Religion öffnet die inneren Augen des Menschen. Er lernt mit dem Herzen sehen. Das äußere Auge kann zwar wahrnehmen, aber diese Wahrnehmung muss nichts bewirken. Jesus sagt von sich: „Ich bin das Licht der Welt.“ Durch das Licht, das Er bringt, das innere Licht, können wir besser sehen.

Dazu gehört, Armut wahrzunehmen. „Brich dem Hungrigen dein Brot, nimm obdachlose Arme ins Haus auf, wenn du einen Nackten siehst, bekleide ihn und entziehe dich nicht deiner Verwandtschaft.“ (Jes 58,7)

Man kann leicht an der Armut vorbeigehen, unberührt bleiben. Ist es wirklich so? Bleibt man tatsächlich unberührt?

Ein Kind nimmt wahr, wenn jemand schwächer ist. Der zertretene Wurm, der hinkende Vogel, die schreiende Katze – das nimmt jedes Kind wahr. Aber auch der weinende Mensch lässt ein Kind aufhorchen: Warum ist sie traurig? Warum leidet er? Gerne stellen Kinder diese Fragen, weil sie die Welt mit wachem Herzen beobachten.

Die Fähigkeit zu sehen ist in uns, weil wir Abbild Gottes sind. Gott sieht auf das Leid des Menschen.

Ich durfte in Estland eine Gruppe von Menschen kennen lernen, die Armut wahrnehmen und etwas dagegen tun. Vor sechs Jahren gab es noch keine Malteser in Estland, heute haben sie dreihundert freiwillige Helfer. Ein Österreicher war von dieser Idee erfüllt, aus der Gemeinschaft von Menschen anderen zu helfen. Er sprach den Bischof von Tallinn an, der ihn mit interessierten Katholiken verband. Die Malteser sorgen sich um einsamen Menschen, um Schwache, Kranke, besuchen Arme, organisieren günstige Lebensmittel für Arme.

Da wird das Wort Jesu Christi spürbar: Ihr seid das Licht der Welt. Ihr seid das Salz der Erde. Durch euer Handeln, wird die Welt heller, bekommt das Leben einen guten Geschmack. Mit diesen materiellen Vergleichen öffnet Jesus uns den Blick für die Schönheit des Lebens. Helfen macht Freude. Es braucht Kraft und Ausdauer. Die guten Taten eines Menschen können nachdenklich machen, können den Grund seiner Güte offenbaren: „So soll euer Licht vor den Menschen leuchten, damit sie eure guten Taten sehen und euren Vater im Himmel preisen.“ (Mt 5,16)

heiligenlexikon_button.png

button_evangelium_neu.jpg

  • Default
  • Titel
  • Datum
  • Random
MEHR ANZEIGEN Alle anzeigen

Joomla!-Debug-Konsole

Sitzung

Profil zum Laufzeitverhalten

Speichernutzung

Datenbankabfragen

Protokollnachrichten