26. Dezember 2022 - Hl. Stephanus

 

"Ich sehe den Himmel offen!" - Dieses Bekenntnis des Hl. Stephanus dürfen wir in diesen Tagen uns selbst freudig zu eigen machen! 

Der Himmel ist offen in diesen Tagen der Gnade! Die Gnade Gottes ist erschienen, so hat uns der Hl. Paulus in der Christnacht verkündet. Der Himmel ist offen, wir können auf eine ganz besondere Weise die Herrlichkeit Gottes betrachten: in dem kleinen Kind, in der Krippe von Bethlehem, zugleich im starken Herrn und Gott, in unserem Messias, unserem Erlöser, dem Herrn Jesus Christus. 

Die Botschaft von der Geburt des Erlösers nimmt ihr Ende nicht am Tod der Märtyrer. Sie erhält durch ihr gläubiges Zeugnis bis zum letzten Atemzug ihres Lebens neue Kraft! Dies erkennen wir besonders, wenn wir das Leben und Sterben des Heiligen Stephanus betrachten. 

Er war Diakon, er hat dadurch in diesen frühen Jahren der Kirche den Dienst an den Armen, den Kranken, den Witwen und Waisen versehen. Zugleich schildert uns die Apostelgeschichte die Diakone aber als hochgebildete Verkünder des Gotteswortes, als leuchtende Glaubenszeugen in der Zeit der schweren Verfolgung. 

"Ich sehe den Himmel offen und den Menschensohn zur Rechten Gottes stehen" - Stephanus darf hineinblicken in den Ratschluss Gottes, in seinen Heilsplan, der seinen Anfang nahm in der Verkündigung der Geburt seines Sohnes aus der Jungfrau Maria, der im Geheimnis von Weihnachten ein manifestes Zeichen in unserer Welt setzt,  der seine Vollendung erlangt im Tod und der Auferstehung Christi zu Ostern, und doch hier nicht zum Ende kommt, sondern sich in der Kirche immer neu fortsetzt, gestärkt durch den Heiligen Geist, der ihr am Pfingstfest geschenkt wurde. 

Der Himmel ist offen - und er ist offen geblieben. In der Heiligen Schrift spricht uns der allmächtige Gott immer neu an, sein Wort wird uns in der Kirche verkündet und in der Autorität der Apostel ausgelegt. In der Eucharistie wird uns Christus von Angesicht zu Angesicht gegenwärtig, wohl verhüllt in den Gestalten von Brot und Wein, und doch wirklich und ganz da, um mit uns täglich neu in Beziehung zu treten. 

Das ist unser kirchlicher Alltag heute. Der seinen Grund gelegt bekam im kraftvollen und unverbrüchlichen Zeugnis dieser großen Heiligen am Anfang. Ein Alltag der Kirche, der niemals grau und eintönig werden darf, sondern bunt und strahlend sein soll, durch unser eigenes Glaubenszeugnis, durch unsere Treue zu Christus und seiner Kirche, durch unsere Bereitschaft, für ihn einzutreten. 

Der Herr hat den Jüngern - und damit auch uns heute - vorausgesagt, dass seine Botschaft, dass die Verkündigung des Wortes Gottes auf Widerstand stoßen wird, dass jene, die zu ihm halten, die ihm nachfolgen, mit Verfolgung zu rechnen haben. Doch an Stephanus sehen wir, dass diese Verfolgung nicht ein Beweis gegen den apostolisch-missionarischen Eifer ist, sondern FÜR ein unermüdliches Eintreten im Dienste der frohen Botschaft. Er war, so sagt uns die Apostelgeschichte, erfüllt vom Heiligen Geist, er trat mit Gnade und Kraft auf. 

Beten wir um den Geist des Rates und der Stärke, der auch unser Glaubenszeugnis mit Kraft und Glaubwürdigkeit versieht. 

Beten wir um den Mut, auch dort für den Herrn und seine Kirche einzutreten, wo uns der raue Wind einer säkularisierten Gesellschaft immer stärker ins Gesicht bläst. 

Denn der Himmel steht offen. Und der Menschensohn thront zur Rechten des Vaters - weil er sein Erlösungswerk vollendet - auch an uns.

Amen. 

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