Reich Gottes

  • 11. Sonntag im Jahreskreis B

    11. Sonntag im Jahreskreis B - 17. Juni 2018

    „Dein Reich komme“ - ist eine der sieben Bitten des Vater Unser. Doch wie können wir uns dieses Reich Gottes vorstellen? Kommt Gott auf den Wolken des Himmels - und dann ist sein Reich da? Ist Gott ein Eroberer? - Die Fantasie der Menschen des 3. Jahrtausends - und die damit verbundene Kreativität in der Filmbranche lässt solches vermuten…

  • 17. Sonntag im Jahreskreis A

    17. Sonntag im Jahreskreis A - 26. Juli 2020

     

    Liebe Schwestern und Brüder in Christus!

    „Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Schatz, der in einem Acker vergraben war….“

    Warum erzählt uns der Herr an diesen Sonntagen so viel vom Himmelreich - besser, warum schenkt er uns menschliche Vergleiche für das Unvergleichliche und Unvorstellbare? 

    Weil er uns - so dürfen wir zuerst einmal antworten - unsere Sinne und unser Herz für dieses Unvergleichliche und Unaussprechliche, eben für das Himmelreich öffnen möchte. 

    Wie können wir „Himmel“ oder „Himmelreich“ beschreiben? 

    Wenn wir ein Kind ein Bild malen lassen, dann ist es auffällig, dass der blaue Himmel meist nur ein Strich ganz oben am Bildrand ist. Als Religionslehrer habe ich dann die Kinder immer eingeladen, einmal beim Fenster hinaus zu schauen, um zu beobachten, ob der Himmel wirklich nur „ganz oben“ ist. Und die Kinder haben mit Erstaunen festgestellt, dass sich „Himmel und Erde“ berühren, am Horizont. 

    Daher dürfen wir nochmals die Frage stellen: Wie können wir „Himmelreich“ beschreiben?

    Wann beginnt dieses Himmelreich? - Nach unserem Tod, so einfach und gleich und für alle, nach dem weinseligen Lied: „Wir kommen alle, alle in den Himmel, weil wir so brav sind“? - Bei einer solchen Deutung, nicht nur jener der Weinseligkeit, sondern vor allem einer Verschiebung dieser Worte Jesu auf eine andere Welt, würden wir kräftig in die Irre gehen. 

    Wörtlich sagt uns nämlich der Herr hier: „Gleich ist das Königreich der Himmel einem Schatz, verborgen im Acker..“

    Es geht also ums Königreich, um die „Basileia“, (jenes mit „König“ zusammenhängende Wort, das uns auch den Begriff „Basilika“ - Königshalle - für einen spezielle Form des Kirchenbaues geschenkt hat).

    Und von diesem Königreich Gottes sagt Jesus - und trägt den Jüngern auf, dies zu verkünden, dass es nahe ist. Schon jetzt angebrochen. Mit seinem Kommen, mit seiner Erlösungstat am Kreuz. Mit dem Sieg über Sünde und Tod, mit seiner Auferstehung, die uns eine neue Lebenshoffnung gibt, mit seiner Himmelfahrt, die uns die letztendliche Bestimmung des Menschen als Gottes vielgeliebtem Kind offenbart. Reich Gottes ist angebrochen, hier und jetzt, in unserer Welt, mit dem Kommen des eingeborenen Gotteswortes, des Gottessohnes, des Christus, des Gesalbten, des Messias, als Mensch Jesus auf dieser Erde. 

    Und dieses Königreich Gottes, dieses Himmelreich gleicht einem Schatz, der im Acker verborgen liegt. Der also nicht gleich sichtbar ist. Wo es Arbeit macht, ihn zu finden, wo man vielleicht sogar zufällig und unerwartet darauf stößt. So geht es uns doch mit dem Gottesreich. Das sehen wir nicht an den Strassenecken dieser Welt, wo ein Menschenreich, ja oft ein Todesreich sichtbar wird, Konsumisus, Sexualisierung, Spaßgesellschaft und Eventkultur, Terror im Namen der Religion, Ausbeutung, und so weiter. 

