Fest der Hl. Familie - 31. Dezember 2023

 

Unser Erlöser, der Sohn Gottes wollte aus einer gewöhnlichen Familie hervorgehen, und die Familie war so auch das erste, das Jesus mit seiner Gegenwart heiligte. Wir wissen aus den Jahren in Nazaret, wo Jesus den größten Teil seines Lebens verbrachte, beinahe nichts. Die Evangelien berichten hier nichts Nennenswertes. Aber wir können einiges mit unserem Verstand und in liebevollem Blick auf diese Heilige Familie erkennen. Josef stand dieser Familie vor; als gesetzlicher Vater sorgte er mit seiner Hände Arbeit für Jesus und Maria. Ihm wird vom Engel auch mitgeteilt, welchen Namen das Kind haben soll, und ihm wird im Traum aufgetragen, zum Schutze der Familie die Flucht nach Ägypten anzutreten. 

Von der seligen Jungfrau Maria und vom Hl. Josef lernte Jesus sicher, sich auszudrücken, hörte vielleicht so manche Volksweisheiten aus ihrem Munde, die er später in seinen Predigten verwenden wird. Er beobachtete seine Mutter beim beim Brotbacken oder sah zu, wenn die Mutter Kleider ausbesserte, und dabei keine neuen Flicken nahm, da diese beim Waschen einlaufen könnten. Seinem Nährvater Jesu beobachtete er bei der Arbeit mit den Zimmermannswerkzeugen.  All diese Bilder seiner Kindheit, seines Lebens in der Familie, finden ihren Widerhall in seiner Verkündigung des Reiches Gottes, in seinem öffentlichen Auftreten. In einer Predigt sagte einmal der heilige Josefmaria Escriva über die selige Jungfrau: „Fast alle Tage im irdischen Leben unserer Herrin verliefen so wie der Alltag von Millionen Frauen, die sich ihrer Familie widmen, ihre Kinder erziehen und den Haushalt besorgen. Maria heiligt das Allergewöhnlichste, sie heiligt, was viele irrtümlich für wertlos und ohne tieferen Sinn erachten: die tägliche Arbeit, kleine Aufmerksamkeiten gegenüber den Menschen, die wir lieben, Gespräche und Besuche bei Verwandten und Freunden. Gesegneter Alltag, der erfüllt sein kann von so viel Liebe zu Gott!“

Zwischen Josef und Maria herrschte ein geheiligter Bund. Sie waren füreinander da. So ist Jesu Familie geheiligt, ein Vorbild menschlicher Tugenden, bereit, in allem den Willen Gottes zu erfüllen. 

Jesus wollte aus einer solchen gewöhnlichen Familie geboren werden. – Jede christliche Familie sollte Abbild der heiligen Familie von Nazaret sein: ein Ort, an dem Gott seinen Platz hat, und Mittelpunkt einer wechselseitigen Liebe. 

Ist so unser Zuhause? Widmen wir ihm die Zeit und die Aufmerksamkeit, die es verdient? Ist der Mittelpunkt unserer Familie Jesus? Bemühen wir uns hinreichend um die anderen? Fragen, die wir uns in unseren heutigen Gebeten, insbesondere am Jahresende stellen sollten, während wir an diesem Festtag, den die Kirche ihnen widmet, auf Jesus, Maria und Josef schauen. 

Die Heilige Familie, die wir heute betrachten, darf uns Vorbild für die eigene Familie, wie auch für die große Familie unserer Kirche, unserer Pfarren, sein. 

Wenn wir auf die Heilige Familie blicken, dann sehen wir, wie der junge Jesus durch das Leben und Wirken seiner Mutter und seines Nährvaters geprägt wurde. Und da geht unser Blick auf die eigenen Familien, insbesondere auf jene, die kleine Kinder haben. 

Haben wir als Nachbarn solcher Familien schon einmal die Idee gehabt, die jungen Leute immer und immer wieder zum Gottesdienst einzuladen, ihnen vielleicht auch Hilfestellungen zu geben, dass sie den Gottesdienst besuchen können, vielleicht ihnen anzubieten, einmal auf das kleine Kind aufzupassen.

Fragen wir uns: Haben wir für die jungen Familien gebetet? Sind wir ihnen freundlich und einladend begegnet, wenn sie in unsere Kirche zum Gottesdienst gekommen sind? Bitten wir Gott auch um die Geduld, dass wir es aushalten, wenn es einmal nicht so ruhig in der Messe ist, weil sich das junge Leben im Kinderwagen oder am Arm der Mutter regt.

 

Die Heilige Familie kann uns lehren, das Gemeinsame über das Trennende zu stellen. Wir können die Bereitschaft lernen, über den eigenen Schatten (oftmals auch den Schatten der Vergangenheit) zu springen, und zielstrebig in die Zukunft zu schauen.

 

Auf die Fürsprache der seligen Jungfrau Maria und des heiligen Nährvaters Josef, möge uns Gott, der Herr, den wachen Blick, das offene Herz und die bereiten Hände schenken. 

Amen.

 

 

 

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