Pfingstsonntag  - 24. Mai 2015

Liebe Gläubige, versammelte Gemeinde!

Zweimal in der Osterzeit hören wir vom Kommen des Heiligen Geistes. Jesus Christus tritt am Ostertag in die Mitte seiner Jünger. Er bringt ihnen den Frieden und schenkt ihnen den Heiligen Geist. Er gibt ihnen die Vollmacht zur Sündenvergebung in dieser Welt. - Und am Pfingsttag, 9 Tage nach dem Abschied des Herrn von seinen Jüngern und seinem Wirken als Gottmensch auf dieser Erde, sendet er den Heiligen Geist über die Jüngerschar, die mit der seligen Jungfrau Maria im Gebet versammelt war. 

Wie eine Klammer liegt die Geistsendung über dieser Osterzeit. Die Zeit des Osterjubels, der Freude über das von Gott neu geschenkte Leben wird gleichsam zusammengehalten und festgemacht, gesichert, durch das Wirken des Heiligen Geistes. Und vom Pfingstfest an, dem Geburtstag der Kirche, reicht sozusagen diese Klammer bis hin zu jenem Tag, an dem der Herr wiederkommen wird. Und so, wie am Ostertag wird er auch dann zu den Seinen sagen: Schalom - der Friede sei mit euch. 

Denn wir wissen nur allzu gut, wie schwierig dieser wahre Friede ist. Unser Heiliger Vater hat erst vor kurzem diese schwierige Mission ins Heilige Land gewagt. Er hat den Frieden angeboten - an Stätten, die auch 2000 Jahre danach das Heilswirken Jesu atmen. In Stätten, wo beinahe noch dieses „Shalom“ Jesu Christi zu hören ist, und zugleich der Donner der Geschütze genau diesen Frieden, den die Menschen so dringend nötig hätten, zunichte macht. 

Am Pfingstfest erkennen wir wieder neu unsere Aufgabe in der Kirche. Wir können an dieser jungen Kirche von Jerusalem, damals am Tag der Geistsendung, lernen. Denn diese Geistsendung hat nicht aufgehört. Der Geist Gottes will unser kirchliches Handeln und wirken stärken und sichern. Der Geist Gottes ist es, der den Sakramenten ihre Wirkung verleiht, um den Menschen den Frieden mit Gott und den Mitmenschen im Sakrament der Sündenvergebung neu zusagen zu können. Der Geist wird über die Gaben herabgerufen, die uns die eucharistische Gegenwart unseres Herrn und Retters Jesu Christi schenken. Und der Geist möge unser alltägliches Handeln begleiten, dass wir unser „Shalom“ - „Friede“ ausprechen können. Dass wir Taten des Friedens setzen und selbst - wie der Hl. Franziskus es erbeten hat - Werkzeug des Friedens in dieser so zerstrittenen und gespaltenen Welt werden können. 

Amen. 

 
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