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  • Guten Gewohnheiten können den Charakter prägen. Am Sonntag in die Kirche zu gehen, ist eine gute Gewohnheit, eine Tugend. Wie prägt der Kirchgang? Der eine wird nachdenklicher, der andere ruhiger, die eine wird nachsichtiger, die andere geduldiger. In allem wirkt Christus, weil Er da ist. „Zur Freiheit hat uns Christus befreit.“ (Gal 5,1) Sie kennen die Erzählung von Lot und seiner Frau? Als sie aus Sodom und Gomorra flüchteten, sollten sie nicht zurückblicken. Das ist ein Bild für schlechten Gewohnheiten, die von Gott wegführen, die sich gegen die gute Gemeinschaft richten. Sodom und Gomorra sind ein Bild für die verkommene Stadt, den Egoismus, die Feindseligkeit. Lots Frau blickt zurück und erstarrt zu einer Salzsäule. Hatte sie noch Sehnsucht nach dem
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  • Faszinierend an den biblischen Propheten ist, wie sie menschliche religiöse Traditionen aufgreifen, reinigen und auf Gott hin ausrichten. Im Buch Sacharja wird angedeutet, was im Norden Israels Brauch war: Man verehrte einen Gott der Vegetation. Immer wieder versuchten die Propheten, die Israeliten aus der Täuschung herauszuführen. Die Natur ist nicht Gott. Sie ist von Ihm geschaffen. Sacharja erwähnt Megiddo, eine alte Festung im Norden von Israel. Sie lag im Kreuzungspunkt von Verkehrswegen. Dort führte die Straße von Ägypten nach Mesopotamien. Viele Händler, Soldaten, Reisende zogen durch diese Gegend. Manche Bräuche brachten sie dorthin und nahmen sie auf ihrer Durchreise auf. So war es Brauch, das Absterben der Vegetation zu beweinen, weil der Gott der Vegatation stirbt und im Frühjahr wieder
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  • Wir feiern heute sichtbar, was unsere Sinne nicht begreifen können. Davon spricht der lateinische Hymnus „Tantum ergo“, den wir zum Schluss des Fronleichnamsfestes singen werden: Der Glaube muss ergänzen, wo die Sinne versagen („praestet fides supplementum sensuum defectui“). Fronleichnam berührt die grundsätzliche Frage: Gibt es etwas, was unsere Sinne nicht erfassen können? Reichen Hören, Schmecken, Riechen, Tasten, Sehen aus, um die ganze Wirklichkeit zu begreifen? Nehmen wir an, bei einem Menschen würden alle diese Sinne auf einmal ausfallen. Könnte er dann nichts mehr wahrnehmen? Natürlich kann er noch wahrnehmen, weil der Geist des Menschen auch ohne die körperlichen Sinne existiert. Wir wären Roboter aus Fleisch, wenn die fünf Sinne unser Leben ausmachen würden. Aber wer von uns empfindet sich als
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  • Eine Chorsängerin verglich den Chorgesang mit der Harmonie der Schöpfung. Viele Stimmen kommen zusammen, sind vereint in ihrer Unterschiedlichkeit. Manche sind dominant und schnell zu vernehmen, andere ruhiger im Hintergrund. Die Stimmen klingen zusammen, weil sie einen Chorleiter haben. Alle schauen auf den Chorleiter. Und selbst, wenn man ihn nicht sehen könnte, aufgrund der Blicke der Sänger könnte man auf ihn schließen. Die Sängerin stellte die Frage: Wer ist unser Chorleiter? Wer ist der Chorleiter meines persönlichen Lebens? Sie richtete einen Blick auf mich und sagte: Manche denken dabei an das Gewissen. Dieser Gedanke gibt uns eine wichtige Richtung: Das Gewissen ist die Stimme Gottes in unserer Seele. Die vielen Stimmen unseres Körpers, die Harmonie der Schöpfung lassen auf einen
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  • Gott ist unsichtbar. Können wir Ihn wahrnehmen? Gott wirkt unsichtbar. Können wir Sein Wirken erkennen? Wir feiern heute Pfingsten. Die Apostelgeschichte berichtet von der Herabkunft des Heiligen Geistes auf über 120 Jünger. Die Apostel und die Muttergottes waren in dieser Gruppe in Jerusalem, die im Obergemach beteten. Wahrscheinlich war es derselbe Saal wie für das Letzte Abendmahl. Sie erlebten, wie sie vom Heiligen Geist erfüllt wurden. Das äußere Zeichen dafür waren die Zungen wie von Feuer und das Brausen vom Himmel her. Dieses Ereignis war einzigartig. Die Jünger verloren die Furcht, vor den Menschen ihren Glauben an Jesus Christus zu bekennen. Es war aber nicht das einzige Mal, dass Gott, der Heilige Geist wirkte. Er schenkt sich immer wieder – freigebig,
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  • Erstkommunion St. Veit 29.5.22 Jer 17, 7-8 Mt 13, 31-32 Was kann ein Baum? Wie wirkt er auf uns? Er wächst aus einem kleinen Samenkorn – wird sehr groß, hält Wind, Regen und Kälte und Hitze aus, ist Schutz und Nahrung für Tiere, schön, nützlich für die Menschen – seine Früchte und das Holz. Wir nähren uns vom Obst, von den Nüssen, bauen Häuser und Möbel aus dem Holz. Er ist eine geniale Erfindung oder doch nur unvorhergesehener Zufall? Jesus zeigte den Baum als Vergleich für das Reich Gottes: Das Senfkorn ist das kleinste der Samenkörner. Wenn es gesät ist, „dann geht es auf und wird größer als alle anderen Gewächse und treibt große Zweige, sodass in seinem Schatten die Vögel des
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13. Sonntag im Jahreskreis 2022

