Große Erwartungen werden in den Heiligen Abend gelegt: Niemand soll alleine sein. Die Familien sollen miteinander feiern. Es soll Friede und Freude herrschen. Die Realität ist oft anders. Menschen können einander nicht ertragen, beachten einander nicht, stoßen den anderen weg. Das ist wie Finsternis, welche das Innere des Menschen erfüllt: Finsternis der Verachtung, der Einsamkeit, der Verurteilung und des Ausgestoßenseins. Kann jemand einen Kontrapunkt setzen?

„Und das Licht leuchtet in der Finsternis und die Finsternis hat es nicht erfasst.“ (Joh 1,5) Es gibt Einen, der sich nicht dem Bösen unterworfen hat, der Seine Kraft in der Schwäche gezeigt hat: „Er kam in sein Eigentum, aber die Seinen nahmen ihn nicht auf.“ (Joh 1,11)

Der Evangelist Johannes erzählt Weihnachten ganz anders als Matthäus und Lukas. Er fasst das Wesentliche zusammen. Er zeigt in wenigen Sätzen den Zusammenhang und den Grundsatz von Weihnachten: „Im Anfang war das Wort.“ (Joh 1,1) Johannes schreibt nicht „am Anfang“, sondern „im Anfang“, genauso beginnt die Bibel im Buch Genesis „Im Anfang erschuf Gott Himmel und Erde.“ (Gen 1,1) Damit ist kein Zeitpunkt genannt, der Urknall oder eine andere Theorie, wie das Universum entstanden sein könnte. „Im Anfang“ heißt auf Latein „in principio“. Das Prinzip allen Lebens ist genannt. Ohne Gott ist nichts, was wurde. „Alles ist durch das Wort geworden und ohne es wurde nichts, was geworden ist.“ (Joh 1,3)

Dieses Prinzip durchzieht alles, was wir als Menschen kennen. Gott spricht Sein Wort und alles entsteht, alles bekommt seinen Sinn und sein Ziel. „Allen, die Ihn aufnahmen, gab er Macht, Kinder Gottes zu werden.“ (Joh 1,12) Das Kind weiß, wer sein Vater ist. „Der Ochse kennt seinen Besitzer und der Esel die Krippe seines Herrn.“ (Jes 1,3) Diese beiden Tiere in der Krippe erinnern uns daran, wem wir gehören. „Herr, ich bin Dein Eigentum“, singen wir bei jedem Begräbnis, weil am Ende des irdischen Lebens das Ziel klar wird oder im Nebel des Unglaubens verschwindet.

Wer kann es wirklich wissen? Sind Ochse und Esel wirklich ein sinnvolles Bild für einen gläubigen Menschen?

„Niemand hat Gott je gesehen. Der Einzige, der Gott ist und am Herzen des Vaters ruht, er hat Kunde gebracht.“ (Joh 1, 18) Ohne Christus wären wir blind, würden vielleicht etwas von der Herrlichkeit Gottes ahnen, könnten aber nichts Gewisses sagen. Jetzt, da Gott Mensch geworden ist, haben wir Gewissheit, dass es stimmt: „Wir haben seine Herrlichkeit geschaut, die Herrlichkeit des einzigen Sohnes vom Vater, voll Gnade und Wahrheit.“ (Joh 1,14) Auf dieser Gewissheit kann jeder mit ruhigem Gewissen sein Leben bauen. Wer an Jesus Christus glaubt, geht nicht in die Irre. Denn „das Wort ist Fleisch geworden

und hat unter uns gewohnt.“ (Joh 1, 14)

Diese ersten Zeilen des Johannesevangeliums sind eine eigene Art der Weihnachtserzählung. Sie reflektieren und zeigen einen Überblick, nicht umsonst hat Johannes das Symbol des Adlers. Wie dieses mächtige Tier alles überblickt, so fasst Johannes in wenigen Worten zusammen, was wir von Gott begreifen können: „Im Anfang war das Wort.“ (Joh 1,1)

Amen.

heiligenlexikon_button.png

button_evangelium_neu.jpg

  • Default
  • Titel
  • Datum
  • Random
MEHR ANZEIGEN Alle anzeigen

Joomla!-Debug-Konsole

Sitzung

Profil zum Laufzeitverhalten

Speichernutzung

Datenbankabfragen

Protokollnachrichten