"Sie sehen mit eigenen Augen, wie der Herr nach Zion zurückkehrt". - von Wächtern spricht der Prophet Jesaja, die den Jubel anstimmen. Vom Herrn und Gott, der tröstet und erlöst. 

Durch die Propheten hat Gott zu den Vätern gesprochen, jetzt aber spricht er uns an durch seinen Eingeborenen Sohn - so bringt uns der Hebräerbrief das Weihnachtsereignis und die Erlösungstat Christi heute nahe.

Wie schnell verklingt doch der Jubel in unseren Zeiten! Während wir bereits über Wochen und Monate die Weihnachtslieder aus den Lautsprechern dröhnen hörten, rüsten die Geschäfte ab dem ersten Arbeitstag nach Weihnachten schon wieder um - auf Neujahr oder schlimmstenfalls auf den Osterhasen! 

Und seit Mitte November flatterten Einladungen zu Weihnachtsfeiern in meinen Postkasten. Jetzt, wo es wirklich endlich Weihnachten ist, will es offenbar niemand mehr feiern...!

Wie können wir also den wahren Jubel, die wahre Weihnachtsfreude weitertragen, hineintragen in das ganze Jahr? Wie können wir dafür sorgen, dass der Herr Jesus Christus, das fleischgewordene Gotteswort wieder im Bewusstsein unserer Mitmenschen ankommt?

Ich denke dabei an ein legendär gewordenes Wort der seligen Mutter Teresa von Kalkutta, als sie von einem Journalisten gefragt wurde, was sich denn in der Kirche von heute ändern müsse. "Sie und ich", war ihre einfache und bescheidene Antwort!

Wir müssen also bei uns selbst anfangen. Blicken wir auf die Krippe. Schauen wir auf das Ereignis von Betlehem. Beugen wir das Knie vor dem großen Wunder, der Gegenwart Gottes in unserer Welt. 

Eines Gottes, der uns so reich beschenkt. Der uns seinen Sohn gibt als Retter der Welt. Nicht allein in der heiligen Nacht, damals in Betlehem, sondern in jeder Eucharistiefeier! Nehmen wir uns erneut vor, dieses unvergleichliche Geschenk auch anzunehmen, mit reinem Herzen, in der richtigen Vorbereitung durch Beichte und den klaren Glaubensakt: Ja, Herr, du bist da, du kommst zu mir im Brot des Lebens, du willst mit mir gehen.

Pflegen wir wieder treu das Gebet des Engel des Herrn, an den uns das Geläute der Kirchenglocken dreimal am Tag erinnert, der uns das ganze Heilsgeheimnis vor Augen stellt und die Worte des Prologs des Johannesevangeliums zitiert als Grundlage unseres Glaubens und unserer Hoffnung: "Das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt.

Amen.

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 button praedicatio; Till Magnus Steiner;

 

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