„Wie unergründlich sind seine Entscheidungen, wie unerforschlich seine Wege!“ Diese Erkenntnis gehört zu den wichtigsten im menschlichen Leben, dass man nicht alles in der Hand hat.

Das meiste in unserem Leben geschieht ohne unser Zutun: Niemand atmet den ganzen Tag bewusst, niemand pumpt bewusst sein Blut durch die Adern. Es gibt Ereignisse, die wir beeinflussen können, die wir uns ausdenken und planen können. Aber ob das gelingt, was man vorhat, ist nicht von vornherein sicher.

Manchen nennen es Glück oder Pech. Damit meinen sie, es gäbe ein Schicksal, eine Vorherbestimmung.

Die christliche Erfahrung geht davon aus, dass Gott in unserem Leben wirkt, kein Glück oder Pech, sondern Seine Fügungen. Man kann sie annehmen und das Gute fortsetzen oder nicht. Wer hat sich seine Talente gegeben?

Viele Begegnungen kann man nicht planen. Wir sagen ja, „sie ist mir über den Weg gelaufen“, „er hat mich überrascht“. Und wenn man zurückblickt, kann man einen „Roten Faden“ erkennen.

Während unserer Pfarrwallfahrt nach Estland konnten wir die Brigittinnen kennen lernen. Die Schwestern der Hl. Brigitta haben ein Kloster am Stadtrand von Tallinn, wo sie ein Gästehaus führen. Sie sind 6 Schwestern aus Indien und zwei aus Mexiko, alle sprachgewandt. Die junge Priorin Sr. Gennarina spricht neben ihrer indischen Muttersprache Finnisch, Estnisch, Italienisch, Englisch. Die Schwestern feiern die Hl. Messe auf Estnisch. Diese Sprache ist mit dem Finnischen und weit entfernt mit dem Ungarischen verwandt. Die Hl. Brigitta lebte im 14. Jh., eine schwedische Adelige, die nach dem Tod ihres Mannes einen Orden gründete. Sie hatten 8 Kinder, eine Tochter, die Hl. Katharina von Schweden, trat in den neuen Orden der Brigitten ein. Brigitta hatte Visionen von Christus und verehrte Ihn besonders, weil er das Leiden des Kreuzes auf sich genommen hatte, um uns Menschen zu erlösen. Deshalb tragen die Schwestern ein weißes Kreuz auf dem Schleier, das mit fünf roten Punkten – Symbol für die Wundmale Christi – versehen ist. Das Kloster in Tallinn existierte 150 Jahre, dann wurde es in Folge der Reformation aufgelöst und von den Truppen des russischen Zaren Ivan des Schrecklichen zerstört. Vor genau 25 Jahren wurde es wiedergegründet. Wer hätte das im 16. Jh. zur Zeit der Auflösung gedacht, dass Schwestern aus Indien diese Initiative ergriffen, unterstützt von Katholiken in Deutschland?

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Das meint Petrus, wenn er Jesus bekennt: „Du bist der Christus, der Sohn des lebendigen Gottes!“ Er ist nicht einfach ein Lehrer, sondern der Meister, wie ihn Maria Magdalena am Grab nennt. Er ist der Meister des Lebens, unser Vorbild und der Weg zum Gelingen.

Tröstlich ist die Verheißung Jesu, dass jeder, der sich auf diesen Glauben stützt, nicht zugrunde gehen wird: „auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen und die Pforten der Unterwelt werden sie nicht überwältigen.“

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