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  • 26. Sonntag im Jahreskreis C - 25. September 2022   Haben wir auf Mose und die Propheten gehört? Haben wir das gute Bekenntnis jenes Jesus Christus, das er vor Pilatus abgelegt hat, ernst genommen? Oder gehören wir allesamt zu den Sorglosen, die Amos heute angreift, zu den Vornehmen, den Faulenzern, die die Welt an sich vorüberziehen lassen, um das Gute, das Angenehme, das Bequeme herauszupflücken, sich aber der eigenen Verantwortung nicht stellen. Stellen wir uns diese Fragen, stellen wir uns der Frage, ob wir den Namen Christen auch wirklich verdienen! Wenn wir die Anweisungen des Paulus an Timotheus  betrachten, so sehen wir, dass aus dem Glauben an diesen Jesus Christus, der sein Bekenntnis vor Pilatus abgelegt hat, ja mehr noch, der
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  • Wie prächtig ist die Natur im Herbst! Man spürt die reiche Ernte. Die Blätter verfärben sich gelb und goldbraun. Die Natur bereitet sich auf den Winter vor und zeigt noch einmal ihr Farbenpracht. Welch ein Segen ist es, das sehen, riechen, hören, schmecken, fühlen zu dürfen! Wie in dem Gleichnis, das wir heute gehört haben, sind wir in Purpur und feines Leinen gekleidet. Tag für Tag dürfen wir dankbar sein und uns am Geschenk der Schöpfung erfreuen. Nicht umsonst ist unser Bezirk so beliebt, weil die Natur von den Bauern und Jägern gepflegt wird, weil viele Menschen ihre Gärten in Schuss halten, Müll von der Straße aufheben, die öffentlichen Plätze in den Dörfern aus eigenem Antrieb ohne Entlohnung pflegen. Die
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  • 25. Sonntag im Jahreskreis, Lesejahr C 18. September 2022     Immer wieder gibt es Stellen in der Heiligen Schrift, bei denen wir ein gewisses Befremden fühlen. Stellen, die unseren Widerspruch hervorrufen. Oft wird versucht, das Widersprüchliche wegzuschaffen, zu glätten, zu harmonisieren. Die Worte werden bildlich oder im weiteren Sinne genommen, doch wir merken nur allzubald, dass das Befremden bleibt. Wirklich fertig werden können wir mit solchen Stellen erst dann, wenn wir sie so nehmen, wie sie sind, wenn wir von unserem persönlichsten Dasein aus die Beziehung zu ihnen suchen. Zu solchen Stellen, die bei uns Befremden auslösen, gehört sicher auch die Perikope des heutigen Evangeliums. Irgendwie bringt uns das Gleichnis vom ungerechten Verwalter, wie er heute in der Einheitsübersetzung
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  • Die Schärfe des Gleichnisses kann zu Missverständnissen führen. Oder sie lässt uns das Gleichnis erst in seiner Tiefe erkennen? Jesus Christus lobt nicht die Unehrlichkeit, sondern die Klugheit des Verwalters. Dass er das Vermögen seines Herrn veruntreut, kann nicht Sinn des Gleichnisses sein. Sonst würde Jesus nicht in einem anderen Gleichnis von den treuen Verwaltern erzählen, welche die anvertrauten Talente noch vermehrt haben. „Nimm teil am Freudenfest deines Herrn“ (Mt 25,23), so lobt Er die treuen Verwalter. Wozu erzählt Jesus dann dieses Gleichnis vom korrupten Verwalter? Wo liegt der Vergleichspunkt? Gleich im Anschluss an das Gleichnis gibt Christus die Erklärung: So wie der Verwalter an seine Zukunft dachte, sollen die Christen klug an ihre Zukunft denken. So wie sich der
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  • 11. September 2022 - 24. Sonntag im Jahreskreis C  Die Freude des Herrn über den einen Sünder, der umkehrt, ist grenzenlos!  Das ist die Grundaussage des heutigen Evangeliums. Es ist wahrlich eine frohe Botschaft an uns, eine Botschaft der Hoffnung und der Zuversicht. Gott ist der barmherzige Vater, der geduldig am Tor steht und wartet, bis der verlorene Sohn wieder zurückkommt. Gott ist der liebende Vater, der all das Vorherige, alles, was ihm sein Sohn angetan hat, vergessen macht, von sich aus einen neuen Anfang setzt, dem zurückgekehrten Sohn die Chance gibt, wieder neu anzufangen.  Auch die beiden vorangegangenen Gleichnisse, vom verlorenen Schaf und von der verlorenen Drachme, wollen uns genau diese Freude Gottes über den zurückgekehrten Sünder zeigen. Es wäre
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  • Glücklich ist, wer einen guten Freund hat. Man kann ihm etwas anvertrauen, weil er es nicht weitererzählt. Das ist wie bei einer guten Mutter und einem guten Vater: Man kann immer zu ihnen kommen, egal was passiert ist. Sie urteilen nicht, sie nehmen dich als Menschen an, der ihnen anvertraut ist. Nach diesem guten Vater sehnte sich der Sohn im berühmten Gleichnis, das Jesus seinen Jüngern erzählte. Durch den Hunger wurde dem Sohn bewusst, was er seinem Vater angetan hatte. Er hatte sein Erbe eingefordert und sich damit vollständig von seinem Vater losgesagt. Beim Hüten der Schweine ging er in sich, er erkannte, dass dieses Leid, dass er seinem Vater angetan hatte, noch mehr bedeutete. Jedes menschliche Leid hat mit
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26. Sonntag im Jahreskreis C

26. Sonntag im Jahreskreis C - 25. September 2022

 

Haben wir auf Mose und die Propheten gehört?

