15. August 2018 

Hochfest der Aufnahme Mariens in den Himmel

Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!

Worum geht es beim heutigen Fest?  Viele Volksbräuche, die Wallfahrten zu Marienkirchen, die Kräutersträußchen, die am 15. August gesegnet werden, usw., erwecken den Eindruck, dass es sich einfach um ein volkskirchlich verwurzeltes Fest handelt. 

Dabei geht es hier um viel mehr. Es geht um eine Grundwahrheit des Glaubens.

Im Jahr 1950 bestätigt Papst Pius XII. durch das Dogma von der leiblichen Aufnahme Mariens in den Himmel, was über 1800 Jahren bereits tiefste Glaubensüberzeugung der Menschen war. Seit dem Konzil von Ephesus kennt die Ostkirche dieses schöne Marienfest, im sechsten Jahrhundert wird der 15. August bereits staatlicher Feiertag, seit dem 7. Jahrhundert feiert die römische Kirche diesen Tag. 

Maria segnet uns von der himmlischen Herrlichkeit her, wie sie durch ihren Besuch bei Elisabet das Haus des Zacharias und ihrer Verwandten gesegnet hat. Doch es geht noch um viel mehr in diesem Festgeheimnis. Es geht darum, dass wir an Maria lernen können, wie wir uns als Kind Gottes verstehen, zugleich von ihm auf reichste Weise beschenkt erkennen können. Das Gnadenangebot, das Maria angenommen hat, steht auch uns offen. Sie, die selige Jungfrau, die erwählt war, Mutter des göttlichen Sohnes zu werden, steht als das große himmlische Zeichen vor uns. Ein Mensch, von Gott begnadet, hörend auf Gottes liebevolles Wort der Rettung und Erlösung, ein einfaches Mädchen aus Nazareth, erwählt, den besonderen Platz im Heilsplan des Herrn einzunehmen. 

Die Begnadung Mariens ist bei aller historischer Wirklichkeit zugleich auch ein Sinnbild unseres Lebens. Nehmen wir das Gnadenangebot Gottes an? Sind wir bereit, zuzulassen, dass Er unser Leben lenkt und unsere Wege auf das letzte Ziel hin ausrichtet? 

Wenn sich auch der Herbst um diesen Hohenfrauentag schon unübersehbar ankündigt, wenn das Sterben in der Natur an den Stoppelfeldern und den ersten dürren Blättern erkennbar ist, wird heute unser Blick weit über diese irdische Vergänglichkeit hinaus verwiesen. Denn in Maria erkennen wir den Plan Gottes mit dieser Welt, mit seiner Welt und seinen Menschen, mit uns. In Maria zeigt er uns auch unser Ziel - den Himmel - Gottes Gegenwart in überwältigender Schönheit und Fülle!

Lassen wir uns von Maria führen, nehmen wir ihr Lebensbeispiel als Hilfe und Impuls für unser eigenes Bemühen und weisen wir die Hand Gottes, die er uns helfend und heilend hinstreckt, niemals zurück. Dann können auch wir von unserem himmlischen Vater sagen: Der Mächtige hat Großes an uns getan, sein Name ist heilig!

Amen. 

 

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