Jesaja spricht in der Lesung zu Menschen, die Geld besitzen und es investieren: „Warum bezahlt ihr mit Geld, was euch nicht nährt,

und mit dem Lohn eurer Mühen, was euch nicht satt macht?“ (Jes 55,2) Diese Frage stellt Jesaja auch uns heute hier: Was macht dich satt?

Aus seinen Worten können wir gleich erkennen, dass es sich nicht materielle Nahrung handelt: „Ich schließe mit euch einen ewigen Bund: Die Erweise der Huld für David sind beständig.“ (Jes 55,3) Dieser Text wurde für Menschen geschrieben, die fern von ihrer Heimat gelebt haben, die im Exil in Babylon waren. Sie standen vor der Entscheidung: mit Gott oder fern von Gott, akzeptiere ich ihn oder wende ich mich den Götzen zu, die nicht satt machen. Wofür investiere ich das, was ich erarbeite? Wo setze ich das ein, das mir geschenkt worden ist – meine Fähigkeiten, Gefühle, Ideen, die geistige und körperliche Kraft? Was ist mir wirklich wichtig? Die Israeliten in Babylon standen vor vielen Möglichkeiten. Es war eine moderne, mächtige Stadt. Die hängenden Gärten, die Bauten sind heute noch ein Begriff. Dort lebten viele Völker. Die Weltanschauungen und Religionen waren bunt und vielfältig. Was ist meine Nahrung?

Am See Genesaret haben die Jünger fünf Brote und zwei Fische für fünftausend Männer und noch Frauen und Kinder. Jesus lässt sie austeilen. Aus Seiner Geste sehen wir, dass Er wahrer Gott und wahrer Mensch ist. Die Brote und die Fische sind nicht zu wenig. Alle werden satt und es bleiben zwölf Körbe übrig. Die Zahlen sind nicht zufällig. Was lässt sich austeilen, ohne weniger zu werden? Die Sakramente sind sieben. Die zwei Grundsakramente Taufe und Eucharistie und die fünf weiteren Firmung, Ehe, Weihe, Buße und Krankensalbung. Die Apostel sind zwölf, die Stämme Israels ebenso. Das ist das Volk Gottes, die Kirche, in der Gott wirkt.

Was kann uns satt machen? Was kann unseren geistigen Hunger stillen? Und wofür braucht man kein Geld?


„Auf, alle Durstigen, kommt zum Wasser! Die ihr kein Geld habt, kommt, kauft Getreide und esst, kommt und kauft ohne Geld

und ohne Bezahlung Wein und Milch!“ (Jes 55,1)

Wie die Milch das kleine Kind an der Brust der Mutter nährt, wie der Wein den erwachsenen Menschen erfreut, so sättigt jeden Menschen die Liebe Gottes. Sie wird durch das Leben in der Kirche weitergeben, sie strahlt in die Familien, in die Freundschaften, in alle Beziehungen. Von ihr kann uns niemand trennen:

„Weder Tod noch Leben,

weder Engel noch Mächte,

weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges noch Gewalten,

weder Höhe oder Tiefe

noch irgendeine andere Kreatur

können uns scheiden von der Liebe Gottes,

die in Christus Jesus ist, unserem Herrn.“ (Röm 8,38-39)

Amen

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