In der heidnischen Antike spielte das Standesdenken eine große Rolle. Aufgrund ihrer Geburt waren in Rom Plebejer und Patrizier klar voneinander getrennt. Rechtliche Bestimmungen regelten Vorrechte und Benachteiligungen der Stände.

Wir können uns vorstellen, welche Befreiung die einfache Botschaft Christi brachte: Alle Menschen haben e i n e n Vater im Himmel, der sie geschaffen und berufen hat. Deshalb reiht sich Jesus in die Menge der Menschen ein, die sich von Johannes im Jordan taufen ließen.

Jesus ist ohne Sünde. Wozu braucht der dann die Taufe? Jesus Christus zeigt, dass Er die Sünden aller auf sich nimmt. Die zweite „Taufe“ ist seine Kreuzigung. Er trägt mit Seinem Tod allen Schmutz, alles Trübe, alle Verlogenheit und alle Sünde ans Kreuz. In Seiner Kraft werden wir erlöst. Deshalb kann Jesus der Kirche die Vollmacht geben, in Seinem Namen Sünden zu vergeben.

Der Hl. Petrus spürte diese Kraft Christi. Aber erst langsam erkannte er, dass sie nicht nur für die Juden, sondern auch für die Heiden galt. In Caesarea am Mittelmeer war die Hauptgarnison der römischen Truppen, die Israel beherrschten. Dorthin wurde Petrus vom Hl. Geist geführt. Er sollte den Hauptmann Kornelius taufen. Zuerst war er skeptisch. Aber dann verstand er: „Wahrhaftig jetzt begreife ich, dass Gott nicht auf die Person sieht, sondern dass Ihm in jedem Volk willkommen ist, wer Ihn fürchtet und tut, was recht ist.“ (Apg 10,34-35) Kornelius zählte zu den Gottesfürchtigen, den Heiden, die sich schon für den Glauben des Volkes Israels interessierten. Sein ganzes Haus war schon gläubig.

Was Petrus erkannte, soll auch uns prägen. Gott sieht nicht auf das Äußere – Besitz, Herkunft, Ansehen, Stand. Was ein Mensch aus seinem Leben macht, ob er gottesfürchtig und gerecht ist, darauf kommt es an.

In unserer Gegend südlich der Donau wirkte 4 Jahrhunderte später der Hl. Severin, ein Mönch. Er gründete ein Kloster in Mautern am Südufer der Donau, als die Germanen die römische Provinz Noricum bedrohten. Severin half der romanischen Bevölkerung in der Not, er war ein vielgeachteter Mann, kannte das Gleichgewicht von Rückzug und Aktivität. Man vermutet, dass er aus einer vornehmen Familie stammte. Aber Severin erklärte auf die Frage seiner Herkunft: Wenn du siehst, dass ich Unwürdiger mich wahrhaft danach sehne, mit der Hilfe Christi gute Werke zu vollbringen, wozu musst du dann mein irdisches Vaterland kennen? Darauf kommt es an.

Am Fest der Taufe des Herrn gleich am Ende der Weihnachtszeit erinnern wir uns an unsere eigene Taufe. Was hat sie bewirkt? Wir haben in reichem Maß den Heiligen Geist empfangen. So wie Er auf Christus herabgekommen ist, hat er uns die Menschenliebe Gottes gezeigt. Seine Kraft, Seine Gnade richtet uns innerlich auf Gott hin aus. Durch Ihn erben wir das ewige Leben, das wir erhoffen (Tit 3,7). Zählt das nicht mehr als äußerer Ruhm?

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