21. Sonntag im Jahreskreis B - 22. August 2021

Schwestern und Brüder, versammelte Gemeinde!

„Das sei uns fern, dass wir den Herrn verlassen und anderen Göttern dienen.“ Diese Antwort hört Josua, der Nachfolger des Mose, vom Volk, das die großen Taten Gottes beim Auszug aus Ägypten gesehen hatte. Und diese Antwort darf auch für uns ein täglich neuer Vorsatz sein. Wenn es auch heute nicht mehr die Götzen aus Stein sind, so stehen wir doch auch im 21. Jahrhundert in derselben Gefahr wie die Menschen damals. 

Die Globalisierung spült uns täglich die zahlreichsten Religionen, Pseudoreligionen, esoterischen Weisheiten, heidnischen Kulte über die Bildschirme in unsere Wohnzimmer. 

Und nicht wenige Katholiken sind es, die sich trotz des Glaubens an die ein für allemal gültige Erlösung durch Jesus Christus mit dem Gedanken der Wiedergeburt oder Seelenwanderung anfreunden können. Nicht wenige sind es, die die reiche und geistig wertvolle, tiefgründige Mystik des Christentums ablehnen, um in einen Pseudo-Mystizismus verschiedenster Kulte, Philosophien und Ideologien einzutreten. Nicht wenige - ja sogar katholische Ordens- und Bildungshäuser - sind es, wo man sich schwer tut, unter den zahllosen Angeboten von östlichen Meditationsübungen oder Yoga, etc. auch Angebote zu finden, die den Glauben vertiefen, das Glaubenswissen mehren und die Liebe zur Kirche stärken können. So manche Priester haben mir erzählt, dass es ihnen fast nicht mehr möglich war, im deutschsprachigen Raum Exerzitien für Priester zu finden, die nicht mit dem Yoga entnommenen und damit der buddhistischen Lehre unterworfenen Bewegungsübungen oder ähnlichem kombiniert waren, sondern einfach katholische Exerzitien, mit Vorträgen, Betrachtungen, Messe und Gebet, Anbetung und Beichte. 

Natürlich: Um die Fülle des katholischen Glaubens anzunehmen, dazu braucht es Anstrengung, oftmals auch Demut, die eigenen Gedankengänge - um nicht zu sagen „Hirngespinste“ - in den Hintergrund zu stellen, und neu auf das Wort des Herrn und die Lehre der Kirche zu blicken. Vieles in unserem Glauben kann nicht mit einem rein weltlichen Verstand erfaßt werden. Es braucht die Augen des Herzens, es braucht das Vertrauen auf das Wort des Herrn. 

 

„Wollt auch ihr weggehen?“, fragt Jesus seine Jünger, nachdem viele das Weite gesucht haben, weil sein Wort von seiner leiblichen Gegenwart in Brot und Wein der Eucharistie für sie unerträglich war, weil sie nicht verstehen konnten oder wollten, wie das gehen soll, in dem kleinen Stückchen Brot, in dem kleinen Schluck Wein den Herrn Jesus zu empfangen, und damit das ewige Leben zu erhalten. Unverständnis, wie wie es auch heute immer wieder antreffen, Unverständnis, das oft zu den „patscherten“ Versuchen führt, die heilige Messe durch Zusatzsymbole aufzubessern, an den Gestalten der Eucharistie herumzubasteln, oder für Jugendliche sogenannte „Jugendmessen“ anzubieten, die eher einem Vodoo-Ritual ähnlich schauen als dem heiligen Messopfer. 

„Wohin sollen wir gehen, du hast Worte des ewigen Lebens“, antwortet Petrus auf die Frage des Herrn. 

Machen wir uns diesen Gedanken des Petrus zu eigen. „Du, Herr, allein, hast Worte des ewigen Lebens, nur bei dir finden wir das wahre Leben“, nicht ein Kitsch- und Plastikleben der heutigen Konsumgesellschaft, nicht eine Schein-Erlösung östlicher Religionskulte, nicht die Selbsterlösung der Esoterik - bei dir,  Herr ist Leben - bei dir, der du uns in der Kirche ansprichst und mit uns Gemeinschaft hältst, wollen wir sein. 

Amen. 

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