersetzt wurde, waren damit 72 Gelehrte in Alexandrien beschäftigt. Sie wollten mit der Übersetzung in die moderne griechische Kultur auch die Gemeinsamkeiten mit den Gedanken der griechischen Philosophen zeigen, die den Polytheismus kritisch hinterfragten und das gedeihliche Zusammenleben der Menschen thematisierten. Diese Übersetzung wurde deshalb Septuaginta (70) genannt, wobei 72 ein Vielfaches der 12 Stämme Israels symbolisiert.

„Das Reich Gottes ist nahe.“ Das ist die wichtige Botschaft des Friedens, die Christus durch seine Jünger, durch uns bringt. Dort, wo wir Gott wirken lassen, wird der Friede herrschen, den Er uns schenken will.

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