Guten Gewohnheiten können den Charakter prägen. Am Sonntag in die Kirche zu gehen, ist eine gute Gewohnheit, eine Tugend. Wie prägt der Kirchgang? Der eine wird nachdenklicher, der andere ruhiger, die eine wird nachsichtiger, die andere geduldiger. In allem wirkt Christus, weil Er da ist. „Zur Freiheit hat uns Christus befreit.“ (Gal 5,1)

Sie kennen die Erzählung von Lot und seiner Frau? Als sie aus Sodom und Gomorra flüchteten, sollten sie nicht zurückblicken. Das ist ein Bild für schlechten Gewohnheiten, die von Gott wegführen, die sich gegen die gute Gemeinschaft richten. Sodom und Gomorra sind ein Bild für die verkommene Stadt, den Egoismus, die Feindseligkeit. Lots Frau blickt zurück und erstarrt zu einer Salzsäule. Hatte sie noch Sehnsucht nach dem Alten? Ließ sie die Erinnerung erstarren?

Gott ruft zum neuen Leben mit Ihm. Er beruft in das Reich Gottes. Manchen mag das heutige Evangelium verwirren. Will Jesus nicht, dass man sich um die eigene Familie kümmert? Manche mögen sich wundern, wieso Jesus so hart reagiert. Lesen wir die Stelle im Zusammenhang: Jesus stärkt den Familiensinn, wenn er noch am Kreuz für Seine Mutter sorgt, wenn Er die Pharisäer aufruft, sich um ihre alten Eltern zu kümmern. Aber er zeigt einen neuen Weg der Liebe, der aus einem selbständigen Denken kommt. Wie unangenehm ist es, wenn sich eine Ehemann geistig nicht von seiner Mutter lösen kann. Wie bedrückend ist es, wenn sich der Vater der Braut in die junge Ehe einmischt. Genauso ist es im geistlichen Leben. Jeder muss sich selbst entscheiden. Will ich den Weg mit Christus gehen? Bin ich bereit, mich für Sein Reich einzusetzen? Kann ich mich vom Geist Gottes führen lassen? Das meint wohl Jesus, wenn Er sagt: „Lass die Toten ihre Toten begraben;

du aber geh und verkünde das Reich Gottes!“ (Lk 9, 60)

