Die Taufe die uns rettet …

Predigt zum 1 Fastensonntag (B)

 

Liebe Schwestern und Brüder,

 

heute begegnen uns viele Facetten in den Lesungen und im Evangelium. Wenn wir sie genauer anschauen, sehen wir eine große innere Harmonie die uns heute vom Herrn angeboten wird. Gehen wir hinein in die Betrachtung der heutigen Sonntagstexte.

 

Der Evangelist Markus berichtet uns sehr kurz und knapp, wie der Wider-sacher den Herrn versuchte, als er 40 Tage in der Wüste gefastet hatte. Während die Evangelisten Matthäus und Lukas ausführlicher darüber berichten, mit welcher Dreistigkeit der Widersacher versuchte, den Herrn dazu zu bewegen, ihn anzubeten. Der Teufel versucht den menschge-wordenen Sohn Gottes! Er, das Geschöpf will von seinem Schöpfer angebetet werden! Daran können wir den Hochmut erkennen, der dazu geführt hat, dass aus dem strahlenden Engel Luzifer – dem Lichtträger an Gottes Thron -, der Satan, der Widersacher wurde. Maßlose Selbstüber-schätzung und Hochmut! Die Maßlosigkeit wird zum Kennzeichen des Bösen Feindes. 

 

Schauen wir auf das Verhalten unseres Herrn Jesus Christus! 

 

Die Stärke, die ER während der 40 Tagen des Fastens und des Gebets gewonnen hatte, wollte der Teufel mit einem Federstrich zu Nichte machen. Ein Prinzip, das uns während der österlichen Bußzeit immer wieder begegnen wird. Und zwar mit ziemlicher Sicherheit begegnen wird!!! Der Widersacher schläft nicht, er möchte nicht, dass wir uns bekehren, dass wir beginnen einen wirklichen Weg mit Gott zu gehen. Es geht ihm immer um die Zerstörung des Menschen in seiner gesamten Existenz, so sehr hasst er die Menschen und kann die Liebe nicht ertragen, die Jesus Christus den Menschen entgegenbringt.

 

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Die biblische Geschichte gibt uns von diesem Geheimnis Zeugnis!

 

Das Buch Genesis, aus dem wir die erste Lesung gehört haben, berichtet uns von der Zeit nach der Sintflut. Als Gott die Menschheit durch das Wasser vernichtet hatte, einer Vernichtung, wegen der himmel-schreienden Sünden welche die Menschen begingen und nicht bereuten.  Menschen die dem Bösen gefolgt sind, ohne auf Gott und ihr Gewissen zu achten. Nur 8 Menschen wurden bei der Sintflut von Gott errettet. In der Osternacht werden wir es in der Taufwasserweihe singen.

 

„Selbst die Sintflut war ein Zeichen der Taufe, denn das Wasser brachte der Sünde den Untergang und heiligem Leben einen neuen Anfang.“

 

Ja, die Taufe ist mit der Bekehrung und der Sündenvergebung aufs Eng-ste verbunden. Das Sakrament der Sündenvergebung ist die Taufe. Die Taufe ist das Sakrament, durch das wir die Vergebung der Erbsünde und der persönlichen Sünde erfahren. Die Taufe wäscht alle Schuld von unserer Seele weg.  Durch die Taufe werden wir zu Kindern Gottes, seine geliebten Söhne und Töchter. 

 

In der Urkirche wurde die Taufe größtenteils im Erwachsenenalter ge-spendet. Es war ein innerer Weg der Entscheidung für Gott, für Jesus Christus. Die Taufe war mit der Bereitschaft verbunden, das bisherige Leben hinter sich zu lassen, Gott in aller Entschlossenheit anzunehmen und die Sünde zu meiden. Sich taufen zu lassen war eine große Entscheidung. Denn das Bußsakrament wie wir es in der heutigen Form kennen gab es so noch nicht. 

