Philippus und Thomas fragten Jesus ganz konkret, wie sie sich das vorstellen sollten:

„Herr, wir wissen nicht, wohin du gehst. Wie können wir dann den Weg kennen?“ (Joh 14,5)

„Herr, zeig uns den Vater; das genügt uns.“ (Joh 14,8)

Für sie ist es eine ganz neue Erfahrung, mit dem Sohn Gottes zu sprechen. Er öffnet ihnen die Augen für eine Wirklichkeit, die real ist, die sie aber noch nicht erfasst haben.

Jesus Christus gibt ihnen eine Perspektive. Es ist nicht selbstverständlich, was Er sagt. Bis heute ist das Leben nach dem Tod für Juden nicht eindeutig. Man kennt dazu mehrere Theorien bis zu der Anschauung, dass es kein Leben nach dem Tod gibt. Die Sadduzäer vertraten diese These zur Zeit Jesu, und sie waren Priester im Tempel in Jerusalem, das ist erstaunlich.

Wie soll das gehen? fragt Thomas. Wir lernen immer von anderen. Christus zeigt uns vor, wie ein Verhältnis des Meisters zum Schüler sein soll. Er nimmt seine Apostel ernst, die er beruft, Ihm nachzufolgen. Christus vertraute ihnen viel an – Er, der alle Erfahrung hatte, denen, die noch unerfahren waren. Er ließ sie mit sich gehen, drei Jahre lang konnten sie Ihn beobachten, mit Ihm beten, Seine Lehre hören. Dann mussten sie selbstständig werden. Christus blieb bei ihnen unsichtbar, aber wirklich. So stärkt Er Seine Jünger bis heute – indem Er ihnen vertraut und ihnen Seine Gnade schenkt.

Wir sind ebenso erst Schüler, dann werden wir Lehrer, wenn wir anderen etwas beibringen. Ein guter Lehrer lässt immer an seinem Leben, seinen Erfahrungen teilhaben, damit der Schüler wächst und später Lehrer werden kann. Das ist nicht nur in der Schule der Fall. Jeder Lehrer war einmal Schüler. In den Vereinen, in jeder menschlichen Gemeinschaft, die älter als eine Generation ist, wird der Geist weitergegeben, der das Besondere erhält.

Die Feuerwehren stehen in ständigem Austausch von Erfahrung und Lernen, von Fragen und Antworten. Wie bei den Aposteln gibt es Lehrer und Schüler, Erfahrene und Neulinge. Dabei können sogar Auseinandersetzungen etwas Positives beitragen, wenn sie nicht in Feindschaft und Eifersucht münden. Paulus und Barnabas gingen in der Mission zuerst gemeinsam, dann getrennte Wege, aber immer in gegenseitiger Hochachtung. Sie hatten eine heftige Auseinandersetzung aufgrund des Verhaltens eines anderen Jüngers, aber dieser Konflikt endete nicht in Eifersucht und Feindschaft, sondern in der Liebe Christi verwurzelt, suchten sie das Reich Gottes.

Christus antwortet Thomas: „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben.“ Er beantwortet die tiefste menschliche Frage über das Leben nach dem Tod durch Sein Leben, Seinen Tod und Seine Auferstehung. Das bedeutet, dass jeder, der Jesus ähnlich wird, den richtigen Weg gehen wird. Unser Leben als Christen ist deswegen stark, weil wir Christus als Vorbild und Helfer haben. Amen.

Auf die Fürbitte des Hl. Florian lasst uns beten zu unserem Vater im Himmel:

  • Hilf den Bischöfen, Priestern und Diakonen, dass sie die Osterbotschaft würdig verkünden.
  • Leite die Politiker an, die Anliegen der Familien zu hören.
  • Beschütze die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehren auf ihren Einsätzen und segne ihre Familien.
  • Stärke die Feuerwehrleute, die heute angelobt wurden, dass sie ihren Dienst treu und begeistert ausüben.
  • Gib uns Deinen Geist, dass er in uns Deine Liebe entzünde.
  • In der Hoffnung auf die Auferstehung beten wir für die verstorbenen Kameraden der Feuerwehren und alle unsere Verstorbenen. Schenke ihnen das ewige Leben.

Du hast uns durch den Tod und die Auferstehung Deines Sohnes erlöst, dafür danken wir Dir heute und in alle Ewigkeit. Amen.

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