Wir haben diese Woche den Gedenktag des Hl. Aloysius Gonzaga gefeiert. Er war der Erbe eines vornehmen italienischen Hauses. Er diente am Hof der Medici und am spanischen Königshof unter Philipp II. Als junger Mann entschied er sich jedoch, weg vom höfischen Leben in den Jesuitenorden einzutreten – damit gab er alle Aussichten auf Karriere auch in der Kirche auf. Stattdessen studierte er Theologie in Rom und pflegte die Pestkranken. Er starb selbst an der Pest, weil er sich selbstlos für sie eingesetzt hat. Woher kam diese Liebe zu fremden, leidenden Menschen? Ihm waren diese guten Gedanken ins Herz geschrieben, die zu einer guten Gewohnheit wurden: „Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst!“ (Gal 5,14)

12. Sonntag im Jahreskreis 2022

Faszinierend an den biblischen Propheten ist, wie sie menschliche religiöse Traditionen aufgreifen, reinigen und auf Gott hin ausrichten. Im Buch Sacharja wird angedeutet, was im Norden Israels Brauch war: Man verehrte einen Gott der Vegetation. Immer wieder versuchten die Propheten, die Israeliten aus der Täuschung herauszuführen. Die Natur ist nicht Gott. Sie ist von Ihm geschaffen. Sacharja erwähnt Megiddo, eine alte Festung im Norden von Israel. Sie lag im Kreuzungspunkt von Verkehrswegen. Dort führte die Straße von Ägypten nach Mesopotamien. Viele Händler, Soldaten, Reisende zogen durch diese Gegend. Manche Bräuche brachten sie dorthin und nahmen sie auf ihrer Durchreise auf. So war es Brauch, das Absterben der Vegetation zu beweinen, weil der Gott der Vegatation stirbt und im Frühjahr wieder zum Leben erwacht. Diese Klage greift Sacharja auf: Weint nicht um einen Gott, der nicht existiert. Prophetisch weist er auf Jesus hin, der am Kreuz durchbohrt wurde: „Und sie werden auf mich blicken, auf ihn, den sie durchbohrt haben.“ (Sach 12,10) Wie konnte er von Christus wissen? Das verstehen wir unter der Wirkung des Heiligen Geistes. Auch wenn der Sinn der Worte noch nicht vollends zur Zeit des Sacharja klar war, erkannten die Christen ihre Bedeutung.

Sie erinnerten sich an Seine Worte, weil Er der „Gesalbte“, der Christus Gottes ist. So bekannte Ihn Petrus als Sprecher der Apostel. Petrus sagte damit, dass die Weissagungen des ganzen Alten Testaments auf Jesus ausgerichtet sind. Er ist der lang erwartete und angekündigte Erlöser.

Deshalb verehren wir Ihn bis heute als unseren Heiland. Ist das weit hergeholt? Heute sind wir durch die modernen Medien im kleinsten Dorf in den Kreuzungspunkt vieler Strömungen gestellt. Woran orientieren wir uns? An vielen Orten wird in diesen Tagen die Firmung gespendet. Die jungen Menschen empfangen Gott selbst, den Heiligen Geist. Er möge sie und uns stärken, dass wir Orientierung finden, dass wir uns nicht verlaufen, dass wir gestärkt und klar sehen können, wer unser Herr ist.

Amen.

Fronleichnam 2022

Wir feiern heute sichtbar, was unsere Sinne nicht begreifen können. Davon spricht der lateinische Hymnus „Tantum ergo“, den wir zum Schluss des Fronleichnamsfestes singen werden: Der Glaube muss ergänzen, wo die Sinne versagen („praestet fides supplementum sensuum defectui“). Fronleichnam berührt die grundsätzliche Frage: Gibt es etwas, was unsere Sinne nicht erfassen können? Reichen Hören, Schmecken, Riechen, Tasten, Sehen aus, um die ganze Wirklichkeit zu begreifen? Nehmen wir an, bei einem Menschen würden alle diese Sinne auf einmal ausfallen. Könnte er dann nichts mehr wahrnehmen? Natürlich kann er noch wahrnehmen, weil der Geist des Menschen auch ohne die körperlichen Sinne existiert. Wir wären Roboter aus Fleisch, wenn die fünf Sinne unser Leben ausmachen würden. Aber wer von uns empfindet sich als Maschine? Wir sind doch denkende und fühlende Menschen.

