Taufe des Herrn - 12. Januar 2020

Liebe Gläubige!

Es bedarf manchmal äußerer Anlässe, um den Blick nach oben, zu Gott, der alles gut machen kann, zu erheben. So hat auch die Herrschaft der Römer und des von ihnen abhängigen Königs Herodes unter dem jüdischen Volk eine große messianische Erwartung erweckt.

Die Person und das Auftreten des Täufers Johannes waren so sehr gut dazu geeignet, große Hoffnung in Ihn zu setzen. Doch diese Hoffnung weist Johannes deutlich zurück und lenkt die Aufmerksamkeit der Israeliten hin auf den, „der kommt und der stärker ist“. Dies sind deutliche Anspielungen auf Gott hin, denn „der Starke Israels“ ist eine jener Redewendungen, mit denen die Juden den Gottesnamen YHWH umschreiben. Damit stellt Johannes ein für allemal klar, wenn jemand wirklich etwas für Israel tun kann, kann das nur Gott selber und nicht jemand anderer sein. In diesem Sinne grenzt er auch die Taufe, die er spendet, ab, von der Taufe dessen, „der stärker ist“. Die Wassertaufe des Johannes ist Zeichen der Buße und der Umkehr, wie es den Juden durch ihre vielen Reinigungsriten und Tauchbäder vertraut war. Johannes kann die Menschen dazu bewegen, umzukehren, sich vom Bösen abzuwenden und dem Guten sich neu zu verpflichten.

Johannes kann ihre Bereitschaft dazu durch Untertauchen symbolisch vollziehen und dadurch vor allen anderen bescheinigen. Mehr kann er allerdings nicht. 

Die Umkehr ist jedoch der notwendige erste Schritt zu einer Erneuerung des Menschen von Grund auf. Diese Erneuerung kann nur dann geschehen, wenn jemand den ersten Schritt dazu tut, den zweiten Schritt kann er nicht mehr selbst vollziehen, dieser ist Geschenk „des Stärkeren“, also Gottes. Johannes beschreibt diesen zweiten Schritt als „Taufe durch den Hl. Geist und durch Feuer“.

Mit Feuer verbanden die Menschen des AT immer die Erfahrung der Gegenwart Gottes. Mose tritt dem Allmächtigen Gott im brennenden Dornbusch entgegen, die Feuersäule zeigte Gottes Nähe beim Zug des Volkes durch die Wüste. Feuer hat immer mit Gericht und mit Läuterung zu tun. Wenn Johannes hier von der „Taufe durch den Geist und durch Feuer“ spricht, so meint er eine ganz persönliche Begegnung zwischen Gott und Mensch. Diese Begegnung hat auch Gerichtscharakter, sie kann schmerzlich und erschreckend sein. Doch dieses Gericht führt nicht zu Verurteilung und Verdammnis, sondern es ist die Voraussetzung, daß der Geist Gottes im Menschen wirken kann. Die Taufe durch den Geist und durch Feuer befähigt den Menschen zu einer Lebensgestaltung und Lebensqualität nach göttlichen Maßstäben. 

Jesus stellt sich hier in die Reihe der Sünder, so wird er zum Vorbild für den umkehrbereiten Menschen. An ihm wird dem Taufbewerber klar, was in der Taufe geschieht. An Jesus sieht man, wie dem offenen, betenden Menschen der Geist Gottes geschenkt wird. Der Geist kann von ihm Besitz ergreifen und in ihm wirken. 

Die Stimme, die aus dem Himmel kommt, ist die Zusicherung Gottes, daß er hinter dem steht, was der Getaufte auf Grund seiner neuen Lebenseinstellung sagt und tut.

Taufe soll auch für uns nicht ein singuläres Ereignis irgendwann am Lebensanfang sein. Es ist Chance und Auftrag, täglich erneut all das im Leben anzunehmen, was uns durch die Taufe anfanghaft geschenkt ist.

Jesus stellt sich in die Reihe der Sünder, um uns das Vorbild des Menschen der Umkehr zu geben. Lassen wir uns ergreifen von diesem Vorbild, lassen wir uns vom „Starken Gott“ umwandeln, unser Leben auf ihn ausrichten, und so selbst als Getaufte Zeugnis für Gottes lebendige Nähe und Gegenwart ablegen!

Amen.

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