4. Fastensonntag  11. März 2018

 

Liebe Schwestern und Brüder im Herrn!

„Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht zugrunde geht, sondern das ewige Leben hat“ 

Im nächtlichen Gespräch zwischen Jesus und Nikodemus bezeugt Jesus diese Grundwahrheit. Er ist die menschgewordene Liebe Gottes, er wird von seinem Vater zur Erlösung der Welt, zur Rettung der Menschen, zur Wiedererlangung des ewigen Lebens aufgeopfert. Er gibt selbst sein Leben hin, um uns das Leben zu schenken. 

Jesus ist nicht als Richter in diese Welt gesandt, sondern als Retter. Mit seinem Kommen ist Reich Gottes angebrochen, Reich Gottes, das sich auch mit und durch die Kirche in dieser Welt manifestieren sollte. 

Und gerade bei diesem letzten Gedanken beginnt sich vielleicht doch auch Widerstand zu regen! 2000 Jahre Christentum, 2000 Jahre Kirche auf dieser Erde. Doch Kriege und Mord sind nicht weniger geworden, Hass und Streit beherrschen die Welt und die Menschen ebenso wie die Macht des Geldes. Liebe, Barmherzigkeit, Mitgefühl werden vermutlich heute ebenso klein geschrieben wie vor 2000 oder 3000 Jahren…

Und was uns Christen vielleicht am meisten schmerzt: Immer wieder sind es Christen, Glieder der Kirche, die teilhaben an dem einen oder anderen Gräuel auf dieser Erde.

Hat also Jesus Christus mit seiner Aufgabe auf Erden versagt? So hat es zumindest Mr. Mun  ausgedrückt und sich selbst für den wahren Messias eingesetzt! 

Oder ist es eben der Hang des Menschen, auch des Christen, zum Bösen, der dieses Antlitz der Kirche immer wieder entstellt?

Das Werk des Gottessohnes, sein Blutopfer am Kreuz, seine Auferstehung von den Toten stehen vor uns als absolute Grunddaten unseres Glaubens. Doch der Herr hat dieses Werk der Kirche in Menschenhände, ja oftmals schwache Menschenhände gelegt. 

Er beruft aus der Jüngerschar jenen, der ihn dreimal verleugnet hat zum Anführer der Apostel. Er zeigt uns damit, dass es nicht darauf ankommt, menschliche Stärke, Talente, Qualitäten abzuwägen, sondern dass sein Ruf durch alle Rassen und Nationen, alle Schichten und Gruppierungen die Menschen ereilt. Der Ruf ereilt auch uns, und wir wissen nur allzu gut, wie schwach und unzulänglich wir öfters diesem Ruf folgen können.  

Und genau diese Schwäche ist es, die das Bild der Kirche verzerrt und in den Herzen der Menschen entstellt hat.

Als Christi vielgeliebte Braut ist die Kirche rein und makellos, als Gemeinschaft ihrer Glieder ist sie zwangsläufig eine Kirche der Sünder. Denn immer gab es Menschen - auch in der Kirche, die die Finsternis mehr liebten als das Licht, Menschen, deren Taten objektiv als böse zu bezeichnen sind.

Immer wieder gab es Menschen - auch heute - die in ihrer Glaubensüberzeugung, in ihrem Sendungsbewußtsein zu weit gegangen sind. 

Wir werden als Glieder der Kirche mit diesem Spannungsverhältnis leben müssen, zwischen makelloser Braut und Dirne Babylon. Es geht nicht um die Psychologisierung alter Schuld, sondern um das Eingeständnis, dass auch wir Christen oftmals den Plan Gottes verraten oder verfälscht haben.

Bitten wir den Herrn um den Mut, auch für uns selbst unsere Schwächen und dunklen Seiten zu erkennen, anzunehmen und uns durch Ihn davon befreien zu lassen. Er ist Weg, Wahrheit und Leben, er hat den Tod auf sich genommen, um uns das Leben zu geben. Folgen wir seinen Spuren des Lichtes und der Wahrheit!

Amen.

 

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