Als Johannes ansetzte, über Christus zu schreiben, begann er mit den Worten „Im Anfang war das Wort“. Was meint er damit? Hinter dem Handeln Gottes steht ein Prinzip. Was auf Deutsch mit „Wort“ übersetzt wird, heißt auf Griechisch im Text des Evangeliums „logos“. Dieses Wort hat viele Bedeutungen, die miteinander zusammenhängen: Vernunft, Wort, Befehl, Lehre. Nicht das Chaos, die Willkür, sondern die Logik des gerechten und barmherzigen Gottes ist die Grundlage der Schöpfung. Das Universum in seiner Größe ist für uns Menschen nicht fassbar, aber wir können das Prinzip aus der Offenbarung verstehen. „Der Einzige, der Gott ist und am Herzen des Vaters ruht,

er hat Kunde gebracht.“ (Joh 1,18)

Johannes nennt als Prinzipien Gnade und Wahrheit: „die Gnade und die Wahrheit kamen durch Jesus Christus.“ (Joh 1,17)  Gott neigt sich uns Meschen zu, das bedeutet „Gnade“. Er bringt Licht in die Finsternis, Er offenbart sich, Er erschließt uns Sein Wesen. Gott lässt uns nicht im Dunklen tappen. Deshalb ist Er Mensch geworden. Gnade und Wahrheit sind Säulen der Schöpfung.

Ein Mädchen meinte einmal, Gott sei Energie. Ich würde sagen, Gott schenkt Gnade, Er ist keine physikalische Größe, sondern erschließt sich in der Beziehung zu uns.

Ich habe erst gestern mit einem Biologen diskutiert, der sich selbst als wertekonservativen Atheisten bezeichnet. Er anerkennt die christlichen Werte, die zehn Gebote. Er sagt, dass alles aus der Biologie und Psychologie erklärbar ist. Er kann nicht den Schritt setzen, Gott anzuerkennen. Er meint, dass sich die Menschen Gott als Lückenbüßer für fehlendes Wissen erfunden haben. Aber er anerkennt die Lebensregeln der christlichen Religion. Sie sind für ihn schlüssige Lebensprinzipien.

Christus zeigt uns in Seinem Evangelium, was Ihn bewegt, was Er von uns Menschen hält, warum Er den Menschen liebt, warum Er so handelt.

Beim Jahresrückblick lohnt es sich die Frage zu stellen, was ist das Prinzip meines Handelns?

Ein Mann, dem schweres Unrecht widerfahren ist, sagte mir: Für mich stellen sich zwei Fragen. Kann ich mein Handeln Gott gegenüber verantworten? Und: Nütze ich die Zeit, die mir zufällt? Unerwartete Lebenswenden oder Lebenssituationen können es mit sich bringen, dass sich neue Aufgaben ergeben, die man sonst nicht wahrgenommen hätte.

Der Hl. Johannes sieht die Welt mit den Augen eines gläubigen Menschen. Die Dankbarkeit macht zuversichtlich. Aus der Betrachtung der Vergangenheit erschließt sich die Zukunft: „Aus seiner Fülle haben wir alle empfangen, Gnade über Gnade.“ (Joh 1,16)

Unsere christliche Gemeinschaft lebt aus der Gnade Gottes. Wir können einander Danke, noch besser „Vergelt’s Gott“ sagen: für die Dienste in der Kirche, Ministranten, Musiker, Messner, Freiwillige beim Putzen, Reparieren, Aufrollen und Einrollen der Teppiche, Wechseln der Birnen, alle, die für den Friedhof sorgen, ihre Gräber in Ordnung halten, für die Spender und Kirchenbeitragszahler, für die Jugendlichen und alle, die sich für sie einsetzen, die Rechnungsprüfer, die Pfarrsekretärin, die Helferin im Pfarrhaushalt, Mitglieder des Pfarrgemeinderats und des Vermögensverwaltungsrates, für die Unterstützung durch die Marktgemeinden und die gute Zusammenarbeit, für die fachliche Hilfe durch Mitarbeiter der Erzdiözese, für die Kooperation mit unserem Kloster, dem Schottenstift, für die Aushilfspriester. Viele geben ihren Beitrag aus der Kraft, die Gott uns schenkt. „Aus seiner Fülle haben wir alle empfangen, Gnade über Gnade.“ Amen

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