15. Sonntag im Jahreskreis B - 15. Juli 2018

Brüder und Schwestern, versammelte Gemeinde!

Den Maulbeerfeigenbauern und Viehzüchter Amos beruft Gott zum Propheten. Die einfachen Fischer und Handwerker sendet Christus aus, das Reich Gottes zu verkünden. In Einfachheit und Bescheidenheit, wie das Evangelium heute berichtet. 

Gilt das nur für diese Gnadenzeit des irdischen Lebens Jesu? Oder gilt dies auch für die Verkünder des Evangeliums von heute, für den Papst, die Bischöfe, die Priester, die Diakone? Haben wir uns da von der Botschaft Jesu und von seinem Auftrag entfernt? Wenn wir an die komplexen kirchliche Strukturen denken, an den Vorwurf des Reichtums der Kirche, müssen wir diese Frage vorerst bejahen.

Und doch, wir wissen um jene in der Kirche, die diesen Auftrag ernst genommen haben und ernst nehmen: Franziskus, Mutter Theresa, Maximilian Kolbe, Johannes XXIII, Sr. Restituta Kafka, Ladislaus Batthyany Strattmann. Alle diese haben sich innerlich - und zu Teil auch äußerlich - frei machen können, haben auf ihre Weise den Weg unter dem Ruf Jesu angetreten, ohne Wanderstock, ohne Vorratstasche. Und wir sehen es auch beispielhaft an unserem jetzigen Papst Franziskus. Nicht allein, dass er den Namen des Franz von Assisi angenommen hat, seine Hinwendung zu den Armen, zu denen, die am Rand stehen, kann nur dann verstanden und gelebt werden, wenn wir auch an der großen inneren Freiheit Maß nehmen, die Papst Franziskus lebt. 

Es tut uns als Kirche gut, auf dieses Evangelium zu schauen und auf die Menschen, die es in allen Zeiten der Kirche verwirklichen konnten. Es tut uns gut, nachzudenken, wie wir - jeder einzelne - und als Kirche im Gesamt innerlich frei werden können, um den Auftrag des Herrn besser, treuer und wahrhaftiger zu erfüllen. 

Denn die innere Freiheit ist es, die Jesus den Jüngern hier mit auf den Weg gibt. Dass sie nicht gebunden sind an anderes. Dass es ihnen gelingt, ganz und gar für die Botschaft Jesu da zu sein, für sie zu leben, ja für sie das Leben einzusetzen. 

Und diese Bereitschaft zur Hingabe fordert er heute auch von uns. In all unseren Lebenslagen, egal, in welchem Beruf, in welchem Familienstand wir stehen. Und besonders von und Priestern, von den Bischöfen, den Nachfolgern der Apostel. 

Die innere Freiheit, um ein wenig „heiliger Narr“ zu sein. Alles liegen und stehen lassen zu können, für das eine Ziel: Gottes Namen und Gottes Freude in dieser Welt zu verbreiten. 

Amen. 

 

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