Christmette 24. Dezember 2016

Liebe Schwestern und Brüder, versammelte Gemeinde!

„Die Gnade Gottes ist erschienen, um alle Menschen zu retten“ - so schreibt der Völkerapostel Paulus in seinem Brief an Titus. Kürzer und prägnanter könnten wir das Geheimnis dieser Heiligen Nacht nicht zusammenfassen. Die Gnade Gottes ist uns erschienen! - Uns Menschen, die wir - so drückt es das Buch Jesaja treffend aus - oftmals im Dunkeln umherirren, den Weg verloren haben, meinen, allein auf weiter Flur zu sein, ohne Hilfe, auf uns selbst gestellt…. Uns Menschen, die wir so oft meinen, aus eigener Kraft alles leisten und stemmen zu können - und immer wieder einsehen müssen, dass uns genau diese Kraft genommen wird, dass wir uns selbst Lasten auferlegt haben, die wir nicht tragen können. Dass wir als Menschen meinten, uns eine ideale Welt zusammenzubauen - und in Wirklichkeit haben wir uns eine Hölle auf Erden geschaffen!

Die Gnade Gottes ist erschienen, um alle Menschen zu retten - gerade an diesem Weihnachtsfest im  Jahr 2016 bekommt diese Zusage an uns eine besondere Tragweite. Wir brauchen die Rettung durch Gott dringender denn je. Wir werden bedroht vom Terror, der uns all dessen berauben will, was unsere Zivilisation ausmacht, der uns die letzte Freude rauben will, der zerstören will, was uns hilft und unterstützt, unseren Blick wieder auf unseren Herrn und Gott, auf das kleine Kind von Betlehem zu richten. 

Die Gnade Gottes ist erschienen. Damals, vor mehr als 2000 Jahren. Und sie erscheint uns, hier und heute, immer neu. Denn es ist Gott selbst, der wirkmächtig hier eingreift. Der aber nicht dreinschlägt, sondern ein Geschenk anbietet. Das größte Geschenk, das wir je in dieser Welt angeboten bekommen: Den Sohn Gottes. Er will Mensch werden, er will uns auf unserer Erde auf Augenhöhe begegnen, ohne Macht und Gewalt, sondern mit den Augen der Liebe und Barmherzigkeit, mit den ausgebreiteten Händen der Vergebung, die sich sogar ans Kreuz schlagen lassen, um die Erlösung für alle zu erwirken. Das ist die Botschaft, die wir gegen allen Hass, gegen Terror und Bedrohung unserer Zivilisation ausrufen wollen. „Uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns geschenkt! Die Herrschaft liegt auf seiner Schulter!“ - Die Symbole von Hass und Krieg und Zerstörung haben keine Macht mehr, sind bedeutungslos geworden. „Der Friede hat kein Ende“ - das ist unsere Botschaft, die wir in diese Nacht hineinrufen, gegen alle Zerstörung unserer vermeintlichen Sicherheit, gegen alles Gerede von Krise und Untergang. Gott setzt einen neuen Anfang. Mit uns, in unserem Leben. Das kleine Kind in der Krippe. Es zeugt davon!

Amen. 

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