3. Adventsonntag - B - 17. Dezember 2017

„Von Herzen will ich mich freuen über den Herrn!“, ruft Jesaja laut auf. Nachdem er jene prophetischen Worte vom Geist Gottes, der auf dem Messias ruht, ausgesprochen hat, jene Worte, die Jesus auf sich beziehen wird in der Synagoge und sagen wird: „Heute hat sich dieses Schriftwort bei euch erfüllt“. 

„Von Herzen will ich ich freuen über den Herrn!“ - Aus dieser Herzensfreude über das Kommen des Menschensohnes in unsere Welt, über seine rettende und erlösende Tat kann ein echtes und tiefgründiges Glaubensleben und Glaubenszeugnis erwachsen. Aus dieser Herzensfreude kann der Wille erwachsen, diesen Messias, den Erlöser Jesus Christus wirklich kennenlernen zu wollen. Aus dieser Herzensfreude sollte der Mut erwachsen, durch sein eigenes Leben einen Kontrapunkt zu setzen gegen die Oberflächlichkeit und Gleichgültigkeit unserer Welt. Und dieses Leben besteht dann in jenen Haltungen und Taten, die uns Paulus heute im ersten Thessalonicherbrief mit auf den Weg gibt. Freut euch - betet - dankt - löscht den Geist nicht aus - verachtet prophetisches Reden nicht!

Johannes hat die Menschen auf dieses neue Leben der Erlösten vorbereitet. Ein Verwandter Jesu, Kind der Eltern Zacharias und Elisabet, einer Verwandten der seligen Jungfrau Maria. Er tritt um das Jahr 30 auf, beginnt zu predigen, ruft zur Buße auf, hat in seinem Wirken einen großen Zulauf. Man hätte ihn für den Messias gehalten, wenn er nicht selbst immer wieder freimütig bekannte: „Ich bin es nicht“ - Er wußte um seine Berufung: Stimme des Rufers in der Wüste zu sein. Dem Herrn den Weg zu ebnen. 

So kann uns Johannes als Gläubiger ein großes Vorbild sein. Er will Stimme sein, ganz auf Gott und seinen Gesandten Jesus verweisen. Er steht Gott nicht im Weg, sondern zeigt den Weg zu Gott. Es macht ihm Freude, wenn er dazu dienen kann, dass andere zum Glauben finden. Und wir sollten doch dankbar und staunend an dieser Haltung des Johannes Maß nehmen. Bereiten wir dem Herrn den Weg! In unser eigenes Leben. In unsere so klein gewordene Welt. In das Dunkel so vieler Herzen, die auf den Herrn vergessen haben.

Bereiten wir dem Herrn den Weg. Mit unserer eigenen Herzensfreude, die wir nähren können aus dem Bewusstsein, dass wir von ihm Erlöste sind!

Wir spüren schon, worum es geht! Gerade heute, an diesem dritten Adventsonntag. Es geht nicht um das mieselsüchtige Nachforschen, um irgendwelche theologische Fehler aufzuspüren, um sich über den anderen, ja vielleicht sogar über Bischof oder Papst zu erheben. Es geht nicht um das finstere und ernste Pochen auf gesetzlichen Regelungen und Vorschriften, wenngleich es unsere Pflicht ist, diese einzuhalten. Es geht nicht um ein Christentum, das sich in Frustration und Selbstmitleid ergeht, wie doch alles schlechter wird, wie doch der Gegenwind der säkularisierten Gesellschaft immer stärker wird.

Es geht um die Freude! Um wahre Herzensfreude! Freude darüber, dass unser Erlöser kommt. Freude darüber, dass Gott wirkmächtig in dieser Welt eingreift. Freude darüber, dass er uns seine Gegenwart schenkt. 

Mit dieser Freude können wir andere anstecken und ihnen den Weg zum Herrn ebnen. 

Amen. 

 

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