Haben wir das gute Bekenntnis jenes Jesus Christus, das er vor Pilatus abgelegt hat, ernst genommen?

Oder gehören wir allesamt zu den Sorglosen, die Amos heute angreift, zu den Vornehmen, den Faulenzern, die die Welt an sich vorüberziehen lassen, um das Gute, das Angenehme, das Bequeme herauszupflücken, sich aber der eigenen Verantwortung nicht stellen.

Stellen wir uns diese Fragen, stellen wir uns der Frage, ob wir den Namen Christen auch wirklich verdienen!

Wenn wir die Anweisungen des Paulus an Timotheus  betrachten, so sehen wir, dass aus dem Glauben an diesen Jesus Christus, der sein Bekenntnis vor Pilatus abgelegt hat, ja mehr noch, der mit seinem Leben Zeugnis für die erlösende Liebe GOTTES abgelegt hat, dass aus diesem Glauben für uns Konsequenzen erwachsen.

Wenn Menschen des 21. Jahrhunderts meinen, Christus sei mit seiner Mission hier auf Erden gescheitert, weil sich letztlich nichts verändert habe, wenn uns von vielen Seiten der Vorwurf gemacht wird, dass das Christentum dem Menschen keine wirkliche Verbesserung brächte, sondern nur Einschränkung und Verzicht, so müssen wir uns gleichsam selbst an der Nase nehmen und nachdenken, ob es nicht zu einem Gutteil auch unsere Schuld ist, dass der HERR nicht mehr wirklich populär ist, dass die christliche Botschaft verzerrt oder sinnentleert ist. 

Vielleicht haben wir uns oftmals in unserem Christentum zu sehr angepaßt. Vielleicht gibt es kaum noch Christen, die wirklich den Mund aufmachen, wenn die Botschaft des Herrn, oder wenn seine Kirche in den Dreck gezogen wird.

Ein solches angepaßtes Christentum hat natürlich keine Feinde mehr. Es scheint ungestört dahinleben zu dürfen, wenn, ja wenn nicht so mache Stellungnahmen des Papstes, des Lehramtes oder der Bischöfe die Menschen an den empfindlichsten Stellen treffen würden. Da wird dann plötzlich der Kirche vorgeworfen, sie sei mit ihrem moralsichen Anspruch, mit ihren Forderungen nicht mehr zeitgemäß. Warum fragt eigentlich keiner, ob das menschliche Handeln, so manche Gewohnheiten, die heute alltäglich geworden sind, noch kirchengemäß, ja gottesgemäß sind?

Leider liegt - auch in theologischen Kreisen - die Versuchung nahe, sich allzusehr dem Strom des gesellschaftlichen Druckes anzupassen. Da werden so manche Ansichten aus den Elendsquartieren des Geistes hervorgeholt, zur Meinung, wenn nicht zur alternativen Wahrheit erklärt. Ein solches angepaßtes Christentum hat vielleicht keine Bekämpfung durch Feinde von außen zu fürchten, doch es hat sich durch den Verrat an der Botschaft des Herrn letztlich selbst den Todesstoß versetzt.

Die Botschaft des Herrn fordert uns heraus. Sie fordert uns zum Streben nach Gerechtigkeit, Frömmigkeit, Glauben, Liebe, Standhaftigkeit und Sanftmut, wie der Völkerapostel Paulus an Timotheus schreibt. 

Kämpfe den guten Kampf des Glaubens, ergreife das ewige Leben, zu dem du berufen worden bist!

"Das ewige Leben, zu dem du berufen worden bist!" - Darin liegt für uns heute der Schlüssel, darin liegt auch der Schlüssel der Evangelienperikope. Denn vielfach wurde die Tatsache des ewigen Lebens aus unseren Herzen gelöscht, vielfach denken wir nur mehr in unseren diesseitigen Horizonten, ohne den Blick zu weiten auf jene Welt, die hinter all dem steht, ohne das Herz zu öffnen für jenen Gott, der voller Liebe und Erbarmen uns in die Ewigkeit begleiten und dort an seinem Tisch Platz nehmen lassen will.

Der arme Lazarus - der hebräische Name Eliaser bedeutet "Gott hilf" wird im Himmel für seine irdischen Leiden reichlich belohnt. Der reiche Mann hingegen hat sein Leben auf innerweltlichen Lustgewinn, auf ein falsches "Carpe diem" - Nütze den Tag ausgelegt, auf ein "Carpe diem", das deswegen jede Minute auskostet, um in diesem kurzen, beschränkten Leben den maximalen Genuß zu erreichen. Die Erkenntnis, dass dies falsch war, kommt zu spät. Und der Wille, seine Brüder zu warnen, sie zur Umkehr zu bewegen, ist letztlich vergeblich. 

