GRÜNDONNERSTAG 28. März 2024

 

„Das ist mein Leib – das ist mein Blut“. 

Um den Sinn und den Inhalt dieser Worte haben die Menschen fast 2 Jahrtausende der Menschengeschichte lang gebetet, gerungen, ja oftmals auch gekämpft. Diese schlichten, einfache Worte Jesu sind zum Zeichen einer Gemeinschaft geworden.

Einer Gemeinschaft, die heiliger und inniger ist als irgendein anderer Zusammenschluss von Menschen sonst. Einer Gemeinschaft, die nicht auf der Ebene des Menschlichen bleibt, die sich nicht selbst genügt, sondern die ausgreift auf den, der sie gestiftet hat – ja mehr noch, eine Gemeinschaft, die gar nicht von uns Menschen gemacht werden kann, sondern von Gott geschenkt und gewirkt ist. Diese Worte sind zum Zeichen der Gegenwart unseres Herrn und Erlösers geworden. Mit Fleisch und Blut ist er da. Hier und heute. Nicht nur Erinnerungsmahl, nicht nur Gedächtnis an längst Vergangenes, sondern Vergegenwärtigung, in diesem konkreten Moment der Zeitgeschichte. An dem Ort, zu der Zeit, zu der Menschen zusammen kommen, um Eucharistie zu feiern. 

Die Worte Jesu sind auch zum Zeichen tiefgehender Trennung geworden. Immer und immer wieder wurde und wird menschlich eingeschränktes Verständnis, Reduktion auf rein menschliches Miteinander zum Grund, jenen Worten Jesu zuwenig oder keine Beachtung mehr zu schenken. 

Es ist unsere Aufgabe immer neu zu fragen, was diese Worte für uns bedeuten, wie wir sie annehmen sollen.

Die Antwort kann nur lauten: ganz schlicht, so, wie sie dastehen. Der Text meint genau, was er sagt. Jeder Versuch, ihn „ rein geistig“ zu verstehen, führt geradewegs in Missverständnis und zuletzt in den Unglauben. Weil das Geheimnis der Eucharistie von Gott geschenkt und in unser Leben eingestiftet ist, haben wir nicht von uns aus zu bestimmen, was Jesus sagen „wollte“, sondern es liegt an uns, mit verehrender Sorgfalt anzunehmen, was er uns aufgetragen hat. 

Als Jesus sprach und handelte, wie uns Paulus berichtet, als er die Jünger und damit die Kirche beauftragte, ebenso zu handeln, wusste er, dass es hier um etwas mit göttlicher Bedeutung geht. Er wollte verstanden sein und sprach daher so, wie er verstanden sein wollte. 

Jesus hält mit seinen Jüngern Mahl, in der Tradition des jüdischen Volkes hält er eine Kultfeier, die der Befreiung aus dem Sklavenhaus Ägypten gedenkt, jener Nacht, in der das Blut des Lammes an den Türpfosten zur Bewahrung und Rettung des Volkes diente. 

Und in diese Stimmung hinein vollzieht Jesus seine Handlung. Aus dem Gedächtnismahl der Befreiung aus der Sklaverei wird die reale Feier der Befreiung von Satan, Sünde und Tod. War der Becher Wein als Zeichen des Alten Bundes, als Erinnerung an das beim Opfer gesprengte Blut gedacht, so bietet uns Jesus den neuen Bund an, mit seinem eigenen Blut geschlossen. 

Er gibt sich hin – und die Liebe des Vaters zeigt sich nirgends größer und überwältigender als in diesem Opfer. Er erniedrigt sich, um uns aus dem Staub unserer Sündenverfangenheit emporzuheben. Er kniet vor den Jüngern nieder, um ihnen die Füße zu waschen. Er zeigt damit, dass Gott dort niederkniet, wo der Mensch nicht mehr dazu fähig ist, wo Hochmut und falscher Stolz das Leben starr und steif gemacht haben. 

Dass die Jünger vor dem bedeutungsschweren Opfermahl die Fußwaschung über sich ergehen lassen mussten, will uns zeigen: Versperr dich nicht dem, was Gott in deinem Leben wirken, wandeln, erlösen will. Und es darf uns Priestern, dessen Amt der Herr ebenso an diesem denkwürdigen Tag eingesetzt hat, immer neu zeigen, dass eine Kirche, die nicht dient, zu nichts mehr dient. 

Beides dürfen wir an diesem Abend bedenken. Und dankbar die Gegenwart des Herrn mit seinem Leib und Blut annehmen und empfangen. 

Amen. 

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