23. Sonntag im Jahreskreis B - 6. September 2015

Liebe Schwestern und Brüder im Herrn!

Markus führt uns nun ins heidnische Galiläa. Die Erwähnung von Tyrus und Sidon und dem See von Galiläa weist darauf hin. Das Gebiet der Dekapolis wird als Schauplatz dieses Heilungswunder angegeben, also ein mehr oder weniger heidnisches Gebiet. Wie schon bei der Heilung des Besessenen wählt der Herr das heidnische Gebiet aus, um anzukündigen, wie das Evangelium auch den Heiden Gnade und Rettung bringt. 

Wieder zeigt uns Markus wahres „Evangelium“, frohe Botschaft - Kommen Gottes zu den Menschen. Natürlich in der besonderen Situation des Kommens des Gottessohnes in Menschengestalt. Markus beschreibt in großer Deutlichkeit durch das Berühren dieses Taubstummen, was Paulus dann im Epheserbrief so großartig deuten wird: Auch die Heiden sind „concorporales“ „syssoma“ in Christus, also haben Teil am Leib Christi!

Das - das Zusammenwachsen mit Christus - ist das Ziel des Kommens Gottes zu den Menschen hier auf dieser Erde. 

Zu den verlorensten und ärmsten und niedrigsten der Menschen, zu denen, die schon so weit gesunken sind, dass sie kaum mehr den rechten Gebrauch ihrer Vernunft und ihrer Sinne haben, kommt der Gottessohn als Erlöser und Heiland, auch als Heiler ihres Leibes, ihres verkrüppelten oder verdorbenen physischen Seins. 

Indem er sich im heidnischen Gebiet dieses armen Menschen annimmt und ihn hineinnimmt in die Gemeinschaft mit seinem Leib, zeigt Jesus, bis zu welcher Innigkeit er diese Communio, diese Gemeinschaft mit den Menschen vollziehen will. 

So ist auch diese Begebenheit in der großen Linie des Vorangegangenen zu betrachten. Es ist großartig, wie mit einem Male der Sinn von „Evangelium“ sich hier zuspitzt und verengt zu einem ganz konkreten, unausweichlichem - auch fleischlichen - Einserden mit Christus durch das Sakrament seines Leibes. 

Christus öffnet dem Stummen Ohren und Mund, so dass dieser Gottes Wort hören und das Gotteslob anstimmen kann - jene zwei Grundlagen, auf die das feiernde Tun der Kirche in ihren Gottesdiensten aufbaut, um den Menschen auf die innige Vereinigung mit dem Herrn in der Eucharistie vorzubereiten. 

Die ganze Erlösungstat der Kirche in ihrem sakramentalen Gottesdienst und Gebet erscheint so als eine Fortsetzung und Erfüllung des mächtigen Ephata aus dem Mund des Gottessohnes!

Amen.

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 button praedicatio; Till Magnus Steiner;

 

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