"Sie haben auf Mose und die Propheten nicht gehört, sie werden sich auch nicht überzeugen lassen, wenn einer von den Toten aufersteht.", so sagt ihm Abraham.

Es ist aber einer von den Toten auferstanden -  Wir feiern seinen Tod und Seine Auferstehung hier und heute, jeden Sonntag, in jeder Eucharistiefeier. 

Haben sich die Menschen überzeugen lassen. Ja, haben wir uns überzeugen lassen, oder leben wir immer noch in einer diesseitigen Beschränktheit, in einem innerweltlichen "Carpe  diem"?

 

Das "Carpe Diem" hat seine Berechtigung - "Nütze den Tag, lebe so, als wäre es dein letzter hier auf Erden!" Verschiebe eine mögliche Umkehr nicht auf morgen, sondern trete jetzt vor den Herrn hin und beginne neu mit ihm. Fang ein neues Leben an! - 

Das ist die Forderung, die der Herr an uns richtet - eine Forderung, die aus der heilenden und erlösenden Liebe Gottes erwächst. Denn er will uns als Menschen der Transzendenz haben, als Menschen, die über das irdisch-materielle hinausgreifen und die Frage nach ihm, nach dem Schöpfergott stellen.

Leben wir als Christen! Erweisen wir uns diesem Namen würdig - und treten wir - mit Gottes Hilfe - als glaubwürdige Zeugen für SEINE frohe Botschaft in unserer Welt auf.

Amen.

 

 

 

 

26. Sonntag im Jahreskreis 2022

Wie prächtig ist die Natur im Herbst! Man spürt die reiche Ernte. Die Blätter verfärben sich gelb und goldbraun. Die Natur bereitet sich auf den Winter vor und zeigt noch einmal ihr Farbenpracht. Welch ein Segen ist es, das sehen, riechen, hören, schmecken, fühlen zu dürfen! Wie in dem Gleichnis, das wir heute gehört haben, sind wir in Purpur und feines Leinen gekleidet. Tag für Tag dürfen wir dankbar sein und uns am Geschenk der Schöpfung erfreuen. Nicht umsonst ist unser Bezirk so beliebt, weil die Natur von den Bauern und Jägern gepflegt wird, weil viele Menschen ihre Gärten in Schuss halten, Müll von der Straße aufheben, die öffentlichen Plätze in den Dörfern aus eigenem Antrieb ohne Entlohnung pflegen. Die Liebe zur Heimat drückt sich in der Bereitschaft aus, sich für ihre Schönheit einzusetzen. Dazu gehören auch die Kirchen, Häuser, Denkmäler, Martlerl und Straßen.

Die Sorge um die eigene Umgebung ist ein Ausdruck der Nächstenliebe, weil wir auch anderen ein schönes Zuhause ermöglichen. Wie viele kommen aus der Stadt in unsere Dörfer, um Ruhe und Erholung zu finden, spazieren durch die Fluren, gehen zu den Kapellen, joggen, wandern, fahren mit dem Rad.

Wenn wir dankbar auf unsere Heimat schauen, dann sollen wir nicht auf die Armen vergessen. Sie sind uns von Gott anvertraut. Wie viele Menschen konnten sich nicht ein schönes Zuhause, eine gute Familie aufbauen! Wie viele sind auf die Hilfe anderer angewiesen, weil sie krank oder pflegebedürftig sind! Das Gleichnis Jesu spielt direkt darauf an: Der arme Lazarus vor dem Haus des Reichen „hätte gern seinen Hunger mit dem gestillt, was vom Tisch des Reichen herunterfiel.“ (Lk 16,21) In der Sorge um das eigene Auskommen sollen wir uns ein Herz für die Bedürftigen bewahren. Wer selbst einmal krank war, auf Hilfe angewiesen, wird sich besonders ansprechen lassen. Warum hat Christus das Leiden auf sich genommen? Er ist über alle Zeiten und Orte denen nahe geworden, die ein schweres Leben haben. Gleichzeitig hat Er alle ermutigt, die sich für das Wohl des Nächsten einsetzen. Eine junge Frau, die heute Jus studiert, erzählte mir, dass sie sich mit Leidenschaft schon als Schülerin für schüchterne Klassenkollegen eingesetzt hat, wenn sie ungerecht beurteilt wurden. Wer traut sich für jemanden Partei zu ergreifen, der von den Anderen schief angeschaut wird? Halten wir unsere Augen offen, dann werden wir zu Frauen und Männern Gottes: „Du, ein Mann Gottes, strebe nach Gerechtigkeit, Frömmigkeit, Glauben, Liebe, Standhaftigkeit und Sanftmut!“ rät der Hl. Paulus seinem Schüler Timotheus. „Kämpfe den guten Kampf des Glaubens, ergreife das ewige Leben, zu dem du berufen worden bist und für das du vor vielen Zeugen das gute Bekenntnis abgelegt hast!“ (1 Tim 6,11-12)

Das ist der beste Weg zur Vollendung und zur Einheit mit Gott: Dankbarkeit und Hilfsbereitschaft. Amen.

 

Fürbitten

Gott, unser Vater im Himmel. Du hast uns die Erde als Heimat für Menschen und Tiere geschenkt.

