5. Sonntag der Osterzeit - C - 19. Mai 2019

Noch einmal lässt uns die Leseordnung der Kirche in den Abendmahlsaal schauen. Nachdem der Verräter Jesus hinausgegangen war in die dunkle Nacht des Verrats und des beginnenden Leidens Jesu, spricht Jesus nicht von seinem Leiden, sondern von seiner Verherrlichung. Durch sein Leiden wird Gott in ihm verherrlicht. Nicht ein Gott, der von oben dreinschlägt, sondern einer, der den Weg des leidenden, des gebrochenen, geknickten menschlichen Lebens geht. Nicht ein Gott, der an den Menschen vorbei handelt und wirkt, sondern der selbst Mensch ist, den Weg des Menschen geht. 

Ein Gott, der aus Liebe zu seinen Geschöpfen so handelt. Und der will, dass diese Liebe nun überspringt auf die Seinen. Denn diese Liebe ist es, die den Jünger Christi auszeichnet, die seine Kirche zur wahren Kirche macht. 

Nicht irgendwelche „Streikaktionen“ für deren Bekanntmachung der Name der allerseligsten Jungfrau mißbraucht und ihre Bildnisse in den Schmutz gezogen werden. Nicht irgendwelche Initiativen und Protestaufrufe, sondern die Liebe Gottes zu uns, die sich in unserer Liebe zu ihm und zu den Menschen widerspiegeln soll. 

Mit dem Verrat durch Judas beginnt das Leiden Jesu, zugleich aber das Wirken der Kirche, die Verherrlichung Gottes. Es beginnt, was Johannes in seiner Offenbarung in so herrlichen Worten schildert: Ein neuer Himmel, eine neue Erde. 

Nicht mehr jene Sünden- und Todesverfangenheit einer Welt, die auf ihren Gott vergessen hat. Nicht eine in ihrer Innerweltlichkeit gefangene Gesellschaft, die nach Verleugnung aller moralischen Werte und nach totaler Gleichmacherei unter dem Deckmäntelchen einer falsch verstandenen Gleichberechtigung schreit. 

 Sondern neues Jerusalem, die Kirche aller Völker und Nationen als heilige Stadt. Nicht getrieben und geleitet von der Angst und Menschenfurcht ihrer Glieder, sondern von Gottes Liebe, von seinem Geist der Stärke und Gottesfurcht. 

Von einem Gott, der alle Tränen abwischen wird, der alles neu machen will in dieser unserer Welt. 

Das ist die Botschaft, die Paulus und Barnabas in ihre Welt hineingetragen haben, gegen alle Widerstände überkommener Vorstellungen und verhärteter Menschenherzen. 

Das ist die Botschaft, die uns aufgetragen ist. Die Botschaft einer Kirche, die sich nicht dem Druck der Medien, nicht den Mehrheitsmeinungen, sondern allein der Liebe Gottes verpflichtet weiss. 

Es ist Zeit für diesen neuen Himmel und die neue Erde, für die Heilige Stadt, das Neue Jerusalem. Öffnen wir uns dem Willen Gottes, dies zu verwirklichen. 

Amen. 

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 button praedicatio; Till Magnus Steiner;

 

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