Hier auf dem Altar der Kirche wandelt Gott Brot und Wein. Nach außen hin ändert sich nichts. Unsere fünf Sinne können nichts wahrnehmen. Aber im Wesen werden Brot und Wien zu Leib und Blut Christi. Das begreift nur der gläubige Mensch: Was Gott in Betlehem angenommen hat, als Er Mensch wurde, ist auf dem Altar gegenwärtig. Wer kann es mit seinen Sinnen beweisen? Niemand kann es beweisen. Ist es deshalb weniger real? Der hl. Thomas von Aquin überlegte intensiv, wie man dieses Phänomen begreifen könnte. Er wurde beim griechischen Philosophen Aristoteles fündig: Das äußere Erscheinungsbild von Brot und Wein bleibt gleich, die Akzidentien, das, was unseren Sinnen zugänglich ist. Aber das tragende Innere, die Substanz, ändert sich. Das wesentliche Innere der Hostie wird etwas Neues. Denken wir daran, wenn wir die Kommunion empfangen: Es ist einfaches Brot und gleichzeitig Leib Christi.

Amen.

Dreifaltigkeitssonntag 2022 C

Eine Chorsängerin verglich den Chorgesang mit der Harmonie der Schöpfung. Viele Stimmen kommen zusammen, sind vereint in ihrer Unterschiedlichkeit. Manche sind dominant und schnell zu vernehmen, andere ruhiger im Hintergrund. Die Stimmen klingen zusammen, weil sie einen Chorleiter haben. Alle schauen auf den Chorleiter. Und selbst, wenn man ihn nicht sehen könnte, aufgrund der Blicke der Sänger könnte man auf ihn schließen. Die Sängerin stellte die Frage: Wer ist unser Chorleiter? Wer ist der Chorleiter meines persönlichen Lebens? Sie richtete einen Blick auf mich und sagte: Manche denken dabei an das Gewissen.

Dieser Gedanke gibt uns eine wichtige Richtung: Das Gewissen ist die Stimme Gottes in unserer Seele. Die vielen Stimmen unseres Körpers, die Harmonie der Schöpfung lassen auf einen Erfinder, einen Lenker, einen Erschaffer schließen. Wie die Sänger auf den Dirigenten schauen, so weist die Schöpfung auf ihren Schöpfer. Aber er ist kein Diktator, kein Programmierer. Sondern Gott schenkte den Menschen die Freiheit zur eigenen Entscheidung. Er schenkte uns die Kraft, Ihn zu suchen und zu erkennen.

Der hl. Athanasius bringt ein ähnliches Beispiel wie die Sängerin. Er spricht von einer Stadt mit vielen verschiedenen Menschen, Kleinen und Großen, Reichen und Armen, Greisen und Jünglingen, Männern und Frauen. Wenn sie wohlgeordnet regiert werden und die verschiedenen Personengruppen einmütig zusammenleben, also die Reichen nicht im Kampf mit den Armen, die Großen nicht im Gegensatz zu den Kleinen, die Jünglinge nicht im Widerspruch mit den Greisen, sondern alle in gleich friedlicher Eintracht, dann kommen wir sicher auf den Gedanken, dass es einen Regenten gibt, der für Eintracht sorgt, auch wenn wir ihn nicht sehen. (Gegen die Heiden, 38)

Diese Überlegung des hl. Athanasius können wir noch weiterdenken: Wenn die Schöpfung eine Vielfalt in den Tieren, Menschen und Pflanzen zeigt, spiegelt sie dann nicht ihren Schöpfer wider? Aber wie könnte jemand, der in sich keine Vielfalt hat, etwas so Buntes, Abwechslungsreiches erfinden? Wie könnte Gott die Liebe sein, wenn Er nicht schon vor der Erschaffung der Welt geliebt hätte. Das führt uns zur Dreifaltigkeit. Niemand hätte sie sich ausgedacht. Die Dreifaltigkeit Gottes wurde uns offenbart – schon im Alten Testament angedeutet, durch Jesus Christus klar ausgesprochen. Wir hörten heute im Evangelium von der Eintracht zwischen den drei Personen im einen Gott.

Amen.

