10. Sonntag im Jahreskreis B - 10. Juni 2018

„Wir wissen, dass der, welcher Jesus, den Herrn, auferweckt hat, auch uns mit Jesus auferwecken und uns zusammen mit euch vor sein Angesicht stellen wird.“

An dieser Grundüberzeugung des Paulus, die er uns heute in der Zweiten Lesung näherbringt, müssen wir festhalten. Diese Grundüberzeugung, dieses „Wissen“, wie es Paulus nennt - und damit drückt er seinen festen, unerschütterlichen Glauben an die Auferstehung aus - ist der Schlüssel zum Verstehen dessen, was uns Menschen in dieser Welt prägt und leitet. 

Ohne die tiefe Überzeugung, dass unser menschliches Dasein von Gott her auf Ewigkeit ausgelegt ist, auf Auferstehung und neues Leben, müsste uns vieles in dieser irdischen Welt als sinnlos, ja widersinnig erscheinen. Und weil die Menschen mehr und mehr den Glauben an die Auferweckung durch Gott aufgeben (leider auch innerhalb der Christenheit!) wird die Tragweite der Sünde des Menschen heruntergespielt, die Sünde nur mehr in die psychologische Ebene geschoben, persönliche Schuld verneint und der Finger gegen die anderen ausgestreckt, da man ja nichts dafür kann, in einem solchen Milieu, einer solchen Kindheit groß geworden zu sein….

Die Grundgeschichte aus Genesis, der Sündenfall, darf und muss uns immer neu als mahnendes Beispiel vor Augen stehen: Die Überredungskunst der Schlange, die Neugier des Menschen, seine Bereitschaft, Gott zu mißtrauen, seine Selbstsicherheit, von eigener Schuld wegzureden. Alle Elemente, die uns auch heute widerfahren, sind bereits in dieser Geschichte von Adam und Eva enthalten. 

Doch die Lösung, oder eine Hilfe, aus dieser Situation kann der Mensch niemals allein finden. Alle Selbsterlösungs-Strategien sind zum Scheitern verurteilt. Oder sie negieren das geschehene Unheil, heben es auf die Ebene von „Schicksal“ oder „Karma“ - und nehmen damit dem Menschen wiederum die Chance, in seinem Leben voranzukommen, aus den Fehlern zu lernen, oder - in kirchlicher Sprache - heiliger zu werden. Und der Kirche, die sich bemüht, Gottes Weisung, ja Gottes barmherzige Liebe den Menschen näherzubringen, wird dieses Recht abgesprochen - so wie dem Herrn selbst. 

Doch unser Herr Jesus Christus zeigt uns den Weg des Heiles: Wer den Willen seines Vaters tut, wer also nach persönlicher Heiligkeit strebt, der wird zu seiner Familie gezählt. 

Nicht mehr irdische Verwandtschaftsverhältnisse, Sippenzugehörigkeit, etc. sind es, die zählen, sondern die Bereitschaft, Gottes Wort im Leben umzusetzen, es in die konkreten Situationen des menschlichen Alltags hineinzubuchstabieren. 

Bitten wir den Herrn, dessen geöffnetes Herz wir im Monat Juni auf besondere Weise verehren, um diese Bereitschaft. Weil er uns das Leben schenken will - über alle irdischen Schranken und Beschränkungen hinaus. 

Amen. 

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