21. Sonntag im Jahreskreis B - 26. August 2018

„Wollt auch ihr weggehen?“ - Diese Frage brennt den Jüngern unter den Nägeln. Und auch uns. Und es liegt daran, nachzudenken, welche Antwort wir ganz persönlich dem Herrn geben können. Ebenso stellt sich die Frage, welche Antwort unsere Zeit, unsere Gesellschaft auf diese Frage gibt. 

Denn vieles, das uns der Herr - und in seinem Auftrag unsere Mutter Kirche - sagt oder sagen will, erscheint heute unerträglich. Dass die Kirche immer noch an dem Grundsatz festhält, Ungleiches auch ungleich zu behandeln, wird von jenen, die für andere Partnerschaftsmodelle, egal in welcher Konstellation Mann und Frau oder zwei Partner gleichen Geschlechts zueinander stehen, die selben Rechte wie für die Ehe unter Mann und Frau einfordert, als unerträglich empfunden. Und dass die Kirche sich anmaßt, die Würde des Lebens zu verteidigen, jene des ungeborenen Kindes ebenso wie jene des alten und kranken Menschen, wird von jenen als unerträglich angesehen, die dem Wahn der totalen Selbstbestimmung verfallen sind und ihre letzten moralischen Prinzipien auf dem Altar des Egoismus geopfert haben. Vieles in der Lehre des Herrn und seiner Kirche ist unerträglich, weil der menschliche - irdische - eng begrenzte Maßstab unserer Welt und Gesellschaft angelegt wird. Sogar kirchliche Würdenträger tappen in diese Falle, wenn sie merken, mit dem Wort des Herrn, mit der Lehre der Kirche nicht gut anzukommen, auf Widerstand zu stoßen, ja nicht mehr als „Sunnyboy“, sondern als „Minus-Mann“ da zu stehen. 

Und weiters erkennen wir die nicht geringe Zahl derer, die einfach so der Kirche den Rücken kehren, durch Kirchenaustritt. Jeder einzelne Fall schmerzt - und das nicht, weil uns damit Kirchenbeitragsgeld entgeht! Sondern weil es um den Menschen geht. Um jeden einzelnen. 

Betrachten wir, was Petrus auf die Frage des Herrn „Wollt auch ihr weggehen?“ antwortet:  „Herr, wohin sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens“.

Ich glaube, dass sich die Menschen unserer Zeit über das „Wohin“ gar keine Gedanken machen. Die „Welt“ bietet soviele Alternativen. Ein Leben ohne das Regelwerk der Kirche scheint doch immens einfach! Keine Institution, die ständig ein schlechtes Gewissen macht, wenn schon die dritte Ehe zu Bruch gegangen ist, wenn ein „ungewolltes“ Kind unterwegs ist, das man doch „so einfach“ loswerden kann….

Doch die Alternativen dieser Welt sind - näher betrachtet - keine Alternativen, sondern faule Kompromisse mit dem eigenen Egoismus und der Blindheit gegenüber der Wirklichkeit. Die Alternativen der Welt beziehen sich auf die kurze und überschaubare Zahl menschlicher Lebensjahre in dieser Welt. Und dann? Was kommt danach? Lehnen wir die Botschaft des Herrn, dass er uns Leben in Fülle - weit über die Grenzen dieser Welt hinaus - schenken will, ab?

Petrus weiss, was er sagt: „Wohin sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens!“ - Das ist der Schlüssel für die rechte Entscheidung. Weg von der Kurzsichtigkeit innerweltlichen Denkens, weg vom Egoismus einer selbstbestimmten Lebensgestaltung, die über Leichen geht, hin zum Blick auf das Große und das Ganze. Zum Blick auf den Herrn, der die Grenzen all dessen sprengt, das uns auf Erden einengt und niederhält. Denn in Wahrheit ist es umgekeht: Nicht die Lehre des Herrn und der Kirche schränken uns ein in unserer Freiheit, sondern wir nehmen uns diese Freiheit, wenn wir uns den Zwängen unserer Gesellschaft, des Popularismus, der Mode und des Mainstream unterwerfen, den Götzen unserer Zeit sozusagen. Die Aussage des Josua gilt auch heute: „Entscheidet euch heute, wem ihr dienen wollt: den Göttern, denen eure Väter jenseits des Stroms dienten, oder den Göttern der Amoriter, in deren Land ihr wohnt. Ich aber und mein Haus, wir wollen dem Herrn dienen.

Beten wir zum Herrn um die Kraft, so zu antworten wie das Volk Israel: „Das sei uns fern, dass wir den Herrn verlassen und anderen Göttern dienen.“

Amen. 

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