    Das Königreich der Himmel, das Königreich Gottes, will sich finden lassen. - Und damit nicht genug: Sein Wert will erst erkannt sein. Wie es dem Mann ging, der den Schatz im Acker entdeckte, seinen Wert erkannte und alles andere verkaufte, um diesen Acker zu erwerben und den Schatz heben zu können. 

    Um den Wert des Himmelreiches ermessen zu können, braucht es die Gabe der Unterscheidung, Scheidung der Geister, wie es der Hl. Ignatius nannte. Es braucht jene Gabe der Entscheidung, ja der Weisheit, um die der König Salomo auf seiner Wallfahrt betete. 

    Um den Wert der Königsherrschaft Gottes in unserer Welt wirklich ermessen zu können, braucht es die tiefe Glaubensüberzeugung des Hl. Paulus, die er in seinem Römerbrief ausdrückt: "Wir wissen, dass denen, die Gott lieben,

    alles zum Guten gereicht.“

    Und wir dürfen heute um diese Gabe der Unterscheidung beten: Dass wir Gottes Stimme aus den vielen Stimmen dieser Welt heraushören, möge sie oft noch so leise sein. 

    Dass wir diesen Schatz im Acker aufspüren und seinen Wert ermessen lernen - immer neu. Und wenn Tausende andere, ja sogar unsere eigenen Familienmitglieder, den Wert nicht wahrnehmen, sich lieber mit den Menschenreichen, ja oftmals „Todesreichen“ dieser Welt abgeben, anstatt nach dem Himmelreich zu streben - uns sollte es um die Bereitschaft gehen, alles andere herzugeben, nur um dieses Himmelreich zu erringen. 

    Erwarten Sie nun ein Rezept, wie wir dies am besten bewerkstelligen? - Ein solches gibt es nicht! Aber es gibt eine Zusage, ein großes Vertrauen unserem Gott gegenüber: Er selbst beruft uns in sein Reich, das ist die tiefe Überzeugung des Hl. Paulus. Er selbst hat uns für dieses Reich vorherbestimmt - in Taufe und Firmung uns das Siegel dieses Reiches aufgeprägt. 

    Beten wir um die Weisheit, das Reich Gottes zu erkennen - um die Standhaftigkeit, es immer wieder neu zu suchen, und um das tägliche Wachsen in der Heiligkeit, um es nie mehr zu verlieren!

    Amen.

  • 3. Sonntag im Jahreskreis B

    3. Sonntag im Jahreskreis B - 21. Jänner 2018

    Brüder und Schwestern, versammelte Gemeinde!

    Die Texte des heutigen Tages weisen uns allesamt auf eines hin: Unser Leben ist Entscheidungssituation.

  • 4. Fastensonntag B

    4. Fastensonntag  11. März 2018

     

    Liebe Schwestern und Brüder im Herrn!

    „Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht zugrunde geht, sondern das ewige Leben hat“ 

    Im nächtlichen Gespräch zwischen Jesus und Nikodemus bezeugt Jesus diese Grundwahrheit. Er ist die menschgewordene Liebe Gottes, er wird von seinem Vater zur Erlösung der Welt, zur Rettung der Menschen, zur Wiedererlangung des ewigen Lebens aufgeopfert. Er gibt selbst sein Leben hin, um uns das Leben zu schenken. 

  • Christkönig 2019

    Christkönigssonntag 24. November 2019

    Liebe Gläubige!

    „Der Herr thront als König in Ewigkeit. Der Herr segnet sein Volk mit Frieden“, heißt es im Kommunionvers der heutigen Messe zum Hochfest.

    „Die Liturgie dieses Sonntags bringt uns in besonderer Weise zum Bewußtsein, dass die Geschichte des Menschen und der Welt in dem vom gekreuzigten und auferstandenen Christus geoffenbarten Reich ihre endgültige Vollendung haben muss.“, sagte der Heilige Papst Johannes Paul II. in seiner Christkönigspredigt 1981. 

    Die Heilsgeheimnisse, die wir im Laufe des Kirchenjahres gefeiert haben, münden in dieses Fest von Christus, dem König. Auch andere Hochfeste wie Epiphanie, Ostern oder Christi Himmelfahrt verweisen auf das Königtum unseres Herrn. Ebenso natürlich das Fest der Verklärung Christi, wo wir diese göttliche Macht des Herrn bereits im Zeugnis der Väter des Alten Bundes und der Apostel zu Gesicht bekommen haben. 

