32. Sonntag im Jahreskreis B - 11. November 2018

 

„Fürchte dich nicht!“ - ist das Schlüsselwort der ersten Lesung dieses Sonntags, aber letztlich auch das Schlüsselwort unseres christlichen Lebens!

„Fürchte dich nicht“ - sagt Elija zu jener Witwe, die er auffordert, Brot zu bringen, obwohl sie aufgrund ihrer Armut mit dem Leben abgeschlossen hatte. 

Sie folgt dem Wort des Propheten - und ihr Leben öffnet sich auf eine neue Zukunft hin. 

„Fürchtet euch nicht“, war der Wahlspruch des heiligen Papstes Johannes Paul II.  Den Jugendlichen bei den Weltjugendtreffen hat er dieses Wort entgegengerufen, besser entgegengelächelt, weil es ein Ruf der Hoffnung ist. 

Und ohne den Philosophen Bloch - den ich zugegebenermaßen nicht gelesen habe - über zu strapazieren, das „Prinzip Hoffnung“ wie er sein Buch nannte, ist ein durch und durch christliches Prinzip. Auch die Witwe des Evangeliums folgt diesem Prinzip. Mit dem wenigen, was sie geben kann, tritt sie ein für diese Hoffnung auf den Gott ihrer Väter. Mit dem wenigen, was sie geben kann, tut sie unendlich mehr als die Reichen, deren Gabe höchstens die Oberfläche ihres Besitzes ankratzt. Mit dem Opfergroschen, der ihr gesamtes Erspartes bedeutete gab sie so viel von sich selbst, wie es denen nur fremd sein musste, die eben dem Gesetz folgend einen kleinen Betrag spendeten. 

Und damit wird dieser Opfergroschen zum Sinnbild für das eigene Ich, für das eigene Leben. Bin ich als Christ wirklich bereit, das ganze Leben - egal wie klein und armselig es mir vielleicht erscheinen mag, einzusetzen für diesen Gott meines Lebens? Bin ich bereit, alles zu geben, um dem „Prinzip Hoffnung“ zu folgen, weil dieser Gott, auf den ich vertraue, alles im reichen Maße für mich bereit hält?

Oder zähle ich zu jenen, deren Gehabe Jesus heute anprangert, deren Spende oberflächlich ist, die also nicht bereit sind, sich selbst einzusetzen für diese Hoffnung auf die Zukunft des Gottesreiches. Gehöre ich vielleicht zu jener Menschengattung, die bei allem, was sie tun und geben, sofort oder sogar zuvor die Frage stellen: „Was springt für mich dabei raus? Welchen Vorteil habe ich davon?“

Denn nicht aus der Oberflächlichkeit eines säkularisierten und angepassten Christentums, sondern aus der Tiefe der Lebenshingabe, egal in welchem Stand wir auch immer von Gott her berufen sind, kann der Same der Hoffnung in unserem Leben zu neuer Blüte aufkeimen. „Fürchte dich nicht“, sagt uns der Prophet auch heute. Fürchte dich nicht, alles für Gott einzusetzen, weil du umso mehr, ja unendlich mehr von ihm geschenkt bekommst. 

Amen. 

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