  • In der Schöpfung bist Du uns nah. Hilf uns, die Natur zu schützen.
  • Du schenkst uns Freunde und Familie. Gib, dass wir einander verzeihen können.
  • Viele Menschen leiden im Krieg. Schütze sie vor Gefahren.
  • Unsere Freunde sind für uns da. Zeige uns, wo wir ihnen helfen können.
  • Du hast den Tod besiegt. Schenke allen Verstorbenen das ewige Leben.

Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. Amen.

25. SONNTAG IM JAHRESKREIS C

25. Sonntag im Jahreskreis, Lesejahr C

18. September 2022

 

 

Immer wieder gibt es Stellen in der Heiligen Schrift, bei denen wir ein gewisses Befremden fühlen. Stellen, die unseren Widerspruch hervorrufen. Oft wird versucht, das Widersprüchliche wegzuschaffen, zu glätten, zu harmonisieren. Die Worte werden bildlich oder im weiteren Sinne genommen, doch wir merken nur allzubald, dass das Befremden bleibt. Wirklich fertig werden können wir mit solchen Stellen erst dann, wenn wir sie so nehmen, wie sie sind, wenn wir von unserem persönlichsten Dasein aus die Beziehung zu ihnen suchen.

Zu solchen Stellen, die bei uns Befremden auslösen, gehört sicher auch die Perikope des heutigen Evangeliums. Irgendwie bringt uns das Gleichnis vom ungerechten Verwalter, wie er heute in der Einheitsübersetzung genannt wird – früher nannte man ihn den untreuen Verwalter – Irgendwie bringt uns dieses Gleichnis in Verlegenheit. Ist es nicht eine schier befremdende Primitivität, wie hier das christliche Dasein in Zeit und Ewigkeit gesehen wird? 

Ist es nicht verwunderlich, dass der Gutsherr den Verwalter, den er eben erst gekündigt hat, plötzlich lobt?

Nehmen wir uns einmal Stück um Stück dieses Gleichnisses vor!

 

Der Verwalter hat veruntreut. Der Gutsherr hört, dass etwas nicht stimmt, zitiert den Verwalter zu sich, verlangt Rechenschaft von ihm und kündigt ihm. 

Der Verwalter wiederum überlegt nun, was er machen soll. Er beschließt, sich die Schuldner seines Herrn zu verpflichten. Er erläßt ihnen Teile ihrer Schuld, weist sie an, neue Schuldscheine auszustellen und unterschreibt diese. So, meint er, würden diese Leute ihm dankbar sein und ihn durchbringen, wenn er nun bald arbeitslos sein würde.

Letztlich ist auch diese Handlungsweise Betrug an seinem Gutsherrn. Dieser merkt den Betrug und ruft wahrscheinlich aus: „So ein gerissener Kerl!“ – Wahrlich kein besonders ehrendes Lob...

Warum aber hat Christus dieses Gleichnis erzählt: Weil er mir und dir sagen will: Der ungerechte Verwalter – das bist du!

„Warum ich?“ – könnten wir jetzt fragen.  Nun – wenn wir wirklich eine tiefe persönliche Beziehung zu diesem Gleichnis suchen, wenn wir sehen und erkennen wollen, wie dies unser Leben betrifft, so müssen wir überlegen, welche handelnde Figur aus diesem Gleichnis uns am besten entspricht. Schwerlich kann ich von mir sagen, ich sei der Gutsherr. Denn dieser wird geschildert als reicher Mann, mit viel Besitz. Doch was besitze ich? Mein Geld? Das kann ich einbüßen, eine Wohnung, ein Haus, ein Grundstück? Wie schnell kann dies weg sein, verbrennen, zerstört sein. Eine gesellschaftliche Stellung, Ehre, Ansehen? Wir können sie verlieren? Die Gesundheit? Wir können krank werden. Leib und Leben? Wir können sterben.  Das Gefühl zu besitzen ist letztlich Trug! Wirklich zu eigen haben wir nichts. Gott ist der Eigentümer, der Herr. Uns ist dies alles anvertraut, wir sind also die Verwalter. 

 

Und Christus sagt uns: „Du bist ein ungerechter Verwalter!“

 

Warum ungerecht? Wir haben nicht gestohlen und unterschlagen! 

 

Aber wir haben genossen, wo wir arbeiten sollten, wir haben vergeudet, was wir nutzen sollten. Wir haben oft als selbstverständlich erachtet, was im tiefsten Anfang Gottes Geschenk an uns war. Wir haben undankbar entgegengenommen, was aus Gottes schöpferischer Vaterliebe uns geschenkt wurde! 

Schon das Amos-Buch zeigt uns diese Erfahrung, dass das Sinnen und Trachten des Menschen oftmals zum eigenen Vorteil, zum Schaden des Nächsten, vor allem aber auch zum Schaden des Weges der Wahrheit, des Weges Gottes steht.

Wenn ich heute zur Rechenschaft gezogen würde, wenn Gott gleichsam meine Bücher kontrollieren wollte, meine Abrechnung, ob auch genügend Dank auf dem Konto steht, ob mein Umgang mit all den geschenkten Gütern und Talenten, mit jedem Tag meines Lebens, den ich dankbar aus Gottes Hand empfangen hätte sollen, der richtige war  -  Wahrlich, es stünde nicht gut mit mir!

