Ostersonntag 2026

Liebe Gläubige!

 Manchmal feiern wir Feste so, dass unser Herz nur kurz an ein Ereignis von früher „zurückdenkt“. Dann bleibt vieles im Modus des Erinnerns: schöne Bilder, bekannte Worte, vielleicht sogar Rührung – aber das Leben von heute ändert sich kaum.

Der heilige Augustinus sagt sinngemäß: Das Osterfest soll nicht bloß ein Gedenken sein. Ostern ist anders. Ostern ist ein Mysterium, ein Geheimnis, das nicht vergeht, weil Gott selbst darin gegenwärtig handelt. 

Ein Gedenktag erinnert Vergangenes. Ein Geheimnis dagegen ist dauernde Gegenwart. Das heißt: Ostern ist nicht nur „Erinnerung an die Auferstehung“, sondern Begegnung mit dem Auferstandenen. Und wenn der Auferstandene wirklich lebt, dann darf unser Glaube nicht bei Gefühlen stehen bleiben, sondern soll unser ganzes Leben treffen.

Wie können wir das verstehen? 

Der Glaube macht uns – so kann man es in einfachen Worten sagen – zu „Zeitgenossen Christi“: Nicht, indem wir anständig viel Geschichte nacherzählen, sondern indem wir durch den Glauben so in Christus hineingenommen werden, dass sein Weg mit unserem Leben verbunden wird.

So wird Ostern verständlich als eine Wirklichkeit, die „durch uns hindurchgeht“:

Christus ist durch den Tod gegangen – und er ist auferstanden. Und nun geht sein Weg auch an uns vorbei: in unserer Hoffnung, in unseren Kämpfen, in unseren Zeiten der Dunkelheit. Die Auferstehung ist nicht bloß ein Ereignis aus der Vergangenheit, sondern Grundlage und Verheißung für unseren eigenen neuen Anfang. Die Kirche bekennt: Christi Auferstehung und unsere Auferstehung gehören zusammen.

Außerdem: Ostern dauert immer fort. Die Kirche feiert nicht einen einzigen Tag, sondern eine ganze Zeit. Die fünfzig Tage bis Pfingsten sind wie ein „großer Sonntag“. Das bedeutet: Ostern ist ein Strom, in den wir Schritt für Schritt eingetaucht werden. Und dieser Strom fließt weiter, an jeden Sonntag, der ein kleines Osterfest ist, an jeden Wochentag, an dem wir in der Eucharistiefeier Tod und Auferstehung des Herrn vergegenwärtigen. 

Und wie zeigt sich das in der Liturgie? Die Ostertage sind nicht einfach „Stimmung“. Sie führen uns in die Wirklichkeit hinein, dass Gott sein Heil wirklich schenkt. Darum betont die Kirche: An Ostern stehen Christi Passion, Tod und Auferstehung im Zentrum, und wir werden darin geformt, damit diese Botschaft wirklich unser Denken und Handeln verändert.

Vielleicht kennen Sie das Gefühl: Man hört eine wichtige Wahrheit – und sie bleibt trotzdem „weit weg“. Erst wenn sie das eigene Leben berührt, wird sie wirklich innerlich.

Der Auferstandene lässt die Jünger verstehen und glauben. Und es ist gerade das „Brotbrechen“, bei dem die Jünger erkennen, wer Jesus ist – und wie Gott sich in ihnen lebendig macht.

Wir bekommen zu  Ostern deshalb nicht nur „Information“ über die Auferstehnung, sondern wir werden selbst in dieses Geschehen hinein geführt: in die Feier, in der Christus sein Heil schenkt – nicht als Erinnerung, sondern als gegenwärtiges Geschenk.

Liebe Gläubige, Ostern ist nicht der Versuch, sich trotz all der Widrigkeiten unseres Lebens gut zu fühlen. Ostern ist das Geheimnis, dass Christus lebt, dass sein Weg durch Tod und Auferstehung heute gegenwärtig ist – und dass daraus ein neues Leben in uns werden kann.

Bitten wir den Herrn daher um einen Glauben, der nicht nur denkt, sondern empfängt; nicht nur erinnert, sondern durch den Auferstandenen bewegt wird.

Und schenken wir uns gegenseitig die frohe Botschaft dieses heiligen Tages:

Der Herr ist auferstanden! Er ist wahrhaft auferstanden! Halleluja!

 

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