12. Sonntag im Jahreskreis A – 21. Juni 2026

 

 

„Fürchtet euch nicht vor den Menschen!“  – dies können wir als Schlüsselsatz des heutigen Evangeliums in unsere Herzen aufnehmen. „Fürchtet euch nicht“ – diese Aufforderung, die gleichzeitig ein Aufruf an unser Vertrauen gegenüber Gott ist, klingt als Kontrapunkt in die Grundhaltung der heutigen Zeit hinein:

Wie viel Angst und Furcht umgeben uns, haben uns in unserem eigenen Leben immer wieder ergriffen?

In einer Gesellschaft, die im Begriff ist, immer mehr die Werte unseres christlichen Abendlandes über Bord zu werfen, kann uns doch ängstlich ums Herz werden.

Und nun sagt uns aber der Herr diesen einfachen Satz: „Fürchtet euch nicht vor den Menschen!“ – als Antithese zu unserer pessimistischen Grundstimmung ins Herz. 

Fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten, die Seele aber nicht töten können, sondern fürchtet euch vor dem, der Seele und Leib ins Verderben der Hölle stürzen kann. 

Er fordert uns auf, in Vertrauen auf ihn und seinen Weg mit uns, all diese menschliche Furcht abzulegen. Wichtig ist nicht unser Wohl auf dieser Welt, weder unser materielles Fortkommen noch die Erfüllung all unserer weltlichen Sehnsüchte: Einzig wichtig ist der unverwandte Blick auf unser himmlisches Ziel. Einzig wichtig ist, dass wir unser übernatürliches Leben nicht absterben lassen. 

Jesus fordert uns zum klaren Bekenntnis zu ihm und seinem Plan mit uns auf. 

Wer sich nun vor den Menschen zu mir bekennt, zu dem werde auch ich mich vor meinem Vater im Himmel bekennen.

Damit ist nicht einfach ein Lippenbekenntnis gemeint. Es kann nicht einfach die Stunde am Sonntag sein, die unser Bekenntnis zu Jesus Christus erfüllt. Dieses Bekenntnis ist eine Lebensaufgabe!

Das bedingungslose Ja zu Jesus Christus, das Bekenntnis zu ihm, der bedingungslos Ja zu uns gesagt hat, kann uns diese Furchtlosigkeit schenken, die wir in unserer Zeit bitter notwendig haben. 

Lassen wir uns nicht einschüchtern davon, dass sich immer weniger Menschen in unserem Land zum Christentum bekennen, sondern treten wir mit Überzeugung als Christen in der Gesellschaft auf!

Besinnen wir uns auf unsere christlichen Wurzeln und seien wir Sauerteig für unsere Gesellschaft, sodass christliche Werte, und damit zutiefst menschenfreundliche Werte – wieder in die Herzen der Menschen eingeprägt werden. 

Bitten wir den Herrn, er möge uns diese Furchtlosigkeit immer neu schenken – bitten wir ihn um den Mut zum klaren und freudigen Glaubenszeugnis, nicht im Reden, sondern im Handeln und im Sein.

Amen. 

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