Allerheiligen 1. November 2020

 

Liebe Schwestern und Brüder im Herrn!

Kennzeichen eines Heiligen ist sein Bemühen,. Jesus nachzufolgen; oder mit den Worten der Zweiten Lesung gesprochen: als Kind Gottes, als Sohn oder Tochter Gottes zu leben. Welche geistliche Prägung ein/e Heilige/r auch gehabt haben mögen, in einem sind sie alle verbunden, nämlich in der Nachfolge Jesu Christi, im Bemühen, nicht nur Christ zu heißen, sondern wirklich als Christ zu leben. Was nützt das Tragen eines noch so markanten Namens wie eben „Christ", wenn mein Leben nicht Spuren dieses Namen zeigt? An den Heiligen leuchtet deutlich sichtbar auf, was es bedeutet. Christ zu sein.

Ein weiteres, geradezu auffälliges Kennzeichen der Schar der Heiligen ist ihre Buntheit. Wie eine bunte, üppig blühende Wiese erstrahlt - in einem Bild ausgedrückt - die unzählbare Schar der Heiligen: Kinder, Jugendliche, Männer, Frauen; Handwerksleute, Lehrende, Königinnen, Regierende, Bauern, Bürger, Mystikerinnen, Priester, Bischöfe, Päpste, Mönche, Ordensgründerinnen, Ordensfrauen, Märtyrer, Mütter, Väter, Reiche, Arme. Quer durch das Leben, durch Berufe und gesellschaftliche Schichten sind die Heiligen Zeugen für ein gelungenes Leben in der Nachfolge Jesu Christi. Die Kirche stellt sie uns als nachahmenswerte Beispiele für ein christliches Leben vor Augen. An diesem Festtag gedenken wir ihrer besonders und vertrauen auf ihre Fürsprache. Denn auch wir gehören als Getaufte zur großen Gemeinschaft des Volkes Gottes; und die Heiligen sind uns im Glauben und in der Liebe beispielhaft vorangegangen.

Durch ihr Leben haben die Heiligen deutliche Spuren in dieser Welt hinterlassen. Spuren des Guten,. unübersehbare Spuren des wachsenden Reiches Gottes. Sie haben nicht gewartet. bis es jemand anderer tut, sondern sie haben sich selbst engagiert. haben sich abgemüht und manchmal schier blutig geschunden Dienst .an den Menschen. Durch ihr Leben aus der Liebe Gottes heraus haben Heilige diese Welt verändert; ohne eine Revolution anzuzetteln, haben sie doch auf revolutionäre Weise vieles an Gutem in die Welt eingebracht, oft ganz verborgen und unscheinbar. Sie haben es verstanden, mit dem Aufbau des Reiches Gottes bei sich selbst zu beginnen und nicht zuerst die Bekehrung anderer zu fordern.

Die Heiligen sind seligzupreisen, weil sie alles von Gott her erwartet haben, weil sie in all der oft so deprimierenden Traurigkeit ihrer Zeit nicht verzweifelt sind, sondern all ihre Hoffnungen aktiviert haben. Sie haben nicht auf Gewalt gesetzt, sondern ihr Erbteil von Gottes Güte erwartet. Sie haben die Gerechtigkeit aus ganzem Herzen als Geschenk Gottes ersehnt und die von Gott erfahrene Barmherzigkeit anderen Menschen zugewendet. Sie sind den geraden Weg gegangen und haben nicht auf krumme Touren gebaut. Sie haben sich für Frieden und Verständigung eingesetzt. Verfolgung, Beschimpfung und Verleumdung haben sie nicht abgehalten, entschieden Jesus nachzufolgen und zum Aufbau des Reiches Gottes beizutragen. Sie waren tief überzeugt: Gott allein genügt!

 

Allerheiligen meint wirklich das Fest aller Geheiligten, aller. die durch Jesus geheiligt worden sind und sich heiligen lassen. Daher steht in der Lesung, die wir eben hörten, der große Lobpreis auf Gott und die Hoffnung auf endgültige Befreiung von all den bedrängenden und dunklen Erfahrungen. dargestellt im Bild der weißen Gewänder.

Auch wir haben teil an der Liebe, die Gott selber ist, und sind durch ihn geheiligt. Kinder Gottes sind wir und als solche sind wir eingeladen, auch nach dieser Berufung zu leben. Als Geliebte und Geheiligte sind wir als pilgerndes Gottesvolk unterwegs, ausgestattet mit der unzerstörbaren Hoffnung, daß die Vollendung in der Herrlichkeit Gottes das Ziel unseres Lebens ist.

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