Pfingsten 2022

Gott ist unsichtbar. Können wir Ihn wahrnehmen? Gott wirkt unsichtbar. Können wir Sein Wirken erkennen?

Wir feiern heute Pfingsten. Die Apostelgeschichte berichtet von der Herabkunft des Heiligen Geistes auf über 120 Jünger. Die Apostel und die Muttergottes waren in dieser Gruppe in Jerusalem, die im Obergemach beteten. Wahrscheinlich war es derselbe Saal wie für das Letzte Abendmahl. Sie erlebten, wie sie vom Heiligen Geist erfüllt wurden. Das äußere Zeichen dafür waren die Zungen wie von Feuer und das Brausen vom Himmel her. Dieses Ereignis war einzigartig. Die Jünger verloren die Furcht, vor den Menschen ihren Glauben an Jesus Christus zu bekennen.

Es war aber nicht das einzige Mal, dass Gott, der Heilige Geist wirkte. Er schenkt sich immer wieder – freigebig, großzügig. „Auch die Patriarchen und Propheten und Priester, ja alle Heiligen, die in früheren Zeiten lebten, sind durch die Heiligung desselben Geistes ausgerüstet worden.“ (Leo der Große)

In der Schöpfung wirkte der Geist Gottes, der über den Wassern schwebte. (Gen 1,1) Die siebzig Ältesten, die Mose in der Leitung des Volkes in der Wüste unterstützen sollten, wurden vom Geist erfüllt: „Sobald der Geist auf ihnen ruhte, redeten sie prophetisch.“ (Num 11,25) Durch den Geist erkannte Ezechiel, dass die Toten auferstehen werden (vgl. Ez 37). Die Jungfrau Maria wurde vom Geist überschattet und empfing den Gottessohn. Jesus wurde vom Geist in die Wüste geführt, wo Er die Versuchungen bestand. Er kehrte erfüllt vom Heiligen Geist aus der Wüste von Judäa nach Galiläa zurück (vgl. Lk 4,14). In der Kraft des Heiligen Geistes konnte Jesus auferstehen (vgl. Röm 8,11) Nach Seiner Auferstehung hauchte Christus die Apostel an: „Empfangt den Heiligen Geist.“ (Joh 20,22) In jedem Sakrament wirkt Gott, der Heilige Geist. So schenkt er die sieben Gaben: Weisheit, Einsicht, Rat, Stärke, Erkenntnis, Frömmigkeit und Gottesfurcht.

Kann man das spüren? Woher weiß ein Christ, dass es wirklich der Heilige Geist ist, der wirkt?

„Gott ist der Ruhepunkt“, so beschrieb mir eine junge Frau ihre Motivation, christlich zu heiraten. Tiefen Frieden kann nur Gott schenken, weil Frieden über das menschliche Zusammenleben hinausgeht. Frieden zu verspüren heißt, den Sinn des eigenen Lebens zu begreifen, zu erkennen, dass über meinem menschlichen Handeln eine göttliche Berufung steht. Diesen Frieden schenkt Gott gerade in Zeiten der Unruhe, wie ein Bischof von Canterbury in der bekannten Pfingstsequenz vor über 800 Jahren gedichtet hat:

Komm herab, o Heil’ger Geist,
der die finstre Nacht zerreißt,
strahle Licht in diese Welt. …

In der Unrast schenkst du Ruh,
hauchst in Hitze Kühlung zu,
spendest Trost in Leid und Tod.

www.pfingsten.de

Wir spüren es noch deutlicher, wenn der Geist Gottes am Wirken gehindert wird: im erbitterten Streit, in der Verwirrung, im Durcheinanderbringen. Das ist die ursprüngliche Bedeutung des Diabolischen: Es trennt, wirft durcheinander, zerstört die Ordnung der Schöpfung, will Chaos.

Haben Sie schon eine Runde von Menschen erlebt, in der mit feiner Zunge ein Mensch erniedrigt wird? Kennen Sie die Situation, in der Neid einen Menschen an den Rand drängt? Hier kann man klar widerstehen, wenn man in Gott gefestigt, „gefirmt“ ist.