    Als Papst Pius XI. im Jahre 1925 dieses Fest einführte, ging es ihm jedoch nicht so sehr um das heilsgeschichtliche Königtum Christi, sondern um den sozialen und staatspolitischen Wert der Christkönigsidee: die Völker können in sich und untereinander den Frieden nicht finden, wenn sie sich nicht Christus unterordnen. Es dies beispielsweise bereits die tiefe Überzeugung des Propheten Maleachi, dass die Beziehung Gott-Mensch und die menschliche Gerechtigkeit untereinander niemals zu trennen sind. Dort wo die rechte Gottesbesziehung fehlt, wird auch der Gerechtigkeit unter den Menschen Gewalt angetan. 

    Im Buch Samuel hören wir heute den klaren Auftrag Gottes an den späteren König David: „Der Herr hat zu dir gesagt: Du sollst der Hirt meines Volkes Israel sein, du sollst Israels Fürst werden.“ Und der Völkerapostel Paulus beschreibt Christus in seinem Brief an die Gemeinde von Kolossä: „Er ist das Haupt,

    der Leib aber ist die Kirche. Er ist der Ursprung, der Erstgeborene der Toten; so hat er in allem den Vorrang.“ Das Evangelium führt uns in die tragische Stunde der Kreuzigung unseres Herrn und Heilands und weist uns auf die Tafel hin, die Pilatus über dem Haupt des Herrn am Kreuz anbringen ließ. Auch sie verweist uns auf den König. 

    Wir sehen, die Texte dieser Festmesse weisen auf die Herrschaft eines Königs hin, der sein Reich nicht auf Eroberung gründet, sondern auf die Fürsorglichkeit eines Hirten. Das Reich Gottes soll kein Reich der Eroberung sein, sondern Zeichen des Heils unter den Menschen, damit diese eine geistliche Welt aufbauen, in Gerechtigkeit. Das Reich Gottes, diese „Königsherrschaft Gottes“, soll ein Zeichen des Heils für eine Welt sein, wo nicht der Egoismus und Eigendünkel regiert, wo es nicht mehr um Machtgewinn und Einflußnahme geht, sondern wo brüderliche und solidarische Gesinnung in der Hoffnung auf das künftige Reich herrschen. 

    Die heutige Präfation nennt dieses  Reich das Reich der Wahrheit und des Lebens, der Heiligkeit und der Gnade, der Gerechtigkeit, der Liebe und des Friedens. 

    Das sind die Merkmale des Königtums Christi, an dem wir teilhaben und das wir durch unser Zeugnis ausbreiten sollen. 

    Der heilige Josefmaria Escriva sagte einmal: „Die einen reduzieren die Religion auf einen Katalog von Verboten oder begnügen sich mit einem konturlosen Katholizismus. Die anderen wollen den Herrn mit dem Gesicht zur Wand stellen oder in eine Dunkelkammer der Seele verbannen… Ihnen gegenüber müssen wir in Wort und Tat bekräftigen, dass wir Christus zum wirklichen König der Menschenherzen machen wollen - die noch lauen der Seinen nicht ausgenommen!“

    Der soll gegenwärtig sein in unseren Familien, Freunden, Nachbarn, Bekannten. Keinen dürfen wir hier ausnehmen. Und jeder von uns - die wir alle durch Taufe und Firmung an dieser Königswürde Christi teilhaben - ist aufgerufen, seinen Beitrag zu leisten, seine Stimme zu erheben und das Reich Gottes in Wort und Tat zu verkünden. Nicht nur in der Abstraktheit des guten Vorsatzes, sondern im täglichen Leben sind wir gefordert, unsere Mitmenschen bei der Hand zu nehmen, ihnen die Tür zur Kirche zu öffnen und ihnen so diesen großen Schatz des Lebens zu erschließen, den uns der Herr in seinem Reich verheißen hat. 

    Amen. 

  • Hörbuch: Das ganz normale Wunder - 100 Glaubenszeugnisse von katholischen Priestern

    100wunder.com

    Dankbar stellen wir hier ein wertvolles Hörbuch auf SoundCloud zur Verfügung - und das kostenlos.

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