Und auch ich müßte mir – wie der untreue Verwalter im Gleichnis die Frage stellen: Was muß ich tun, um in dieser Lage vor meinem Herrn zu bestehen?

Soll ich auch betrügen, wie der Mann im Gleichnis?

Natürlich – Jesus will uns nicht zum Betrügen anstiften. Weil wir aber Kinder des Lichtes sein wollen, können wir von der Klugheit der Kinder der Welt lernen. Es geht darum, jenen Besitz dieser Welt, alles, was uns hier zu eigen ist, alles, was in einer Ordnung der Gerechtigkeit als ungerecht oder unredlich zu bezeichnen ist, und damit wirklich alles -  in die Ordnung der Liebe zu tragen.

 

Denn Christus hat durch seinen Tod und seine Auferstehung, durch sein Erlösungswerk hier an uns, dieser Welt eine neue Ordnung gebracht. Eine Ordnung der Liebe. Die Gerechtigkeit ist damit nicht ausgelöscht, wohl aber ist sie aufgenommen in die Liebe.

 

Wären wir auch in der Ordnung der Gerechtigkeit in unserer Untreue verloren, könnten wir in der Ordnung der Gerechtigkeit mit unserem Tun – mehr noch mit unserem Nicht-Tun  - vor Gott nicht bestehen, so sehen wir in der Ordnung der Liebe uns eingeborgen in die Barmherzigkeit des Vaters, der aus Liebe zu uns seinen Sohn nicht verschont hat, um uns zu erlösen.

Es geht also darum, all das, was uns von Gott her geschenkt ist, auch und vor allem das Irdische  - in den Dienst der Liebe zu stellen. Schaffen wir uns Freunde, helfen wir um Christi willen, um damit eine innere Verbundenheit im Glauben, eine Sinneseinheit mit den Menschen zu schaffen. 

 

Christus fordert von uns heute erneut eine nüchterne, realistische Betrachtung unseres Daseins. Deshalb gibt er uns ein Gleichnis, das uns auf den ersten Blick hin doch allzu irdisch erschienen ist. Doch aus der scheinbaren Primitivität des Ansatzes führt die Linie auf die letzte Höhe. Nehmen wir diese Spannung wahr und lernen wir zu verstehen, wie das Christentum den Menschen sieht, wie es ihn in Tat und Wahrheit befreien will.

Bitten wir den Herrn heute erneut, dass wir aus Liebe zu ihm die Treue im kleinen wahren können, dass er uns Großes anvertraut. Bitten wir ihn, dass wir von Herzen Seine Ordnung der Liebe hineintragen in unsere Zeit, dass wir so lernen, dem einen und wahren Herrn zu dienen, unserem letzten Ziel - unserem Vater in Ewigkeit.

Amen.

 

 

25. Sonntag im Jahreskreis 2022

Die Schärfe des Gleichnisses kann zu Missverständnissen führen. Oder sie lässt uns das Gleichnis erst in seiner Tiefe erkennen? Jesus Christus lobt nicht die Unehrlichkeit, sondern die Klugheit des Verwalters. Dass er das Vermögen seines Herrn veruntreut, kann nicht Sinn des Gleichnisses sein. Sonst würde Jesus nicht in einem anderen Gleichnis von den treuen Verwaltern erzählen, welche die anvertrauten Talente noch vermehrt haben. „Nimm teil am Freudenfest deines Herrn“ (Mt 25,23), so lobt Er die treuen Verwalter. Wozu erzählt Jesus dann dieses Gleichnis vom korrupten Verwalter? Wo liegt der Vergleichspunkt?

Gleich im Anschluss an das Gleichnis gibt Christus die Erklärung: So wie der Verwalter an seine Zukunft dachte, sollen die Christen klug an ihre Zukunft denken. So wie sich der Verwalter noch im letzten Moment ein gutes Leben gesichert hat, sollen die Christen alles für das Himmelreich einsetzen. Er kämpft um sein Überleben. Er weiß: Wenn er jetzt nichts tut, dann wird er allein dastehen, wird ohne Lebensgrundlage sein. Der Verwalter wünscht sich, dass ihn die Leute in ihre Häuser aufnehmen. Wer von uns wünscht sich, in die ewigen Wohnungen aufgenommen zu werden, die uns Gott vorbereitet hat? Was tun wir dafür?

Jesus rät mit Nachdruck: „Macht euch Freunde mit dem ungerechten Mammon, damit ihr in die ewigen Wohnungen aufgenommen werdet, wenn es zu Ende geht!“ (Mk 16,9) Mammon ist ein aramäisches Wort. Es bedeutet Besitz und Vermögen. Warum ist der Mammon ungerecht? Wie oft kommt es vor, dass jemand etwas gelernt hat und nicht reich davon wird, und ein anderer ohne Ausbildung zu Reichtum kommt! Wie oft passiert es, dass ein Posten nicht an den Fähigsten, sondern an den mit guten Beziehungen vergeben wird! Mancher erbt viel, ohne gearbeitet zu haben, und mancher arbeitet hart, ohne etwas vererben zu können.