Der Heilige Geist stiftet Einheit und schenkt Frieden. So können wir den unsichtbaren Gott erkennen. „Durch den einen Geist wurden wir in der Taufe alle in einen einzigen Leib aufgenommen.“ (1 Kor 12,13). Amen.

FÜRBITTEN

 Lasst uns beten zu Gott, dem allmächtigen Vater, der am Pfingsttag die Apostel Christi mit Heiligem Geist erfüllt hat:

 Gott und Vater aller, du berufst Deine Kinder aus allen Ländern und Völkern;

  • erleuchte die Berufenen mit der Gnade des Heiligen Geistes.

Du willst alle Christen durch die eine Taufe vereinigen;

  • schenke uns die Einheit im Glauben.

Du hast den Heiligen Geist über den ganzen Erdkreis ausgegossen;

  • stehe allen bei, die sich um den Frieden bemühen.

Du hast die Jünger in Jerusalem mit dem Heiligen Geist gestärkt;

  • gib, dass die Völker im Heiligen Land und im Nahen Osten friedlich miteinander leben.

Du machst alles neu durch den Heiligen Geist;

  • hilf den Kranken und Betrübten mit Deiner Gnade.

Durch den Heiligen Geist hast Du Deinen Sohn von den Toten auferweckt;

  • erwecke die Verstorbenen zum ewigen Leben.

Denn Du schenkst uns Deine Gegenwart, dafür danken wir Dir heute und in alle Ewigkeit. Amen.


Erstkommunion "Baum des Lebens"

Erstkommunion St. Veit 29.5.22

Jer 17, 7-8

Mt 13, 31-32

Was kann ein Baum? Wie wirkt er auf uns? Er wächst aus einem kleinen Samenkorn – wird sehr groß, hält Wind, Regen und Kälte und Hitze aus, ist Schutz und Nahrung für Tiere, schön, nützlich für die Menschen – seine Früchte und das Holz. Wir nähren uns vom Obst, von den Nüssen, bauen Häuser und Möbel aus dem Holz. Er ist eine geniale Erfindung oder doch nur unvorhergesehener Zufall?

Jesus zeigte den Baum als Vergleich für das Reich Gottes: Das Senfkorn ist das kleinste der Samenkörner. Wenn es gesät ist, „dann geht es auf und wird größer als alle anderen Gewächse und treibt große Zweige, sodass in seinem Schatten die Vögel des Himmels nisten können“. (Mk 4,32) Auch der Baum in unserem Pfarrgarten ist aus einem kleinen Kirschkern gewachsen. Heute ist er stark und kräftig, spendet Schatten, hat im Frühling tausende schöne Blüten und im Winter kann man Barbarazweigerl abschneiden, die zu Weihnachten blühen. Die Vögel fressen mit Wonne die Kirschen und ruhen sich auf den Zweigen aus. Jesus Christus vergleicht das Wirken Gottes mit einem Baum: Es fängt klein an, drängt sich nicht auf. Jeder Mensch, der Ja zu Gott sagt, ist wie ein fruchtbarer Boden, auf dem das Reich Gottes gedeihen kann wie auf einem fruchtbaren Boden. Und die Vögel, die im Baum nisten, was ist das? Das sind die guten Gedanken, die Tugenden, Glaube, Hoffnung, Liebe. Wenn ihr Ja zu Gott sagt, wir das alles in euch gedeihen. Ihr werdet unendlich viel Freude von Gott empfangen. Ihr werdet in schönen Zeiten fröhlich sein, in schwierigen Zeiten nicht verzagen. Denn Gott ist mit euch. Und ihr werdet selbst wie ein starker Baum, wie Jeremia sagt, der sich nicht fürchtet vor Hitze und Kälte, der Früchte bringt zur Freude aller.

Das ist alles nicht Zufall, sondern Gottes Wille – so wie er den Baum erschaffen hat, weil er die Kraft zum Leben in die Natur gegeben hat, so wie Er jeden von euch das Leben geschenkt hat. Er sät das Reich Gottes in euch, damit es wächst und blüht.

