Es ist bewundernswert, wie sich der Hl. Joseph in die Aufträge Gottes einfügt. Er nimmt Maria und das Kind an. Er zieht nach Ägypten, um das Kind dem Wüten des Herodes zu entziehen. Er kehrt nach Palästina zurück und wählt den Wohnsitz dort, wo am ehesten Sicherheit zu erwarten ist, in Nazaret. Wie er das alles geschafft hat, wird nicht beschrieben. Wie er das Geld für das tägliche Auskommen verdient hat, wo er einen Arbeitsplatz gefunden hat, wo die Familie wohnen konnte, wird nicht erwähnt.

Joseph lässt sich von Gott einbinden. Deshalb wird er als „Gerechter“ bezeichnet, weil er sich an Gottes Auftrag für ihn orientiert. Er richtet sich an Gott aus.

Darin sticht er in den Familiengeschichten heraus, die in der Hl. Schrift berichtet werden. Sein Auftrag ist ein besonderer, nämlich für den menschgewordenen Sohn Gottes zu sorgen. Wir finden viele Menschen, die sich im Laufe ihres Lebens ihres Auftrages bewusst werden. Abraham, Jakob, David, Hanna, Elisabeth und Zacharias – sie sind einige der leuchtenden Beispiele.

Sich in Gottes Auftrag einbinden zu lassen, ist eine Angelegenheit des täglichen Lebens. Der Weisheitslehrer Jesus Sirach beschreibt es nüchtern, wie man mit den Eltern umgehen soll, wenn sie die Schwäche des Alters belastet. Der Hl. Paulus geht sogar weiter, dass jeder dem anderen vergeben soll, wenn einer dem anderen etwas vorzuwerfen hat. Es ist nicht nur ein Respekt vor den Schwächen des anderen, sondern ein aktives Handeln, das im Inneren des Menschen beginnt. Daraus entsteht eine neue Verbundenheit – nicht ein naives romantische Betrachten der Wirklichkeit. „Vor allem bekleidet euch mit der Liebe, die das Band der Vollkommenheit ist!“

Die ersten Jahre Jesu in der Familie bleiben im Verborgenen. Nur die Begebenheit des 12-Jährigen im Tempel ist überliefert. Er fügt sich in das Familienleben ein, arbeitet, verdient Geld, bewältigt das tägliche Leben. Erst danach beginnt Jesus als der Christus in der Öffentlichkeit zu wirken. So zeigt er uns das Besondere im Unscheinbaren. „Aus Ägypten habe ich meinen Sohn gerufen.“ Nicht in der Öffentlichkeit ereignet sich das erste Wirken Christi, sondern wie bei uns im persönlichen Leben. So kann auch für uns gelten, dass das Wort Christi, nämlich Gott selbst, in seinem ganzen Reichtum bei uns wohnt. Amen

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