Der Prophet Amos urteilt scharf über die Mächtigen, die sich an den Armen bereichern, weil sie sich nicht wehren können. „Wir wollen mit Geld die Hilflosen kaufen. … Sogar den Abfall des Getreides machen wir zu Geld.“ (Am 8,6)

Der Zielpunkt des Gleichnisses vom ungerechten Verwalter ist also nicht der Mammon, Geld und Besitz, sondern die Freundschaft: „Macht euch Freunde…, damit ihr in die ewigen Wohnungen aufgenommen werdet.“ Alles, was wir an Besitz haben, soll nicht für sich selbst stehen. Der Besitz soll uns dienen und nicht umgekehrt. Das ist ein schönes Zeichen, wenn wir mit dem Gutes zu tun, was uns vererbt wurde, was wir erarbeitet haben oder was uns geschenkt wurde. So wird der Besitz zur Leiter in den Himmel, weil er uns nicht wie ein schweres Gewicht am Aufstieg hindert.

Die Bereitschaft für das Gute kommt aus dem Gebet: „Vor allem fordere ich zu Bitten und Gebeten,

zu Fürbitte und Danksagung auf, und zwar für alle Menschen.“ (1 Tim 2,1) Wir verkrümmen uns nicht in uns selbst, sondern öffnen unsere Augen für die Not der anderen. Daraus entsteht eine innere Zufriedenheit, ein Frieden, den niemand rauben kann.

Gestern erst erzählte mir ein Geschäftsmann, dass er eine eigene Marke für Klosterprodukte erfunden hatte, „weil ich etwas für Klöster tun wollte“. Sie werden in Supermärkten verkauft. Ein anderer, der im Rohstoffhandel tätig ist, möchte seine Beziehungen für ein Projekt der Nächstenliebe in einem von Krieg erschütterten Land einsetzen. Eine Familie hatte sich wegen der Predigt eines Priesters in Medjugorje zu einer großzügigen Spende motivieren lassen. Jeder tut das, was in seiner Macht steht. Das Einfachste ist wirksam.

Christus hat alles für uns getan, was er konnte. Wie könnte Gott mehr tun, als Mensch zu werden und als Mensch das Leid des Todes auf sich zu nehmen? Christus hat sich als Lösegeld für alle hingegeben (1 Tim 2,6). Er hat uns aus dem Tod, aus der Angst vor dem Tod gelöst. Wie oft lädt Er uns ein, Ihm nachzufolgen. Wenn der Mammon viele Diener hat, so hat Christus nur wenige. Er braucht uns für Sein gutes Werk. Amen.

Fürbitten

Lasst uns auf Christus schauen, der Sein Leben für uns hingegeben hat:

-      Stärke die Christen in aller Welt, die Verfolgung um des Glaubens willen erleiden.

-      Versöhne die Völker, die miteinander im Krieg liegen.

-      Schenke uns Menschen die Fruchtbarkeit der Erde.

-      Nimm Dich der Verzagten an.

-      Heile die Kranken und steh ihnen in ihrem Leiden bei.

-      Nimm die Verstorbenen auf in Deinen himmlischen Frieden.

In Deinen Händen liegt unser Heil. Erhalte den Glauben, den Du in unsere Herzen gelegt hast, heute und alle Zeit. Amen

24. Sonntag im Jahreskreis C

11. September 2022 - 24. Sonntag im Jahreskreis C 

Die Freude des Herrn über den einen Sünder, der umkehrt, ist grenzenlos! 

Das ist die Grundaussage des heutigen Evangeliums. Es ist wahrlich eine frohe Botschaft an uns, eine Botschaft der Hoffnung und der Zuversicht. Gott ist der barmherzige Vater, der geduldig am Tor steht und wartet, bis der verlorene Sohn wieder zurückkommt. Gott ist der liebende Vater, der all das Vorherige, alles, was ihm sein Sohn angetan hat, vergessen macht, von sich aus einen neuen Anfang setzt, dem zurückgekehrten Sohn die Chance gibt, wieder neu anzufangen. 

Auch die beiden vorangegangenen Gleichnisse, vom verlorenen Schaf und von der verlorenen Drachme, wollen uns genau diese Freude Gottes über den zurückgekehrten Sünder zeigen. Es wäre doch nur 1 Prozent Verlust, könnte man zu Recht sagen, hätte der Hirte das eine Schaf seinem Schicksal überlassen und nicht danach gesucht. Aber die Haltung Gottes ist eben eine andere. Da geht es nicht um Prozentzahlen und Statistiken, ihm geht es um jeden Einzelnen. Gott lebt in dieser Spannung, die wir Menschen wohl keine Sekunde unseres Lebens durchstehen könnten: Jene Spannung, daß er gerade die Menschen, die sich von ihm abgewandt haben, gerade jene, die Irrwege, Wege der Dunkelheit gehen, mit unendlicher Liebe umfängt, ihnen alle Möglichkeiten zur Umkehr bietet, und bereit ist, sie ohne Wenn und Aber wieder in seine Arme zu schließen.

 

Warum, so könnten wir jetzt fragen, gehen Menschen Irrwege, die sie von Gott wegführen, Wege der Finsternis, der Gottferne, ja der Gottesfeindschaft?

Menschen gehen andere Wege, weichen vom Weg der Wahrheit ab, weil sie mit der ganzen Härte und Tragweite dieser Wahrheit einfach nicht mehr zurandekommen!

