Ostermontag, 28. März 2016

Liebe Schwestern und Brüder im Herrn!

Zwei sind auf dem Weg. Enttäuscht von dem Fortgang der Ereignisse in Jerusalem. Da war einer, dem sie ihren ganzen Glauben geschenkt haben, auf den sie ihre ganze Hoffnung gesetzt haben, dieser Jesus von Nazareth. Vom Reich Gottes hat er gepredigt, die Kranken geheilt, die Toten erweckt. 

Und dann ist er selbst tot. Gestorben durch das Schreien des Volkes nach Kreuzigung, gestorben an der Feigheit des Statthalters Pontius Pilatus, gestorben am Hass der Führer der Religion. Und mit ihm sind die Träume und Hoffnungen gestorben, die diese Jünger verbanden. Sie gehen nach Hause. Zurück in ihren Alltag, an ihre Arbeitsstätte, aus der sie drei Jahre zuvor aufgebrochen sind, um Jesus nachzufolgen. 

Das ist die Grundlage dessen, was wir im Evangelium gehört haben. Weit entfernt waren die beiden von den hoffnungsfrohen Aufrufen des Petrus zum Glauben, wie er sie nach dem Pfingstfest der Gemeinde zujubelt. Weit entfernt von der Glaubensfestigkeit des Paulus, der von der Grundlage der frohen Botschaft, des Evangeliums spricht. 

Doch in ihre Hoffnungslosigkeit und Verzweiflung bricht Jesus ein, auf eine manifeste Weise, die sie sich nicht zu träumen wagten. 

Er geht mit ihnen, noch unerkannt. Er legt ihnen die Schriften des alten Bundes aus. Nicht so wie ihre Schriftgelehrten, wo man den Eindruck hatte, sie würden nur in die eigene Tasche arbeiten. (Und - Anmerkung - auch nicht wie jene Bibeltheologen und Exegeten unserer Tage, die an die Heilige Schrift herangehen als würden sie einen toten Frosch sezieren, und damit jeden Funken Geist und Hoffnung töten) Bei der Auslegung durch den Fremden „brannte ihnen das Herz“. Sie erkennen plötzlich Zusammenhänge, die ihnen zuvor nicht aufgegangen waren. Sie erkennen den Herrn Jesus Christus als diesen letzten Zielpunkt all dessen, was Gesetz und Propheten über Jahrhunderte verkündet hatten, was die Sehnsucht des Volkes Israel war. Und der Höhepunkt passiert beim gemeinsamen Mahl - Die Worte und die Handlungen, wie beim Abendmahl mit den Jüngern gesprochen und getan - lassen sie den Herrn Jesus Christus erkennen. 

Was wir in Wortgottesdienst und Eucharistiefeier begehen, das durften die beiden Jünger auf ihrem Weg nach Emmaus und bei ihrer Ankunft dort erleben!

Wir dürfen in österlicher Freude darum bitten, dass auch uns das Verständnis der Schrift eröffnet wird - und dass uns in der Feier der Eucharistie die Augen aufgehen, dass wir Jesus erkennen, seine Gegenwart gläubig erspüren und mit ihm in Gemeinschaft treten. Denn ins Leben hat er uns mitgenommen. Auf diesem Evangelium, auf dieser Botschaft gründet all unsere Hoffnung. 

Amen. 

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