Pfingsten - 15. Mai 2016
Liebe Schwestern und Brüder, versammelte Gemeinde!
"Als der Pfingsttag gekommen war, befanden sich alle am gleichen Ort." - So einfach leitet Lukas eines der größten Ereignisse der Weltgeschichte ein. Die Geburt der Kirche durch die Geistsendung über die Jünger des Herrn, die hinaustreten können, um die frohe Botschaft zu verkünden.


Alle befanden sich am gleichen Ort. Wir hören in den Sätzen zuvor, dass die Jünger, gemeinsam mit den Frauen um die selige Jungfrau Maria versammelt waren. Wir können uns vorstellen, wie Maria den Jüngern Mut und Kraft zugesprochen hat. Sie hat den Hl. Geist bei der Verkündigung der Geburt des göttlichen Sohnes empfangen, sie hat all die Verheißungen in der Auferstehung ihres Sohnes bestätigt bekommen. Sie kann nun Hoffnung schenken, wo die Jünger noch furchtsam in die Zukunft blicken.
Aber alle sind am gleichen Ort, sie sind im gemeinsamen Gebet verbunden. Und in diese Gemeinsamkeit hinein kann der Hl. Geist wirken. Das Gemeinsame der Jünger, dass sie sozusagen dieselbe Sprache des Glaubens sprechen, weitet sich nun aus auf alle, die in Jerusalem anwesend sind. In ihrer Muttersprache hören Sie die Jünger predigen. Die Sprache des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe eint sie.
Der Geist Gottes bewirkt diese Einheit. Er bewirkt Vergebung, wie es uns der Herr im Evangelium zusagt. Und wir sprechen von 7 Gaben des Hl. Geistes, die wir auch den 7 Sakramenten zuordnen können.
Die Gabe der Weisheit deutet hin auf die heiligste Eucharistie. Es ist Weisheit Gottes, dass er uns seine bleibende Gegenwart schenkt. Und es bedarf der menschlichen Weisheit, vom Glauben her genährt und gebildet, dieses große Geschenk Gottes immer neu zu empfangen. Wir dürfen auf die Gabe der Gottesfurcht schauen. Ehrfürchtig - nicht ängstlich - dürfen wir mit unserem Gott in Beziehung treten. In der Taufe treten wir ein in diese Beziehung Gottes, in seine Familie. Die Gabe der Stärke wird uns in der Firmung verliehen, in diesem Sakrament der Geistsendung, das den Heranwachsenden Menschen und Christen stärken soll in seinem Zeugnis für Gottes Nähe und Gegenwart. Die Gabe der Frömmigkeit ist eine Grundbedingung für den besonderen Dienst in der Kirche, der durch das Weihesakrament übertragen wird. Die Gabe des Rates ist wichtig für die Eheleute, dass sie das rechte Wort finden und dem Partner Stütze und Halt sein können. Die Gabe der Erkenntnis brauchen wir beim Sakrament der Buße, bei der Beichte, um erkennen zu können, dass wir sündige Menschen sind, dass wir immer wieder der Vergebung Gottes bedürfen, dass wir die Gnade der Lossprechung annehmen, zu der Jesus am Ostertag seine Jünger durch die Geistgabe befähigt hat. Und die Kranken brauchen die Gabe der Einsicht, dass auch aus ihrem Leiden Segen für sich und die Welt erwachsen kann. In der Krankensalbung werden sie auch zu dieser Einsicht gestärkt.
So dürfen wir um den Hl. Geist bitten, für uns alle, die wir hier "am gleichen Ort" versammelt sind. Dass wir den Mut und die Kraft haben, unsere Charismen, unsere Gnadengaben, Talente und Fähigkeiten zu entfalten und einzusetzen im Dienst am Nächsten und am Aufbau des Reiches Gottes.
Amen.

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