Eine Frau sagte mir vor kurzem:  „Ich bin aus der Kirche ausgetreten, weil ich mich nicht zwingen lassen will, regelmäßig einen Beitrag zu zahlen. Und weil ich mich nicht zwingen lassen will, regelmäßig zum Gottesdienst in die Kirche zu gehen.“ Aus dieser Haltung sehen wir schon, wie schwer es für Menschen oft ist, die Wege Gottes zu erahnen, ja wie unmöglich es ist, sie zu verstehen. Denn der Grundansatz dieser Frau ist letztlich ein vollkommen anderer. Sie geht von ihrem eigenen Leben, von ihrer eigenen Schwäche, vielleicht sogar von ihrer eigenen Sündhaftigkeit aus. Nicht der Gott der Liebe und Barmherzigkeit prägt ihr Leben, sondern das goldene Kalb der eigenen Wünsche, der Götze des eigenen Ego.

Immer wieder bauen wir in unserem Leben ein solch goldenes Kalb auf. Einen Gott, der genau unseren Vorstellungen entspricht. Einen Teddy-Bär-Gott sozusagen, den wir zur Hand nehmen und liebkosen, wenn uns der Sinn danach steht, den wir aber wieder achtlos in die Ecke werfen, wenn wir kein Interesse an ihm haben.

Die Ursache für diese Fehlhaltung liegt sicher darin, daß wir die Worte unseres Herrn, seine Gleichnisse, mit denen er uns die unendliche Vaterliebe Gottes, sein sehnsüchtiges Warten auf jeden von uns - näher bringen will, nicht ernst nehmen. Wie oft haben wir schon das Gleichnis vom verlorenen Sohn gehört. Im Lauf des Kirchenjahres wird es mindestens 2 x verlesen. Wie  oft haben wir es schon gehört, wie selten aber haben wir den Stich in unserem Herzen gespürt: „Ich bin der verlorene Sohn!“, „Ich bin der, auf den der Himmlische Vater voller Sehnsucht wartet!“

Es ist an der Zeit, sich vom Goldenen Kalb zu lösen. Vor allem heute, wo soviele Goldene Kälber mit ihrem Glanz die Menschen vom einen und wahren Gott ablenken wollen. Das Goldene Kalb des Konsumismus, der Götze der sexuellen Revolution, das Goldene Kalb der Übertechnisierung, verschiedenste Ideologien des Nationalismus und des Kommunismus, die ihre blutige Spur durch dieses Jahrhundert gezogen haben.

„Schnell sind sie von dem Weg abgewichen, den ich ihnen vorgeschrieben habe. Sie haben sich ein Kalb aus Metall gegossen und werfen sich vor ihm zu Boden. Sie bringen ihm Schlachtopfer dar und sagen: Das sind deine Götter, Israel, die dich aus Ägypten heraufgeführt haben.

Ich habe dieses Volk durchschaut: Ein störrisches Volk ist es.

 

Nach diesen schweren Vorwürfen Gottes gegen sein Volk, ja gegen uns, lesen wir aber schon im Buch Exodus von SEINER Barmherzigkeit: 

Da ließ sich der Herr das Böse reuen, das er seinem Volk angedroht hatte!

 

Von allem Anfang an, und immer wieder in der langen Geschichte Gottes mit seinen Menschen finden wir diese Hinweise, daß Gott seinem Volk die Schuld nicht anrechnet, daß er treu ist gegen alle Treulosigkeit seiner Menschen, daß er unverbrüchlich zu uns Menschen steht. 

Paulus erkennt in tiefer Dankbarkeit diese unverbrüchliche Treue Gottes:

 

Ich danke dem, der mir Kraft gegeben hat: Christus Jesus, unserem Herrn. Er hat mich für treu gehalten und in seinen Dienst genommen, obwohl ich ihn früher lästerte, verfolgte und verhöhnte. Aber ich habe Erbarmen gefunden, denn ich wußte in meinem Unglauben nicht, was ich tat. So übergroß war die Gnade unseres Herrn, die mir in Christus Jesus den Glauben und die Liebe schenkte. Das Wort ist glaubwürdig und wert, daß man es beherzigt: Christus Jesus ist in die Welt gekommen, um die Sünder zu retten. Von ihnen bin ich der erste.

 

Treten wir in diese Freude und Dankbarkeit des Hl. Apostels ein! Lassen wir uns von dieser Freude ergreifen, daß Gott, unser allmächtiger, barmherziger, liebevoller Vater ist, der jedem Einzelnen von uns nachgeht, uns heimholen möchte, uns sehnsüchtig erwartet.

Hören wir auf die leise Stimme des Herrn in unserem Gewissen und bitten wir ihn um die Gnade, an seiner ausgestreckten Hand nicht vorüberzugehen.

 

Amen.

