2. Adventsonntag – 7. Dezember 2025

In dieser Zeit des Advent lädt uns die Kirche uns ein, wach zu werden für das Kommen des Herrn. Stellen Sie sich vor, Sie stehen am Ufer eines Flusses, am Jordan, und Sie hören eine raue Stimme rufen: „Kehrt um! Das Himmelreich ist nahe!“ Diese Stimme gehört Johannes dem Täufer, die nicht nur in der Bibel widerhallt, sondern auch in unserem Herzen, wenn wir uns auf Weihnachten vorbereiten. 

Heute, am Zweiten Adventsonntag, dreht sich alles um Vorbereitung durch Umkehr und Gerechtigkeit. Die Lesungen malen uns ein Bild vom Messias, der Gerechtigkeit bringt, und von Johannes, der den Weg für den Herrn ebnet, und uns aufruft, ebenso dem Herrn die Wege vorzubereiten. Diese Worte wollen uns nicht belehren, sondern verändern!

Die Worte des Propheten Jesaja: „An jenem Tag wächst aus dem Baumstumpf Isais ein Reis hervor.“ haben wir in dem schönen Advent- und Weihnachtslied »Es ist ein Ros entsprungen« verarbeitet. 

Der „Baumstumpf“ – das ist das zerstörte Königreich Davids, die Hoffnung Israels, die scheinbar zerstört ist. Doch aus diesem Nichts, aus aller Verzweiflung des Menschen, aus aller Hoffnungslosigkeit, sprosst ein neuer Trieb: der Messias, auf den der Geist des Herrn ruht – der Geist der Weisheit, Einsicht, Stärke und Furcht vor dem Herrn. Er richtet nicht nach dem Augenschein, sondern entscheidet für die Armen, wie es recht ist. Und dann das atemberaubende Bild: Wolf und Lamm zusammen, Kind und Schlange – ein Reich des Friedens, wo das Böse besiegt ist und die Erde erfüllt von der Erkenntnis des Herrn. Jesaja malt nicht nur eine ferne Utopie; er prophezeit den, der kommt, um die Welt zu heilen.

Und dann das Evangelium: Johannes der Täufer tritt auf, rau und unerschrocken, in Kamelhaaren gekleidet, er ernährt sich von Heuschrecken und Honig. „Kehrt um! Denn das Himmelreich ist nahe.“ Er ist die Stimme des Jesaja: „Bereitet den Weg des Herrn, macht gerade seine Straßen!“ Menschen strömen zu ihm, bekennen Sünden und lassen sich taufen. Doch Johannes warnt die Heuchler: „Bringt Frucht hervor, die eure Umkehr zeigt!“ Kein Sich-Berufen auf Abstammung, kein leeres Ritual. Johannes bereitet nicht das Ende, sondern den Anfang – das Kommen Jesu, das die Gottesherrschaft einleitet, eine Zeit der Gnade, wo Umkehr die Tür zur Erlösung öffnet.

Diese Lesungen weben ein enges Netz: Der Messias aus Isais Stamm bringt Gerechtigkeit und Frieden, Johannes mahnt zur Umkehr als Vorbereitung. Johannes ist der letzte Prophet, der den Übergang vom Alten zum Neuen Testament markiert. 

Advent ist keine ruhige Besinnung allein; es ist Warten in Umkehr, Vorbereitung auf das dreifache Kommen Christi: in der Krippe im Stall von Betlehem, in den Sakramenten der Kirche und in Herrlichkeit. Die Advent-Liturgie erinnert uns: Schaut zurück auf seine erste Niedrigkeit, schaut vor auf seine majestätische Rückkehr. Und Johannes' Stimme dringt in unsere Wüste ein – die Wüste unseres Herzens, wo Egoismus, Ungerechtigkeit und Spaltung wüten.

Stellt euch vor, eine Familie, zerrissen durch Streit: Der Vater, der immer recht haben will, die Mutter, die unterdrückt wird, die Kinder, die auseinanderdriften. Ist das nicht unser Alltag? In der Welt sehen wir es größer: Kriege, wo Mächtige die Armen zertrampeln; Ungleichheit, wo Reiche sich abschotten; Gemeinden, wo Klatsch und Vorurteile trennen. Johannes würde zu uns sagen: „Ihr Schlangenbrut – bringt Frucht!“ 

 Wie bereiten wir den Weg des Herrn in unserem Alltag? Zuerst Umkehr als innere Haltung. Johannes tauft mit Wasser zur Buße – Wir dürfen uns in diesen Tagen beschenken lassen mit dem Sakrament der Buße, mit der Beichte! Bekennen wir unsere Schuld. Fragen wir uns: Wo richte ich nach Augenschein? Wo ignoriere ich die Armen? In der Familie, am Arbeitsplatz, in der Nachbarschaft? Lernen wir, für die Geringen zu entscheiden, wie es vom Messias gesagt wird. 

Ein weiteres ist die Bereitschaft,  Frieden zu stiften. Jesajas Vision ist nicht fern: Fangt klein an – verzeiht einem Kollegen, helft einem Bedürftigen, betet für Frieden in der Welt. Advent ist Zeit der freudigen Hoffnung, wo Gnade reift und wir Gott ähnlich werden. Die Kirche lehrt: Barmherzigkeit ist keine Einbahnstraße; sie verbindet Gerechtigkeit und Liebe, heilt Wunden und baut Brücken.

Liebe Schwestern und Brüder! Macht diesen Advent zu einer echten Vorbereitung! Nehmt euch vor: Diese Woche ein konkretes Akt der Umkehr – ein Anruf bei jemandem, den ihr verletzt habt; eine Spende für die Armen; ein Moment der Stille, um den Heiligen Geist zu bitten. Geht zur Eucharistie, wo Christus kommt – nicht nur in Erinnerung, sondern wirklich. Seid wie Johannes: Ruft zur Umkehr, bereitet den Weg. Lasst den Messias in eurem Herzen sprossen, damit Gerechtigkeit blüht und Frieden wächst.

Das Himmelreich ist nahe – nicht als Drohung, sondern als Gnade.

Amen. 

 

 

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