Liebe Schwestern und Brüder im Herren!

Noch einmal tritt heute Johannes der Täufer in den Mittelpunkt. Hat er uns in der letzten Woche dazu aufgerufen, die Wege des Herrn zu bereiten, so räumt er heute mit Missverständnissen auf.

"Ich taufe nur mit Wasser" - dieser Satz klingt so einfach und nebensächlich. Doch er ist unsagbar wichtig! Er bewahrt uns vor einem falschen Verständnis unserer Sendung und Berufung. Er bewahrt uns davor, in anderem die Erlösung zu suchen als im Herrn Jesus Christus. Beide Aspekte sind gerade in der Zeit des Advent sehr wichtig. Gott selbst ist am Handlung. Wir können dieses Handeln Gottes ermöglichen, vorbereiten, den Menschen Auge und Herz dafür öffnen. Aber wir sind es nicht selbst, die die Welt erlösen. 

Dies darf uns immer neu bewusst werden. Denn dieses Bewusstsein bewahrt uns davor, unser menschliches Denken, unsere menschliche Vernunft, unsere Erfahrung als höchste Instanz zu betrachten. Denn wir müssen doch zugeben, dass unsere Erfahrung sehr subjektiv geprägt ist. Wie oft erscheinen Dinge aus ihrer Betrachtung ganz anders als aus der Distanz. Wie oft leer uns die Zeit, so manches völlig neu und anders zu betrachten! Doch Gott ist immer der selbe. Hätten Sie hier so gehandelt wie er? Wären wir so wie er auf die Idee gekommen, Mensch zu werden um die Menschen zu erlösen, aus ihren Sünden, aus ihrer Blindheit, aus ihrem Unglauben? Hätten wir nicht eher dreingeschlagen, wäre nicht Vernichtung unser Ziel gewesen statt Rettung und Erlösung? 

Gott handelt anders an uns. Er handelt in seiner unendlichen Liebe. Darauf dürfen wir uns freuen, darauf dürfen wir hoffen. Und immer wieder zugeben, dass es nicht in unserer Macht liegt.

Zugleich aber dürfen wir in diesen Tagen unseren Blick reinigen. Passiert es uns nicht ebenso wie den Menschen der damaligen Zeit? Jenen, die geglaubt haben, Johannes sei der Messias? Suchen wir nicht auch Erlösung an so manchen falschen Orten? Hängen wir uns zu stark an Menschen, an Materielles, an Ideen oder Ideologien? Verwechseln wir nicht bisweilen unseren eigenen Vogel mit der Stimme des Heiligen Geistes? Verwechseln wir nicht manchmal unseren Egoismus mit der Stimme unseres Gewissens? Johannes klärt den Irrtum der Menschen auf! Er soll uns helfen, uns aus unseren Irrtümern zu befreien! Dass unser Blick klarer wird. Dass wir den Herrn in den Blick nehmen und uns auf sein Kommen freuen!

Amen.  

                    

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