Jesus erzählt ein Gleichnis vom Vertrauen Gottes. Mitten in Jerusalem, wenige Tage vor Seiner Kreuzigung, will Er die Herzen der Menschen erreichen. Er spricht nicht nur zu den einfachen Menschen, sondern auch zu den Regierenden. Sie wundern sich über Seine Selbstsicherheit, dass Er  auf einem Esel, dem Königstier, in Jerusalem einzieht, dass Er sich von den Menschen bejubeln lässt.

Was können wir aus dem Gleichnis schließen? Der Gutsbesitzer bereitete alles ideal vor, wie er den Weinberg plante, ihn anlegte, so dass er Frucht bringen konnte. Der Gutsbesitzer bestimmt eine Ordnung, indem er einen Turm, eine Kelter, einen Zaun errichtete. Geschützt vor den wilden Tieren und vor Dieben richtete er den Weinberg ein. Die Kelter ist übrigens eine Presse zur Gewinnung des Fruchtsafts. Die Winzer sollten den Weinberg bebauen und Früchte abliefern.

Es lief ideal, der Weinberg brachte Früchte, aber die Winzer weigerten sich, ihren Beitrag zu leisten. Sie waren tüchtig, aber sie betrachteten den Weinberg als ihr Eigentum. Das Vertrauen Gutsbesitzers war gebrochen. Er nahm ihnen den Weinberg weg und gab ihn anderen, zuverlässigen Winzern.

Dieses Gleichnis erzählte Jesus nicht von ungefähr den Hohepriestern und Schriftgelehrten. Sie verrichteten ihren Dienst vor Gott. Ihre Aufgabe war, das Volk Israel religiös zu führen. Sie sollten es ermöglichen, dass Gott und das Volk Israel eins waren. Aber sie versagten. Das hielt ihnen Jesus vor und zog sich ihren Zorn zu.

Am 3. Oktober vor 800 Jahren starb der Hl. Franziskus in der Kapelle von Portiunkula. In seiner Todesstunde ließ er sich die Leidensgeschichte Christi vorlesen. Seine Berufung schöpfte er aus der Hingabe des Sohnes Gottes für uns Menschen.

Einerseits war ihm die Größe Gottes des Vaters bewusst. Er erkannte sie aus den Wendungen seines Lebens, in der einjährigen Gefangenschaft, als die Nachbarstädte Assisi und Perugia miteinander Krieg führten. Er sah sie in der Schöpfung, in den Wäldern, den Tieren.

Andererseits zog ihn die Hingabe Christi am Kreuz an, dass Gottes Sohn für uns Menschen klein wurde und uns dadurch groß machte. Sein Leben als junger Mann war ausschweifend, vom Reichtum seines Vaters geprägt, der Tuchhändler war. Nach seiner Bekehrung lebte er bewusst in Armut, bei Bettlern und Aussätzigen. Bekannt ist die Begebenheit, als er einen Aussätzigen umarmte, weil er in ihm Christus erkannte. Franziskus pflegte mit seinen Gefährten Aussätzige.

Seine Berufung sah er darin, das Evangerlium authentisch zu verkünden. Er wurde damit zum Vorbild für tausende Franzsikaner und Franziskanerinnen, für viele Menschen, die im Alltag das Evangelium leben.

Das Vertrauen Gottes steckt an. Es gibt die Kraft, selbst in der Welt das Gute zu tun, das Er schon für uns - wie der Gutsbesitzer - vorbereitet hat. Amen

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