 

In der zweiten Lesung aus dem ersten Petrusbrief spricht der Apostel davon, dass die Taufe „eine Bitte an Gott [ist] um ein reines Gewissen“ ist. Die Taufe ist jenes Sakrament, dass uns in das Leben des dreifaltigen Gottes einwurzelt. Und genau das ist es! Wir werden durch die Taufe hineingenommen in das Leben des dreifaltigen Gottes. Die Taufe begräbt das alte ICH und lässt das neue ICH in der Gnade Gottes erstehen. Wir werden an die Wahrheit erinnert, dass

 

-2-

  • wir durch die Taufe von der Erbsünde befreit wurden
  • wir uns durch die Taufe zu geliebten Kindern Gottes wurden
  • wir durch die Taufe den Zugang zum ewigen Leben erhalten haben

 

Na, nur gibt es da noch ein Problem! Das Problem ist, dass wir zwar durch die Taufe von der Erbsünde befreit wurden, nur bleibt in uns das „fomes peccati“ in der Seele zurück. „Fomes peccati“ meint den „Zunder zur Sünde“. Wir sind und bleiben anfällig für die persönliche Sünde, wir werden versucht und der Teufel tut sein Übriges, damit wir in die Sünde fallen. Es ist ein geistlicher Kampf den wir zu kämpfen haben und das ist nicht immer einfach, nur kämpfen wir diesen nicht allein, sondern wir haben den HERRN an unserer Seite.

 

Mit dieser Realität müssen wir umgehen, das heißt, wir müssen erst ein-mal erkennen was die Sünden unseres Lebens sind. Eben welche Schwachpunkte ich habe. Das ist gar nicht so einfach, denn Manches hat sich so tief in unserer Seele eingebrannt, dass wir gar nicht mehr merken was Sünde ist. Doch wer sich bemüht mit Gott zu leben, der wird im Heiligen Geist diese Problematiken erkennen dürfen. Dafür braucht es eine intensive Beziehung zu Gott, Glauben und viel Gebet.

 

Genau aus diesem Grund spricht Jesus am Ende des heutigen Evangelien-abschnittes: „Kehrt um, und glaubt an das Evangelium!“ Es ist so wichtig die Sünden unseres Lebens zu erkennen, nicht nur zu erkennen, sondern sie zu bereuen, umzukehren und sie in der Beichte zu bekennen.

 

Und jetzt kommt das Sakrament ins Spiel, dass wir als Verlängerung der Taufe verstehen dürfen, das Bußsakrament. Tertullian, ein früh-christlicher Theologe, wird im 3 Jhd. sagen, die Beichte ist die „zweite Planke“ die uns rettet. Er gebraucht ein Bild eines Schiffes, dass in Seenot geraten ist. Er nimmt das Beispiel von Holzteilen die im Meer schwimmen und für die Schiffbrüchigen (also die Sünder*innen) zur Rettung werden, an denen sie sich in ihrer Not festhalten können. 

 

 

-3-

Genauso ist es mit der Beichte, oft fühlen wir uns als wahrhaft „Schiff-brüchige“ und glauben in und an unserer Schuld zu ertrinken, offen ausgeliefert auf dem tosenden Meer des Lebens. 

 

In diese unsere Not spricht der Herr am Ostertag ein Wort der Hoffnung. Er hauchte die Apostel an und sprach: „Empfangt den Heiligen Geist! Denen ihr die Sünden erlasst, denen sind sie erlassen […] (Joh 20,22f.) Die Beichte ist das „Netz und der doppelte Boden“ für unser Leben, für die Vergebung unserer Schuld. Ein System der Gnade Gottes das uns immer wieder auffängt.

 

Was müssen wir beachten?

 

Bei aller Großzügigkeit Gottes ist eines bei der Heiligen Beichte von funda-mentaler Bedeutung, dass wir schonungslos ehrlich sind. Das wir uns ganz anders als es der Widersacher verhalten, der der „Vater der Lüge“(Joh 8,44) ist. 

 

Es darf kein Verschweigen von Sünden geben die uns unangenehm sind, oder dass wir sie so „verpacken“, dass sie sehr allgemein gehalten gebeichtet werden. Denn das will der Widersacher! Verschleiern! Nur wenn wir ein ehrliches Bekenntnis ablegen kann eine wahre Bekehrung und Umkehr geschehen, die Trennung an die Anhänglichkeit des Bösen und der Sünde. Die Anhänglichkeit an das Böse müssen wir überwinden lernen und zwar mit größter Entschiedenheit. Das ist der geistliche Kampf in dem wir stehen! Und dieser Kampf ist so wichtig, denn es geht um nichts weniger als unser ewiges Heil.

 

Gott nimmt uns immer wieder in seine Arme und ist bereit uns immer wieder von Neuem zu vergeben.  Gott ist gut! Gott liebt uns – der liebt Dich! Mit dieser Gewissheit dürfen wir in die erste Fastenwoche hinein-gehen. Bleiben wir im Gebet, in den Sakramenten und in der Gnade Gottes. Das ist der Weg der uns in den Himmel führt und Seelen rettet.

Amen.

 

 

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