Aber weil wir oft straucheln, stolpern, sündigen, ist Gott Mensch geworden. Er wurde in Betlehem geboren, ist in Nazaret aufgewachsen, hat als Mensch unter uns gelebt. Er hat am See Genesaret gepredigt. Dann wurde er in Jerusalem aus Neid verurteilt, gekreuzigt, ist gestorben und zu Ostern auferstanden. Hier kommt auch ein Baum vor, der heute Symbol unseres Glaubens geworden ist: das Kreuz ist der Baum des Lebens. Dort hat Gott seine Liebe aufs Äußerste gezeigt, wir können sagen: bewiesen.

Und heute ist Jesus Christus mitten unter uns. Diese Liebe, der Er am Kreuz gezeigt hat, wandelt das Brot in Seinen Leib. Ihr empfangt heute Jesus Christus in der Hostie. Ihr habt euch vorbereitet in der Beichte, habt in Religion und in den Erstkommunionsstunden viel gelernt. Öffnet Jesus euer Herz, damit sein Reich in euch wächst, damit ihr Früchte bringt und echte Freude findet!

7. Sonntag der Osterzeit C

7. Sonntag der Osterzeit - C - 29. Mai 2022

Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!

„Alle sollen eins sein - wie Du, Vater in mir und ich in Dir!“ - Es ist kein Befehl Jesu an seine Jünger, sondern Teil seines Hohepriesterlichen Gebetes. Es ist Flehen um eine Einheit, die der Kirche Strahlkraft und Überzeugungsmacht verleiht. Das Flehen Jesu um die Einheit der Seinen zeigt sich höchst berechtigt im Blick auf die Geschichte der Kirche dieser 2000 vergangenen Jahre. 

Natürlich können wir bei diesem flehentlichen Gebet Jesu an die Ökumene denken, an ein ehrliches Bemühen der getrennten Kirchen und christlichen Gemeinschaften, wieder zusammen zu finden. Und zugleich müssen wir erkennen, dass dieses Zueinanderfinden sicher nicht durch den kleinsten gemeinsamen Nenner, sicher nicht durch ein Aufgeben jener Dinge, die uns als Zentrum unseres Glaubens wichtig und heilig sind, wie Eucharistie, Bußsakrament, Verehrung der seligen Jungfrau Maria als Mutter der Kirche, geschehen kann. Es ist ja leider so, dass ein „ökumenischer Gottesdienst“, der dann nur ein Wortgottesdienst sein kann,  für uns Katholiken immer einen Verzicht bedeutet, Verzicht auf das Sakrament der Eucharistie, auf eine gehaltvolle und symbolschwere Liturgie, während derselbe Gottesdienst für die getrennten Brüder und Schwestern in den evangelischen Gemeinschaften ein „Aufschwingen“ zu höchsten liturgischen Anstrengungen heißt. Und alle Versuche, über die Eucharistie zur Einigung zur kommen, sind zum Scheitern verurteilt. Die gemeinsame Eucharistie darf niemals der Weg, sondern muss das Ziel des ökumenischen Bemühens sein.

Deshalb sagt Jesus unmittelbar im Zusammenhang mit der Bitte um die Einheit auch: „Heilige sie in der Wahrheit!“  Nur durch die Liebe und Treue zur Wahrheit kann Einheit passieren, nicht durch Abstriche an der Lehre und am Auftrag Christi. 

Zugleich dürfen wir heute aber auch auf die innerkirchliche Einheit schauen. Wir haben oftmals eine klare Gesprächs- und auch Streitkultur innerhalb der Kirche verlernt. Dass Meinungsverschiedenheiten zwischen Priestern oder zwischen Bischöfen über die Massenmedien ausgetragen werden, anstatt in brüderlicher Zurechtweisung zu lösen, ist ein Alarmsignal, dass wir diese „Neue Macht“, die Massenmedien zu wichtig nehmen, wichtiger als die Einheit untereinander. 

So soll das flehentliche Gebet des Herrn, ausgesprochen knapp vor seinem Leiden, uns immer neu aufrütteln, dass wir innerhalb unserer Kirche, aber auch innerhalb der weltumspannenden Gemeinschaft aller Christen Wege der Einheit suchen und diese Einheit auch leben, weil sie ein Zeichen für die Gegenwart des einen und wahren Gottes in unserer Welt ist. 

Amen. 

 

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