 

martinspredigt.com

 

 

24. Sonntag im Jahreskreis 2022

Glücklich ist, wer einen guten Freund hat. Man kann ihm etwas anvertrauen, weil er es nicht weitererzählt. Das ist wie bei einer guten Mutter und einem guten Vater: Man kann immer zu ihnen kommen, egal was passiert ist. Sie urteilen nicht, sie nehmen dich als Menschen an, der ihnen anvertraut ist. Nach diesem guten Vater sehnte sich der Sohn im berühmten Gleichnis, das Jesus seinen Jüngern erzählte. Durch den Hunger wurde dem Sohn bewusst, was er seinem Vater angetan hatte. Er hatte sein Erbe eingefordert und sich damit vollständig von seinem Vater losgesagt. Beim Hüten der Schweine ging er in sich, er erkannte, dass dieses Leid, dass er seinem Vater angetan hatte, noch mehr bedeutete. Jedes menschliche Leid hat mit Gott zu tun. Gott ist ja der Schöpfer von beiden, die miteinander im Konflikt sind. Deshalb sinnt der junge Mann nach, erkennt: Er hat sich gegen den Himmel und gegen seinen Vater versündigt. (vgl. Lk 15,18) Wem kann er es sagen? Wer nimmt ihn an?

Kennen Sie diese Situation, wenn sie sich einen Menschen wünschen, dem sie sich anvertrauen können? Gerade, wenn man etwas Schlimmes erlebt, möchte man sich gerne ausreden. Auch Erfolgserlebnisse, große Freuden will man nur jemandem anvertrauen, der sich ehrlich mitfreut. Den Freund erkennt man im Leid und in der Freude.

Der Sohn findet in seinem Vater diesen Freund des Vertrauens. Der Vater wartete schon auf ihn, obwohl sich der Sohn von ihm losgesagt hat, ihm gezeigt hat, dass er nichts mehr mit ihm zu tun haben will. „Der Vater sah ihn schon von Weitem kommen und er hatte Mitleid mit ihm. Er lief dem Sohn entgegen, fiel ihm um den Hals und küsste ihn.“ (Lk 15,20) Man könnte sagen, es drehte sich das Herz in seiner Brust um. Aus der Bewegung, dem Ausschauhalten, der Umarmung erkennen wir die Liebe des Vaters zu seinem Sohn: „…dieser, mein Sohn, war tot und lebt wieder; er war verloren und ist wiedergefunden worden.“ (Lk 15,34)

Diesen Weg zum Vater geht jeder, der sich seiner Sünden bewusst wird. Ist gibt die Realität des Versagens, des bewussten Bösen. Was fühlte Petrus, als er Jesus verraten hatte? Wie sehr schämte sich David, als er sich die Frau seines Generals genommen hatte? Was bewegte Paulus, als er das Unrecht erkannte, das er den Christen angetan hatte? Sie alle haben die Weg der Umkehr gefunden. Sie haben sich überwunden, sind in der Sehnsucht nach dem guten Freund auf Christus zugegangen. Wir sehen das Wirken Gottes, das Handeln des Heiligen Geistes, der die guten Gedanken der Reue eingibt. Vor allem hält uns Gott selbst davon ab, in der Schuld zu verzagen. „Gott wird dir einen Ausweg verschaffen, damit du in der Versuchung nicht untergehst.“ (Hl. Augustinus, monast. Lekt. II/2, 509) Gott schickt seine Boten wie Mose, den Er berufen hat, für das störrische Volk Israel einzutreten. Gerade in der schlimmsten Situation des Abfalls, als sie das Goldene Kalb gegossen und angebetet hatten, setzte sich Mose für sie ein. Er brachte sie zur Umkehr und Gott nahm seine Fürbitte an.

Wer ist der gute Freund, der mich annimmt, wenn nicht mein Schöpfer selbst? „…ich habe Erbarmen gefunden, denn ich wusste in meinem Unglauben nicht, was ich tat“, bekennt der hl. Paulus. „Doch über alle Maßen groß war die Gnade unseres Herrn, die mir in Christus Jesus den Glauben und die Liebe schenkte.“ (1 Tim 1, 13-14) Amen.

Lasst uns auf Christus schauen, der Sein Leben für uns hingegeben hat:

 -     Stärke die Christen in aller Welt, die Verfolgung um des Glaubens willen erleiden.

-      Versöhne die Menschen, die miteinander im Streit sind.

-      Nimm von uns die Sünden und schenke Frieden.

-      Lass die Verzagten aus Deiner Gegenwart Kraft schöpfen.

-      Heile die Kranken und steh ihnen in ihrem Leiden bei.

-      Schenke den Verstorbenen das ewige Leben bei Dir und Deinen Heiligen.

In Deinen Händen liegt unser Heil. Erhalte den Glauben, den Du in unsere Herzen gelegt hast, heute und alle Zeit. Amen


23. Sonntag im Jahreskreis C

23. Sonntag im Jahreskreis – Lesejahr C

4. September 2022

 

„Wer nicht sein Kreuz trägt und mir nachfolgt, kann nicht mein Jünger sein!“ 

„Keiner von euch kann mein Jünger sein, wenn er nicht auf seinen ganzen Besitz verzichtet!“

Diese Worte des Herrn, die wir heute im Evangelium gehört haben, die er heute uns gesagt hat – sie sind nicht einfach zu verstehen. Wenn wir aufmerksam zugehört haben, so durchdringen uns diese Worte. Sie rühren uns in unserem tiefsten Innersten. Denn Christsein – so zeigt uns Jesus heute – Christsein ist keine passive Haltung, ist nicht einfach ein Gang zur Kirche, um dem Sonntagsgottesdienst beizuwohnen, sondern ist TAT. 

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